Heider steht Knie-Operation bevor Thioune nach Derby enttäuscht: Mentalitätsfrage stellen

Von Johannes Kapitza

Zur Enttäuschung kommen die schlechten Nachrichten: Stürmer Marc Heider vom VfL Osnabrück steht voraussichtlich in der kommenden Woche eine Knie-Operation bevor. Foto: Helmut KemmeZur Enttäuschung kommen die schlechten Nachrichten: Stürmer Marc Heider vom VfL Osnabrück steht voraussichtlich in der kommenden Woche eine Knie-Operation bevor. Foto: Helmut Kemme 

Osnabrück. Daniel Thioune, Trainer des VfL Osnabrück, war nach der 0:1-Niederlage im Derby gegen Preußen Münster deutlich angefressen. Vor allem in einer Hinsicht sei ein spielentscheidender Unterschied auszumachen gewesen, befand er: „In der Mentalität, die der Gegner auf den Platz gebracht hat.“

„Zu einem Derby gehören Qualität und Mentalität“, sagte Thioune, und im entscheidenden Fall schlage eben die Mentalität die Qualität. „Da waren die Preußen uns heute überlegen. Das erste Tor, wie Adi (Adriano Grimaldi) sich da reinhaut, war bezeichnend“, sagte der Trainer. Die sportlichen Ansätze konnten nicht trösten: „Was gut war, war das Spiel mit dem Ball: Wir hatten viel Ballbesitz, Ballkontrolle und Spielkontrolle. Aber was man hinten an Entschlossenheit vermissen lässt, bringt man auch vorne nicht rein“, ärgerte sich Thioune. „Dass wir 90 Minuten spielbestimmend waren, steht auf der einen Seite. Dass wir heute verloren haben, steht auf der anderen Seite.“

„Hätten lange spielen können und kein Tor erzielt“

Mit 0:1 war der VfL in die Pause gegangen. In der Kabine habe er noch nachsteuern und „die Mannschaft noch mal aufwecken“ wollen, sagte Thioune. Aber der VfL kam behäbig aus der Pause: Münsters Rizzi traf per Kopfball die Latte (46.), „wo wir eigentlich ganz anders in die Partie kommen müssten“, wusste Thioune und machte sich keine Illusionen: „Wir hätten heute sehr lange spielen können und hätten kein Tor erzielt.“

Thioune: Da muss ich die Mentalitätsfrage stellen

Zu umständlich war das Osnabrücker Spiel. „Qualität bedeutet dann vielleicht nicht, den Ball im letzten Drittel noch mal in den Strafraum zu chippen oder aus spitzem Winkel oben reinlupfen zu wollen“, ärgerte sich Thioune. Der Auftritt gerade im Derby sei „eine Mentalitätsfrage, und die muss ich meiner Mannschaft auch stellen. Heute war ich mit unserem Auftritt überhaupt nicht einverstanden. Das, was wir uns aufgebaut haben, haben wir in den letzten zehn Tagen mit dem Arsch umgehauen.“

Heider steht Knie-Operation bevor

Er werde „die Mannschaft entsprechend ins Gebet nehmen und so auf Erfurt vorbereiten, dass wir ein anderes Gesicht zeigen“, versprach Thioune. Viel Zeit bleibt nicht. Am Montag wird regenerativ gearbeitet, am Dienstag geht es nach dem Training schon Richtung Thüringen, wo am Mittwoch (19 Uhr) das Duell beim Tabellenletzten ansteht. Womöglich muss der VfL dann schon auf Marc Heider verzichten: Der Stürmer, der sich in den letzten Wochen mit Knieproblemen durch den Trainingsbetrieb schleppte, aber zu den Spielen einsatzbereit war, muss sich einer Operation unterziehen, die nun kurzfristig anstehen könnte, sagte Thioune.