Sonntag Derby beim VfL Osnabrück Preußen Münster setzt unter Antwerpen auf Rotation

Von Thomas Rellmann

Flexibel: Münsters Trainer Marco Antwerpen rotiert gerne und gibt kaum Stammplatzgarantien. Foto: imago/ Kirchner-MediaFlexibel: Münsters Trainer Marco Antwerpen rotiert gerne und gibt kaum Stammplatzgarantien. Foto: imago/ Kirchner-Media

Münster. Richtig gebannt ist die Abstiegsgefahr für Preußen Münster vor dem Gastspiel beim VfL Osnabrück am Sonntag (14 Uhr, Bremer Brücke) noch nicht. Zehn Zähler Vorsprung auf den Drittletzten Chemnitzer FC sind genauso trügerisch wie der aktuelle zwölfte Platz, denn fast alle Konkurrenten in der unteren Tabellenhälfte haben noch Nachholspiele vor der Brust.

Gleichwohl präsentiert sich der SCP derzeit stabiler als in der gesamten Hinrunde. Selbst die etwas mageren drei Zähler in der Englischen Woche (Unentschieden gegen Paderborn, in Aalen und gegen Jena) hatten ihren Wert. Absolut enttäuschend war nur die erste Hälfte gegen Carl Zeiss Jena beim 2:2 am Wochenende. „Diese Punkte sind auch wichtig für uns“, sagt Trainer Marco Antwerpen, der zur Rückserie den Posten von Benno Möhlmann übernahm und seitdem eine Menge an der Hammer Straße bewirkt hat. Seine Bilanz (15 Punkte, nur drei Niederlagen in zehn Spielen) bringt ihm immerhin aktuell Rang fünf in der (krummen) Tabelle der zweiten Saisonhälfte ein.

Startaufstellungen sind schwer vorherzusagen

Bemerkenswert ist, wie intensiv der 46-Jährige Woche für Woche an seiner Startelf tüftelt. Angesichts von fünf längerfristigen Ausfällen und damit nur noch 15 Feldspielern aus dem Profikader schafft sich Antwerpen durch kleine wie gezielte Umstellungen immer wieder Optionen und macht es für seine Gegenüber nahezu unmöglich, die Preußen-Aufstellung vorherzusagen. Gesetzt sind wenige. Simon Scherder ist nach langer Leidenszeit seit dem Winter der Abwehrchef. Der zuvor eineinhalb Jahre unglückliche Sandrino Braun räumt davor ab. Die defensiven Außenbahnen gehören Fabian Menig und Jeron Al-Hazaimeh, vorne ist Allzweckwaffe Tobias Rühle (pausiert derzeit mit Adduktorenproblemen) mal hier und mal dort gefordert. „Ich finde es gar nicht so ungewöhnlich, dass wir öfter umstellen“, sagt Antwerpen, „das müssen unsere Spieler drauf haben.“ Dass die besten Torschützen Martin Kobylanski, Michele Rizzi und selbst Kapitän Adriano Grimaldi (wartet auf ein neues Vertragsangebot) auch mal draußen sitzen, sagt viel über die klaren Vorstellungen des Trainers.

Fanszene schweigt nach Ausgliederungsbeschluss

Für Sonntag und sein erstes Derby erhofft er sich viel Unterstützung von den Rängen. Die dürfte allerdings geringer als sonst ausfallen. Seit dem Ausgliederungsbeschluss schweigt die aktive Fanszene weitgehend. Trotzdem ist das Gästekontingent von 1200 Karten inzwischen ausverkauft, wie der VfL mitteilte.