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Neun Punkte Abzug für Tabellenletzten Erster Absteiger aus 3. Liga steht fest: RW Erfurt beantragt Insolvenz

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Szene aus dem Hinspiel, das Erfurt beim VfL Osnabrück 1:0 gewann. Foto: Helmut KemmeSzene aus dem Hinspiel, das Erfurt beim VfL Osnabrück 1:0 gewann. Foto: Helmut Kemme

dpa/spo Erfurt. Der hoch verschuldete Fußball-Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt hat einen Insolvenzantrag gestellt und steht damit praktisch als erster Absteiger in die Regionalliga fest. Wie der Verein am Mittwoch auf seiner Homepage mitteilte, wurde am Dienstagabend beim Amtsgericht Erfurt der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht.

Durch diesen Schritt werden dem bis dato einzig verbliebenen Drittliga-Gründungsmitglied mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit neun Punkte abgezogen. Damit hätte RWE zehn Spieltage vor Saisonende nur noch neun Zähler auf dem Konto. Der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt dann 21 Punkte – ein Rückstand, der in den verbleibenden 10 Saisonspielen realistisch betrachtet nicht mehr aufgeholt werden kann.

Erfurt drücken Verbindlichkeiten von über acht Millionen Euro. Dem Verein war durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereits ein Punkt wegen des Verstoßes gegen die Zulassungsbestimmungen im aktuellen Lizenzierungsverfahren abgezogen worden – dieses Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Eine erhebliche Liquiditätslücke konnte nicht geschlossen werden.

Noch auf der Mitgliederversammlung am 20. Januar hatte die Vereinsführung den Verbleib in der 3. Liga als Ziel ausgegeben. „Durch den aktuellen Tabellenstand ist ein Hoffen auf den Klassenerhalt nicht mehr realistisch. Deshalb gilt es jetzt, die Weichen für die Zukunft zu stellen: Mit einer geordneten Insolvenz einen klaren Schnitt machen und die Grundlagen für einen Neuanfang schaffen“, erklärte Präsident Frank Nowag in der Mitteilung.

In den Reihen der Fans, aber auch in der Thüringer Wirtschaft und Politik waren in den vergangenen Wochen immer mehr Stimmen laut geworden, die eine Insolvenz als richtigen Weg und Chance erachteten. „Uns ist bewusst, dass dieser Schritt für unsere Gläubiger ein schmerzhafter ist. Gleichwohl bitten wir um Verständnis, dass wir ihn nun gegangen sind“, so RWE-Präsident Frank Nowag.

Der DFB wird nun eine schriftliche Stellungnahme des Klubs anfordern. Anschließend wird der DFB-Spielausschuss über die Folgen der Erfurter Entscheidung für die laufende Saison der 3. Liga entscheiden. Paragraf 6 der Spielordnung sieht im Falle eines Insolvenzantrags den Abzug von neun Punkten vor. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann von diesem Punktabzug abgesehen werden, beispielsweise wenn gegen den Hauptsponsor zuvor ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist. Dies ist bei Erfurt nicht der Fall. Weitere spieltechnische Konsequenzen über einen Punktabzug hinaus sind nicht vorgesehen. Das Gastspiel des VfL Osnabrück am kommenden Mittwoch in Thüringen wird somit genauso stattfinden wie alle weiteren verbleibenden Spiele der Erfurter in dieser Saison.

Hier geht es zur Gesamtanalyse der Lage im Abstiegskampf


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