Auswärtshürde vor mindestens 18000 Fans VfL Osnabrück in Magdeburg: Ein Privileg – aber keine Chance?

Von Benjamin Kraus

Zupacken ist angesagt für den VfL Osnabrück (mit Tim Danneberg) gegen Magdeburg um Nils Butzen. Foto: imago/osnapixZupacken ist angesagt für den VfL Osnabrück (mit Tim Danneberg) gegen Magdeburg um Nils Butzen. Foto: imago/osnapix

Osnabrück. Der Tabellen-16. gastiert beim Aufstiegs-Aspiranten der 3. Liga, hat bisher dort in vier Ligaspielen vier Pleiten kassiert und kein Tor erzielt – und ist drei Tage später beim Letzten zum Punkten verdammt, um nicht im Abstiegsstrudel zu versinken. Schwere Voraussetzungen für den VfL Osnabrück beim 1. FC Magdeburg am Sonntag (14 Uhr/MDCC Arena).

Sollte der VfL in Magdeburg nicht Schadensbegrenzung betreiben und alle Energie auf die Erfurt-Partie am Mittwoch setzen? Für diese Option gibt es von Daniel Thioune ein klares Nein – aus zwei Gründen: „Vielleicht erwartet man von uns nichts. Aber vielleicht ist es ja an der Zeit, die Serie zu brechen. Wir rechnen uns in Magdeburg jedenfalls schon etwas aus“, vertraut der VfL-Trainer zum einen in die Fähigkeiten seiner Spieler. Zum Anderen ist ihm negativ geprägte Denke fremd – selbst und gerade im Abstiegskampf. „Vor dieser Kulisse in Magdeburg kicken zu dürfen, ist ein unfassbares Privileg für jeden Spieler“, sagt Thioune und setzt damit das Zeichen: Wir nehmen die Herausforderung an, auch wenn sie groß ist. „Klar hat Magdeburg außergewöhnliche Qualität. Bei ihrem 1:0-Sieg im Landespokal in Halle am Mittwoch haben sie acht Leute ausgetauscht – aber sie hatten nicht im Ansatz einen Qualitätsabfall“, so Thioune. Ähnlich sieht das Mittelfeldspieler Tim Danneberg: „Magdeburg wird ein Brett. Wir müssen sehen, dass wir möglichst wenig Fehler machen.“

Wie will der VfL taktisch agieren? Auf jeden Fall variabel – ob mit einer Viererkette verteidigt wird oder wie gegen das Spitzenteam Karlsruhe (0:0) recht erfolgreich mit drei Innenverteidigern, ließ der Trainer offen: „Wir sind auf beides vorbereitet und können innerhalb kürzester Zeit switchen. Magdeburg wird die Spielrichtung vorgeben – wir müssen die wenigen Chancen, die wir bekommen, konsequent nutzen.“

Wie sieht es personell aus? Etwas besser als zuletzt. Emmanuel Iyoha ist voll belastbar, auch Stammtorwart Marius Gersbeck könnte wieder eine Option sein. „Hier gehen wir aber kein Risiko – zumal Tim Paterok zuletzt gezeigt hat, dass wir uns auf ihn verlassen können“, so Thioune. Weil Leon Tigges erkrankt ist, rückt bei einem Ausfall von Gersbeck übrigens A-Junioren-Keeper Yannick Rohrmann auf die Bank. Weiter fehlt neben den Langzeitverletzten Kamer Krasniqi, der am Dienstag in Mitrovica mit Kosovos U21 gegen Deutschland antritt. Fit gemeldet hat sich Marc Heider nach verschobener Knie-OP.

Was sagt der Magdeburger Trainer zum Spiel? „Der VfL ist ausgeruht und hat zuletzt oft die Grundordnung gewechselt, ist also schwer auszurechnen. Aber wir werden gerüstet sein“, so Jens Härtel. Der Optimismus im Umfeld des 1. FCM ist jedenfalls groß.

Was gibt es noch? Christian Bickel, der in dieser Woche wieder voll mittrainiert hat, ist in der Nacht zu Freitag zum zweiten Mal Vater eines Sohnes geworden. „Dass er in Magdeburg fehlt, ist somit eine uneingeschränkt erfreuliche Nachricht. Vielleicht kommt er ja tatsächlich, wie von ihm selbst angepeilt, mit einem Kurzeinsatz in Erfurt zurück“, sagte Thioune.

Und wie geht es aus? Ähnlich wie zuletzt – der VfL trifft zwar erstmals in Magdeburg, verliert aber 1:3.


Sonntag, 14 Uhr: 1. FC Magdeburg – VfL Osnabrück (31. Spieltag)

So könnten sie spielen

1. FC Magdeburg: 1 Glinker – 5 Schiller, 22 Hainault, 14 Schäfer – 6 Rother, 37 Weil – 16 Butzen, 15 Schwede – 8 Türpitz, 18 Pick – 11 Beck.

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 7 Renneke, 17 Susac, 37 Sama, 16 Wachs – 5 Engel, 10 Groß – 13 Danneberg, 14 Arslan – 25 Iyoha, 20 Heider. In Reserve: 1 Paterok (TW), 2 Ruschmeier, 4 Appiah, 8 Sen, 11 Alvarez, 15 Reimerink, 19 St. Tigges.

Es fehlen: Klaas (Trainingsrückstand), Krasniqi (Kosovo-U21) Bickel (Geburt eines Sohnes), Dercho (Reha, OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Zorba, Möller, Breulmann, Falkenberg, Kristo (nicht im Kader).

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach). Der Mittelfranke pfiff den VfL bisher nur beim 2:2 in Duisburg im Februar 2017.

Zuschauer: Etwa 18 500, davon 300 aus Osnabrück.

Live-TV: Ab 14 Uhr im MDR. – Live-Ticker: www.noz.de. – Live-Radio: www.infomantis.de/vflradio. – Livestream: mdr.de, telekomsport.de (nur Abo).

Das nächste Spiel: Am Mittwoch (28. März, 19 Uhr) bei Rot-Weiß Erfurt.