Kein Punkt in Sachsen-Anhalt VfL Osnabrück verliert 0:2 beim 1. FC Magdeburg

Von Benjamin Kraus


Magdeburg. Die Niederlage war keine Überraschung beim Spitzenteam – aber es war durchaus mehr drin für den VfL Osnabrück als das 0:2 beim 1. FC Magdeburg in der 3. Fußball-Liga.

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So ist die Lage: Genauso wie vor dem Spieltag, was den Vorsprung auf die Abstiegszone betrifft: Dank der Schützenhilfe der Sportfreunde Lotte (3:1 gegen Chemnitz) beträgt der Vorsprung der Lila-Weißen auf die Abstiegszone acht Spiele vor Saisonschluss weiter sieben Punkte. Beide Kontrahenten absolvieren in dieser Woche ihr Nachholspiel: Chemnitz am Dienstag gegen Wehen Wiesbaden, der VfL am Mittwoch beim Tabellenletzten Erfurt. Magdeburg festigte indes durch den Sieg im Sonntagsspiel Tabellenplatz zwei.

So traten sie an: VfL-Trainer Daniel Thioune wechselte im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Preußen Münster dreimal Personal – und ließ durchaus überraschend in Marc Wachs und Bashkim Renneke die beiden Außenverteidiger draußen. Dafür kamen Uktu Sen und Marcel Appiah in die Mannschaft: Appiah rückte im 4-2-3-1 auf Rechtsaußen, die andere defensive Seitenposition besetzte Konstantin Engel. Sen ging ganz vorn in die Spitze, Heider und Reimerink kamen über die Flügel. Der dritte Wechsel war ein erwarteter: Stammkeeper Marius Gersbeck meldete sich fit und rückte wieder für Tim Paterok zwischen die Pfosten.

Beim 1. FCM kehrte im Vergleich zum 6:1-Sieg gegen Aalen der Agressive-Leader Dennis Erdmann als linker Verteidiger in der Dreierkette in die Mannschaft zurück: Schiller flog dafür aus dem Kader.

So fielen die Tore: Nach einem Befreiungsschlag konnten Ahmet Arslan und Uktu Sen an der Mittellinie den Ball nicht behaupten. Magdeburg leitete über links den schnellen Gegenschlag ein, den auch Reimerink per Foul an Butzen nicht stoppen konnte. Schwede drang in den Strafraum ein und hebelte mit einem Rückpass sowohl Engel als auch den überraschten Danneberg aus – so hatte Türpitz freie Bahn und schoss trocken links unten zur Führung ein (57.).

Der zweite Treffer entsprang der Schnelligkeit von Tobias Schwede, der nach einer abgewehrten Ecke alle einschließlich VfL-Keeper Marius gersbeck überspurtete und die Entscheidung besorgte – Schiedsrichter Florian Badstübner pfiff danach gar nicht mehr an.

So lief die erste Halbzeit: Auf schwer zu bespielendem, weil extrem sandigem Boden versuchte der 1.FC Magdeburg sofort, den VfL unter Druck zu setzen – die ersten 180 Sekunden befand sich der Ball konstant am oder im Osnabrücker Strafraum. Auch danach gab Magdeburg die Spielrichtung vor – kam aber nur zu ein, zwei halbherzigen Versuchen, einen Elfmeter zu ziehen, aber bis zur Pause zu keiner wirklich klaren Torchance. Der VfL verteidigte engmaschig, laufintensiv und geschickt und befreite sich nach etwa 10 Minuten selbst ein wenig: durch gute Einzelaktionen von Jules Reimerink und Sen, denen allerdings das letzte Zuspiel in den Strafraum misslang. So blieben zwei Kopfballversuche von Heider (23., VfL) und Christian Beck (25., FCM, beide drüber) zunächst die einzigen beiden Torabschlüsse. Auch die Fernschüsse von Beck und Weil (FCM) sowie der Abschluss aus spitzem Winkel von Arslan (VfL) blieben in der Folge ungefährlich. Der VfL nahm den stellenweise etwas pomadig agierenden Magdeburgern erfolgreich die Lust am Spielen, blieb aber selbst bei seinen wenigen Offensivaktionen zu unpräzise und wenig durchschlagskräftig.

So lief die zweite Halbzeit: Angesichts eines von Gersbeck locker abgewehrten Türpitz-Fernschusses zunächst ähnlich wie die erste. Wobei mit fortschreitender Dauer die Intensität der Magdeburger in den Zweikämpfen zunahm und der VfL sich zunehmend schwerer tat, vorne die Bälle zu sichern und für Entlastung zu sorgen: Ein Mangel, der beim 0:1 offen zu Tage trat. Danach passierte bis zur 70. Minute nicht viel – erst mit der Einwechslung von Alvarez und Steffen Tigges öffnete VfL-Trainer Thioune das Spiel. Osnabrück versuchte, den Druck zu erhöhen und kam nach Standards wie weiten Einwürfen und Freistößen zu Chancen: Die größte vergab Steffen Tigges nach Heiders Kopfballablage mit einem knallharten Schuss aus der Drehung, der ganz knapp über die Latte zischte (83.).

So war die Stimmung: Großartig. Nach der stilvollen Gedenkminute für FCM-Ehrenmitglied Rolf Tyll brannte der Magdeburger Anhang hinter dem Tor von Marius Gersbeck ein Feuerwerk ab – es war mit Sicherheit die lauteste Kulisse, der sich der VfL bisher in dieser Saison auswärts erwehren musste. Die FCM-Wechselgesänge in der Schlussphase waren bombastisch. Die etwa 250 mitgereisten Osnabrücker hielten gut dagegen und unterstützten ihr Team nach Kräften.

So geht es weiter: Bereits am Mittwoch ist der VfL wieder gefordert – sollte denn der dritte Versuch der Austragung der Partie in Erfurt (19 Uhr/ Steigerwaldstadion) erfolgreich sein. Das nächste Heimspiel steigt am Samstag gegen Hansa Rostock.


31. Spieltag: 1. FC Magdeburg - VfL Osnabrück 2:0 (0:0)

VfL Osnabrück: Gersbeck – Appiah, Susac, Sama, Engel (82. Wachs) – Arslan, Groß – Reimerink, Danneberg (70. Alvarez), Heider – Sen (70. St. Tigges)

Auf der Bank: Paterok (Tor), Ruschmeier, Renneke, Falkenberg

Trainer: Daniel Thioune.

FC Magdeburg: Glinker – Schäfer, Hainault, Erdmann – Weil, Rother – Butzen, Türpitz (84. Costly), Pick (87. Sowislo), Schwede – Beck (73. Düker)

Auf der Bank: Seidel (Tor), Hammann, Ludwig, Laprevotte

Trainer: Jens Härtel

Tore: 1:0 Türpitz (57.), 2:0 Schwede (90.)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach). Souveräner Leiter der Partie, lag bei allen großen Entscheidungen richtig.

Zuschauer: 18616, davon etwa 250 Osnabrücker.

Gelb: 61. Hainault/57. Reimerink (6. Verwarnung), 77. Engel (5., gegen Erfurt gesperrt)

Die nächsten Spiele: Am Mittwoch (28. März, 19 Uhr) in Erfurt; am Samstag (31. März, 14 Uhr) gegen Hansa Rostock.