Mehr Zeit für die Regeneration Fokus beim VfL Osnabrück verschiebt sich auf Magdeburg

Von Johannes Kapitza

Eine Fußspitze aggressiver war Preußen Münster im Derby, hier Michele Rizzi gegen Tim Danneberg. Foto: Helmut KemmeEine Fußspitze aggressiver war Preußen Münster im Derby, hier Michele Rizzi gegen Tim Danneberg. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Am Montagnachmittag wurde die Wochenplanung des VfL Osnabrück kurzfristig über den Haufen geworfen: Der Deutsche Fußball-Bund sagte das für Mittwoch angesetzte Spiel beim Tabellenletzten Rot-Weiß Erfurt erneut ab. Einige angeschlagene Spieler können die Zeit gut zur Regeneration brauchen.

Weil der Winter zurück ist und die Wetteraussichten und Platzbedingungen trotz laufender Rasenheizung gegen eine Austragung der Partie sprachen, sagte der DFB nach Rücksprache mit einer Platzkommission das Spiel am Montag ab. Schon am 2. März war die Partie wetterbedingt ausgefallen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Seitens des DFB sind der 4. und 25. April als offizielle Nachholspieltage in der 3. Liga vorgesehen. Das frühere Datum kollidiert allerdings mit dem Halbfinale im Niedersachsenpokal, das der VfL am 3. April beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel bestreiten soll.

„Bis zur Absage mit dem Kopf in Erfurt“

„Bis zur Absage waren wir mit dem Kopf in Erfurt“, sagte VfL-Trainer Daniel Thioune. Nun verschiebt sich der Fokus auf den 1. FC Magdeburg, der am kommenden Sonntag, 25. März (14 Uhr), Gastgeber des VfL ist. „Als Fußballer wollte ich nach so einem Spiel wie am Sonntag möglichst schnell wieder auf den Platz und die Dinge begradigen“, trauerte Thioune der Chance hinterher, das 0:1 gegen Münster und die Tabelle ein Stück weit gerade rücken zu können.

Nachlesen: Osnabrück unterliegt Münster im Derby 0:1

Thioune: Jeder Tag Regeneration tut gut

Der Trainer sah in der Absage aber auch einen Vorteil: „Wir haben viele angeschlagene Spieler, denen jeder Tag Regeneration guttut.“ Für Jules Reimerink etwa, der mit einem Infekt ins Derby gegangen war, „wäre es bis Mittwoch eng geworden“, sagte Thioune. Auch Torwart Marius Gersbeck hat nun mehr Zeit, seine Muskelquetschung im Oberschenkel aus dem Würzburg-Spiel auszukurieren. An diesem Dienstag trainieren die Spieler mit individueller Belastung.

Schmedes zweifelt nicht am Willen des Teams

Wenn es am Mittwoch mit dem Mannschaftstraining weitergeht, wird die Derbyniederlage gegen Münster keine Rolle mehr spielen. „Wir durften und mussten dieses Spiel nicht verlieren“, ärgerte sich Thioune auch am Tag danach noch. An spielerischer Qualität mangelte es nicht. „Dass wir 90 Minuten spielbestimmend waren, steht auf der einen Seite. Dass wir verloren haben, steht auf der anderen Seite“, hatte Thioune am Sonntag gesagt und die Mentalität seiner Spieler hinterfragt. „Die Jungs wollten das Spiel gewinnen. Das will ich ihnen gar nicht absprechen. Mit Mentalität ist gemeint, mit aller Macht vorne ein Tor erzielen zu wollen und das eigene hinten zu verteidigen. Beides hat nicht 100-prozentig funktioniert, aber am Willen der Jungs lag es nicht“, befand Sportdirektor Benjamin Schmedes.

In Magdeburg braucht es 100 Prozent

„Die Mannschaft hatte im Training viel investiert, in der Woche richtig gut gearbeitet, und auch im Spiel viel versucht“, wollte auch Thioune den guten Willen nicht grundsätzlich infragestellen, „aber wenn wir den Gegner einschnüren und den Ball trotzdem nicht aufs Tor bringen, muss wenigstens das Investment so hoch sein, dass wir den Gegner vom eigenen Tor weghalten. Aber wir waren nicht zu 100 Prozent da.“ Das kann sich der VfL am Sonntag nicht erlauben. Der letzte Gegner, der in Magdeburg nicht voll auf der Höhe war, hieß VfR Aalen und verlor 1:6.