3. Liga: Schlüsselspiele im Abstiegskampf VfL Osnabrück und Lotte: Größte Gefahr droht aus Chemnitz

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Müssen noch punkten im Kampf um den Klassenerhalt: Der VfL Osnabrück (Mitte, mit Marcos Alvarez) und die Sportfreunde Lotte. Foto: Michael GründelMüssen noch punkten im Kampf um den Klassenerhalt: Der VfL Osnabrück (Mitte, mit Marcos Alvarez) und die Sportfreunde Lotte. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Zuletzt verfestigte sich die Lage im Tabellenkeller der 3. Fußball-Liga: Ausbleibende Erfolge von Erfurt, Bremen II und Chemnitz haben nicht nur Lotte und der VfL Osnabrück erfreut zur Kenntnis genommen. Doch nun ist Spannung garantiert: In vielen direkten Duellen werden die Teams aus dem Keller ihre letzte Chance suchen.

Wie gut, dass es in dieser Saison letztmalig nur drei Absteiger aus der 3. Liga gibt: ein Gedanke, der angesichts der aktuellen Tabellenkonstellation wohl gerade bei den Protagonisten in vielen Clubs Hochkonjunktur hat – man darf schon gespannt darauf sein, wie oft er im kommenden Frühjahr bei dann vier Absteigern auch ausgesprochen werden wird. Auf dem letztmalig rettenden Ufer (Platz 17) steht Lotte: mit sieben Punkten Vorsprung auf Chemnitz auf Rang 18, aber nur drei Zählern Rückstand auf gleich fünf vor den Sportfreunden rangierende Teams.

Als gesichert darf sich in diesem Frühjahr der SV Meppen auf Rang 10 mit seiner positiven Bilanz (neun Siege, elf Remis, sieben Niederlagen) und zwei Nachholpartien in der Hinterhand sehen. Dahinter beginnt die Zone an Mannschaften, die bei vier Absteigern massiv zittern müssten – aber auch im Frühjahr 2018 noch punkten sollten, um vor einer Siegesserie eines der auf den ersten Blick distanzierten Teams im Tabellenkeller gewappnet zu sein.

11. FSV Zwickau (35 Punkte): Sie spielen selten attraktiv, aber stets aggressiv – und minimalistisch-effektiv. 28 erzielte Tore sind drittschlechtester Wert der Liga, nur 35 kassierte Treffer aber auch Topwert aller Teams aus der gefährdeten Zone. 1:1, 1:0, 1:0 und 0:0 lauten die letzten vier Resultate: Sie hielten die Westsachsen auf Kurs Klassenerhalt, der angekündigte Abschied von Erfolgstrainer Torsten Ziegner, auf den Joe Enochs folgen wird, hat das Team offenbar eher beflügelt als gehemmt. Das Restprogramm ist nicht einfach – dennoch sollte es zum Klassenerhalt reichen.

12. Preußen Münster (33): Nur drei Punkte aus zuletzt vier Spielen haben den zwischenzeitlichen Aufschwung zwar etwas eingebremst, dennoch hat sich der Trainerwechsel von Benno Möhlmann auf Marco Antwerpen (1,5 Punkte pro Partie) bis dato ausgezahlt. Ein Derbysieg am Sonntag bei punktgleichen Osnabrückern wäre ein großer Schritt zum Klassenerhalt.

13. Carl Zeiss Jena (33): Der Neuling ist das heimstärkste Team der zweiten Tabellenhälfte: 27 der 33 Punkte holte Jena auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld. In fünf ausstehenden Heimspielen wollen die oft unterschätzten Thüringer mit ihrem überfallartigen Spiel die nötigen Punkte holen.

14. Hallescher FC (33): Der Ex-Osnabrücker Erik Zenga sicherte am Sonntag mit seinem Ausgleichstor in Chemnitz einen Punkt und nahm dem Konkurrenten im Keller zwei Zähler. Der HFC hat abseits des Edeltechnikers Zenga eine robuste Elf, die mit zwölf verschiedenen Torschützen (alle maximal fünf Saisontore) schwer auszurechnen ist. In den folgenden Heimspielen gegen die Konkurrenten Lotte und Erfurt soll der Klassenerhalt perfekt gemacht werden – ungesichert ist die Finanzierung der kommenden Saison.

