Drittes siegloses Spiel in Folge VfL Osnabrück unterliegt Münster im Derby 0:1


Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat in der 3. Fußball-Liga auch das Derby-Rückspiel gegen Preußen Münster verloren. Eine Steigerung in der zweiten Halbzeit reichte nicht, um den 0:1-Pausenrückstand zu drehen. So muss der VfL weiter auf die Abstiegsränge gucken und musste mit ansehen, wie die Münsteraner in ihrem Stadion den Derbysieg feierten.

So ist die Lage: Nach drei sieglosen Spielen in Folge muss der VfL seinen Blick in der Tabelle weiter nach unten richten. Eine Serie von acht Ligaheimspielen ohne Niederlage endete mit einem blutleeren Auftritt ausgerechnet im Derby gegen die bislang punktgleichen Preußen, die man gerne in der Tabelle überholen wollte. Die angepeilte obere Tabellenhälfte ist erst mal außer Sichtweite.

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So traten sie an: Für Torwart Marius Gersbeck, der nicht rechtzeitig fit wurde, rückte Tim Paterok zwischen die Pfosten. Jules Reimerink kehrte nach seiner Gelbsperre anstelle von Steffen Tigges zurück in die Startelf. Konstantin Engel verlor seinen Platz zugunsten von Kamer Krasniqi. Marcos Álvarez blieb zunächst draußen. Er hatte am Freitag im Training einen Schlag aufs Bein bekommen. Für ihn stand Ahmet Arslan auf dem Platz. Taktisch wählte der VfL ein variables 4-3-3-System: Groß stand als einziger Sechser vor der Abwehr, Arslan und Kamer Krasniqi besetzten das Halbfeld. Tim Danneberg ließ sich defensiv etwas zurückfallen, bei Offensivaktionen rückte er zentral nach vorne zwischen Reimerink und Heider. Münster trat im 3-5-2-System an, gestattete dem VfL defensiv vor allem im Zentrum keine Räume.

So fiel das Tor: Rühle gewann einen Zweikampf im Mittelfeld. Der VfL lief dem schnellen Angriff hinterher. Kobylanski setzte sich rechts im Strafraum gegen Wachs durch, spielte in die Mitte, wo Grimaldi die Kugel nicht voll traf. Trotzdem hatte Paterok das Nachsehen, der Ball kullerte an ihm vorbei ins lange Eck – 0:1 (27.).

So lief das Spiel: Münster begann druckvoll, Paterok parierte die Flachschüsse von Michele Rizzi und Adriano Grimaldi (beide 2.). Münsters Keeper musste erstmals in der 3. Minute ran, hatte aber mit dem schwachen Kopfball von Arslan keine Probleme. Die Preußen hatten etwas mehr vom Spiel, der VfL mehr Ecken: 4:0 stand es nach einer Viertelstunde, aber die Standards sorgten für keine Gefahr – genauso wenig wie die Osnabrücker Angriffsversuche durch die Mitte, wo Münster mit viel Personal dichtmachte. Die Preußen kamen mit Jeron Al-Hazaimeh zur nächsten halben Chance. Er schoss aber über das Tor (17.). Auch ein Freistoß der Gäste verfehlte sein Ziel deutlich. Die Osnabrücker Abwehr stand in der ersten Halbzeit nicht so sicher wie sonst.

