Keine Choreografie im Derby gegen Münster Nach Pyrotechnik: VfL Osnabrück erteilt Hausverbote

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Friedlich und sehenswert waren die Choreografie und die Unterstützung von mehr als 1000 Fans des VfL Osnabrück in Würzburg. Weil einige Chaoten beim Heimspiel gegen Meppen aus dem Rahmen fielen, gibt es zum Spiel gegen Preußen Münster seitens des VfL Restriktionen. Foto: Moritz FrankenbergFriedlich und sehenswert waren die Choreografie und die Unterstützung von mehr als 1000 Fans des VfL Osnabrück in Würzburg. Weil einige Chaoten beim Heimspiel gegen Meppen aus dem Rahmen fielen, gibt es zum Spiel gegen Preußen Münster seitens des VfL Restriktionen. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Der VfL Osnabrück reagiert auf das Zünden von Pyrotechnik im eigenen Fanblock beim Derby gegen den SV Meppen: Für das Drittligaspiel am Sonntag (14 Uhr, Bremer Brücke) gegen Preußen Münster wurde eine von den VfL-Fans beantragte Choreografie nicht genehmigt. Zudem gibt es weitere Beschränkungen und Hausverbote. Die Polizei hofft auf ein friedliches Derby.

Der VfL reagiert mit Restriktionen auf das Zünden von Pyrotechnik im eigenen Fanblock beim Spiel gegen den SV Meppen. „Was am 6. März in der Ostkurve passiert ist, verurteilen wir auf das Schärfste und haben die Osnabrücker Ultras sowie unsere Netzwerkpartner im Laufe der Woche über unsere konsequenten Maßnahmen informiert“, sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend in einer Pressemitteilung des Vereins. Eine Choreografie, die von den VfL-Fans für Sonntag geplant war, hat der Verein nicht genehmigt. Zudem ist die Zahl an Fanmaterialien wie großen Schwenkfahnen „drastisch eingeschränkt“, damit keine Pyro-Aktionen im Schutz von Fahnen vorbereitet werden können. Blockfahnen sind verboten. „Die Lagerung von Fanmaterialien sowie der privilegierte Zugang der Fanszene ins Stadion werden ausgesetzt“, erklärte Wehlend. Ferner ist der Stand der Ultragruppierung „Violet Crew“ hinter der Ostkurve bis auf Weiteres geschlossen. „Neben diesen deutlichen Restriktionen haben Vereinspräsidium und die Geschäftsführung der Spielbetriebsgesellschaft des VfL erstmals Hausverbote gegenüber Beteiligten ausgesprochen, die über die Foto- und Videoaufzeichnungen im Stadion identifiziert werden konnten. Diese Hausverbote gelten für sämtliche Veranstaltungen des VfL Osnabrück, d.h. neben den Heimspielen des VfL an der Bremer Brücke auch Vereinsveranstaltungen“, teilte der VfL mit.

Wehlend: Gesundheit anderer Zuschauer fahrlässig gefährdet

Die Maßnahmen seien vorläufig, und der VfL habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, wird Wehlend zitiert. „Aber das Abbrennen von verbotener Pyrotechnik auf einer voll besetzten Tribüne einerseits und die Art und Weise, wie das passiert ist, sind unverantwortlich.“ Die Gesundheit von anderen Zuschauern sei durch die zändelnden Chaoten fahrlässig aufs Spiel gesetzt worden, weil „hochgiftige Gase aus nicht zertifizierter Pyrotechnik in der gesamten Ostkurve freigesetzt“ worden seien. „Viele Besucher dort hatten einfach nur Angst. Bei den Betroffenen entschuldige ich mich im Namen des VfL in aller Form“, wird Wehlend zitiert. Beteiligte und ihre Helfer seien nicht nur mit Hausverboten belegt worden, sondern müssen auch mit finanziellen Regressforderungen rechnen. Der VfL ruft die Fanszene auf, die Ereignisse intern aufzuarbeiten und mit dem Verein im Dialog zu bleiben.

Polizei auch bei VfL-Anhängern „sehr wachsam“

Auch bei der Polizei stehen Teile der VfL-Fans unter Beobachtung. Nachdem beim Derby gegen Meppen Anfang März einige Anhänger der Emsländer nach dem Spiel von vermummten Osnabrückern durch die Stadt gejagt wurden, werde man auch bei den Osnabrücker Fans „sehr wachsam“ sein, kündigte Einsatzleiter Alexander Meyer an. Er hoffe aber, dass sich das Derby weiter immer mehr zu einem normalen Spiel entwickele. In der vergangenen Saison, der ersten nach dem Ausschluss von Gästefans (2015/16), seien noch umfängliche Verbote in Bezug auf Alkoholkonsum und das Mitführen von Glasflaschen am Bahnhof und im Umfeld der Bremer Brücke in Kraft gewesen. Weil sich die Fans beim letzten Derby am 28. Januar 2017 außerhalb des Stadions laut Meyer „weitestgehend gut benommen“ hätten, wird in diesem Jahr auf solche Restriktionen verzichtet. Ein verschärfter Blick soll indes auf Pyrotechnik gerichtet werden. Die Polizei will „nach Möglichkeit verhindern“, dass gezündet wird, sagte Meyer.

Nachlesen: Osnabrücker Ultras zündeln und jagen Meppener Fans

Betretungsverbote für 104 „Störer“ aus Münster

Um Auseinandersetzungen zu minimieren, haben 104 „Störer“ aus Münster, die bei vergangenen Derbys negativ bei der Polizei aufgefallen sind, rund um das anstehende Spiel ein Betretungsverbot für das Osnabrücker Stadtgebiet erhalten, sagte Meyer. „In der Regel halten sich die Leute daran.“ Gerechnet wird mit 1200 Münster-Fans, von denen 400 bis 500 mit dem Zug anreisen dürften. Sie sollen direkt vom Bahnhof mit Shuttlebussen vor den Gästeblock gebracht werden, so wie es schon beim Spiel gegen Meppen praktiziert wurde. Für fünf angekündigte Reisebusse und individuell anreisende Fans wird die Oststraße zwischen Bremer Straße und Buerscher Straße komplett gesperrt.


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