15. VfL Osnabrück (33): Das Remis gegen Meppen und die Pleite vor über 1000 mitgereisten Fans in Würzburg nahmen zuletzt etwas die Euphorie aus dem Zwischenspurt mit 11 Punkten aus fünf Spielen. Ein Derbysieg gegen Münster kann viele Zweifel am Klassenerhalt beseitigten, aber bei einer Pleite könnte das Restprogramm mit kniffligen Auswärtsreisen (Zwickau, Aalen, Unterhaching) und Duellen gegen Topteams (Magdeburg, Paderborn) unangenehm werden.

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16. SGS Großaspach (33): Die Württemberger sind trendtechnisch der Gegenentwurf zu vielen Keller-Konkurrenten, die zuletzt konstant punkteten: Der letzte Sieg datiert vom 9. Dezember (4:1 gegen Münster). Zuletzt gab es für die SGS nur zwei Punkte aus neun Partien. Verliert die junge Elf um Leitfigur Timo Röttger (acht Tore) auch gegen die Aufstiegs-Aspiranten Fortuna Köln und Rostock, beginnt das große Zittern.

17. SF Lotte (30): Nach der Durststrecke mit nur zwei Punkten aus sechs Partien stehen nun die Wochen der Wahrheit an: Nach der Partie in Halle kommen mit dem Chemnitzer FC und Bremen II genau jene Teams ans Lotter Kreuz, die das Team von Trainer Andreas Golombek noch überholen wollen.

18. Chemnitzer FC (23): Die Enttäuschung war groß nach dem 1:1 gegen Halle: Die Sachsen präsentierten sich wie zuletzt spielerisch verbessert, trafen zweimal den Pfosten, aber nur einmal das Tor. So bleibt das rettende Ufer sieben Punkte (plus schlechteres Torverhältnis) entfernt. Der CFC ist die Schießbude der Liga (55 Gegentore), der lange Ausfall von Abwehrchef Marc Endres und die Tatsache, dass Dennis Grote (meist als Sechser eingesetzt) seine Stärken eher in der Offensive hat, sind Gründe. Hoffnung macht dem CFC das Nachholspiel gegen Wehen Wiesbaden in der Hinterhand und die Tatsache, dass nun gegen direkte Konkurrenten aufgeholt werden kann: gegen Bremen II, Lotte, Großaspach und Erfurt. Der CFC ist die größte Gefahr für alle Teams über dem Strich.

19. Bremen II (20): Seit 25 Spielen ohne Sieg ist Werders Nachwuchself, auch der vierte Trainerwechsel der Saison von Oliver Zapel auf Sven Hübscher (drei Remis, drei Pleiten) scheint verpufft. Viele Personalrochaden sind typisch für eine 2. Mannschaft – bei Werder kam hinzu, das einige Talente sich kaum entwickelten und Schlüsselspieler wie Rafael Kazior ausfielen. Die Auswärtsspiele in Chemnitz und Lotte sind Werders letzte Chance – eigentlich müsste man beide gewinnen.

20. RW Erfurt (18 -> 9): Nur 17 geschossene Tore in 28 Spielen – die Thüringer präsentierten sich in dieser Saison sportlich zu harmlos für die 3. Liga. Massive vereinsinterne Querelen und große Finanzprobleme waren die typischen Begleiterscheinungen eines Absteigers: Erfurt hat nun den Schritt in die Planinsolvenz vollzogen, wodurch dem Verein mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit neun Punkte abgezogen werden. Schon zuvor war ein Punktabzug gegen den Verein wegen Verstößen gegen Auflagen ausgesprochen worden. Erfurt kann den Klassenerhalt realistisch betrachtet nicht mehr schaffen.

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