Nach dem 0:1 hatte Groß die Chance zum Ausgleich, scheiterte aber mit seinem Flachschuss an Schulze Niehues im Münsteraner Tor (30.). Im nächsten Anlauf wurden Danneberg und Wachs geblockt (beide 31.), Krasniqi scheiterte mit seinem 16-Meter-Schuss an Schulze Niehues (34.). Der VfL zählte mehr Offensivanteile, kam besser über die Flügel, spielte aber insgesamt zu umständlich, mit zu wenig Feuer und riss sich zu wenig Freiräume. Die beste Gelegenheit erspielte sich der VfL, als sich Renneke mit einer Körpertäuschung Platz verschaffte und Danneberg in der Mitte fand. Der bekam aber keinen Druck hinter den Kopfball, der deutlich übers Tor flog (39.). Wachs‘ Direktabnahme war mit viel Risiko verbunden und ging aus kurzer Distanz und spitzem Winkel in den Himmel (44.) – so ging der VfL mit einem Rückstand in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel startete der VfL verschlafen: Das hätte Rizzi fast bestraft, aber sein satter Kopfball klatschte nur an die Latte (46.). Auf der Gegenseite kam Renneke nach einem Freistoß zur Direktabnahme aus 16 Metern. Von einem Münsteraner abgelenkt, kam der Ball zu Groß, der beim Abschluss gestört wurde. Ein Elfmeterpfiff blieb aus, die VfL-Proteste flachten schnell ab, die folgende Ecke brachte nichts ein (52.). Paterok lenkte auf der Gegenseite Kobylanskis Distanzschuss zur Ecke (54.), aber das Spiel fand erst einmal nur in der Münsteraner Hälfte statt. Der VfL machte Druck, kam aber nicht zu guten Abschlüssen. Reimerink schlenzte den Ball um ein gutes Stück am langen Winkel vorbei (59.). Die Direktabnahme des eingewechselten Marcos Álvarez ging mittig über das Tor, war aber nach Wachs‘ Flanke schwer zu nehmen (63.). Münster lauerte auf Konter, spielte die aber schlecht aus. Dem VfL, der bisweilen wie beim Handball um den Preußen-Strafraum herumspielte, fehlten bei aller Feldüberlegenheit die zwingenden Chancen. Kollektives Aufatmen war bei den Osnabrückern angesagt, als Rühle an Paterok vorbei war und nach einem Zweikampf mit Sama im Strafraum zu Boden ging, ein Elfmeterpfiff aber ausblieb (72.). Auf der Gegenseite schlenzte Arslan den Ball am Winkel vorbei (72.). Knapper war Rizzis nicht richtig getroffener Abschluss, der nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbeiging (76.). Reimerinks Heber nach langem Ball von Sama fiel auf das Tor (78.). Groß hatte nach Rizzis Vorlage in der Nachspielzeit den Ausgleich auf dem Fuß, traf aber nur das Außennetz (90.+1) – der Ausgleich wäre mehr als glücklich gewesen.

So war die Stimmung: „Wir woll‘n den Derbysieg“, skandierte die Ostkurve vor dem Spiel und lieferte sich mit dem Gästeblock noch ein paar Wechselgesänge. Mit dem Anpfiff wurde es in beiden Fanlagern deutlich ruhiger. Münsters Grimaldi wurde bei Ballkontakten zuverlässig ausgepfiffen, aus der Ostkurve gab es mehrfach „Wehlend raus“-Rufe gegen VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Ein paar Gesänge stimmten die Fanblöcke noch an. Zur Pause gab es vereinzelte Pfiffe für ein schwaches Spiel. In der zweiten Halbzeit kam mehr Stimmung im Osnabrücker Lager auf, aber insgesamt war das alles für ein Derby vergleichsweise trist.

So geht‘s weiter: Anfang März blieb dem VfL durch den Ausfall des Spiels in Erfurt eine englische Woche erspart. Die Partie wird nun nachgeholt und am Mittwoch, 21. März (19 Uhr), beim Tabellenschlusslicht in Thüringen nachgeholt. Die Osnabrücker brauchen weiter dringend Punkte, um den Klassenerhalt perfekt zu machen, nachdem Chemnitz am Sonntag gewann. Am kommenden Sonntag (25. März, 14 Uhr) steht dann für den VfL das nächste Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg an.


30. Spieltag: VfL Osnabrück – Preußen Münster 0:1 (0:1)

VfL Osnabrück: Paterok – Renneke, Susac (46. Engel), Sama, Wachs (82. S. Tigges) – Arslan, Groß, Krasniqi (58. Alvarez) – Reimerink, Danneberg, Heider.

Auf der Bank: L. Tigges (Tor), Ruschmeier, Appiah, Sen.

Trainer: Daniel Thioune.

Preußen Münster: Schulze Niehues –Schweers, Scherder, Kittner – Menig, Rizzi, Braun, Al-Hazaimeh (73. Stoll) – Kobylanski (76. Cueto) – Rühle, Grimaldi (81. Warschewski).

Auf der Bank: Körber (Tor), Tritz, Akono, Borgmann.

Trainer: Marco Antwerpen.

Tor: 0:1 Grimaldi (27., Kobylanski).

Schiedsrichter: Pascal Müller (Löchgau), Note 4,5.

Zuschauer: 11090, davon 1200 aus Münster

Gelb: 10. Susac 6. Verwarnung), 30. Wachs (4.), 42. Groß (11.)/54. Braun, 66. Rizzi, 90.+1 Schulze Niehues

Die nächsten Spiele: Am Mittwoch (21. März, 19 Uhr) in Erfurt; am Sonntag (25. 3., 14 Uhr) in Magdeburg.