Wenn es vorne und hinten nicht klappt… VfL Osnabrück verpasst Anschluss an obere Hälfte

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Würzburg. Sie wollten oben fest ins Visier nehmen, nun müssen sie zumindest mit einem halben Auge auch wieder nach unten schielen. Nach dem 0:1 (0:1) des VfL Osnabrück bei den Würzburger Kickers rutschte der VfL zurück auf den 15. Tabellenplatz der 3. Fußball-Liga.

Wenn Daniel Thioune die Stirn in Falten legt, dann muss er dazu eigentlich gar nicht mehr viel sagen. Er tat es trotzdem und sprach sein Fazit zum Auftritt seiner Mannschaft in Würzburg deutlich aus: „Damit“, sagte der Trainer des VfL Osnabrück, „bin ich nicht zufrieden.“

Es war nicht der eine Fehler, der zum Elfmeter führte, es waren nicht mehrere vergebene Chancen, es war die Gesamtsituation, die ihn misslich stimmte und eine Serie reißen ließ, und das so unnötig wie nur was. Fünf Spiele hatte der VfL zuvor nicht verloren. Langsam hatten sich die Lila-Weißen wieder an die oberen Tabellenplätze herangepirscht. „Wir haben noch Ziele“, hatte Thioune vor dem Wochenende verkündet. Eines davon ist ein einstelliger Tabellenplatz.

(Weiterlesen: VfL-Trainer Thoiune: Wir haben verdient verloren)

Schwächen im Angriff und der Verteidigung

Gegen Würzburg vergab der VfL in dieser Woche schon die zweite Chance, diesem näher zu kommen. Und das ähnlich leichtfertig wie beim 2:2 gegen Meppen. Zwei Konkurrenten in Schlagdistanz verschafften sich innerhalb weniger Tage beide wieder etwas Luft. Und wieso? Weil der VfL es aktuell nicht schafft, gleichermaßen konzentriert auf beiden Seiten des Feldes zu agieren. „Heute kamen Schwächen im Angriff und der Verteidigung zusammen“, gestand Thioune: „Dann wird es schwer.“

Vor der Partie hatte er eine Dreierkette gewählt, die defensiv zur Fünferkette wurde, ein kompaktes Mittelfeld mit der bewährten Doppelsechs um Tim Danneberg und Rückkehrer Christian Groß, und er hatte seiner Mannschaft eine klare Arbeitsanweisung gegeben: „Zu null spielen“, endlich mal wieder. Das letzte Mal kassierte der VfL kein Tor beim 0:0 gegen den KSC vor einem Monat. Insgesamt aber nur siebenmal blieben die Lila-Weißen in dieser Saison ohne Gegentreffer. Oft fallen die Tore aus Standardsituationen. Wie beim 0:1 in Würzburg.

Auf die Offensive ist Verlass

Auf der linken Abwehrseite will Marc Wachs einen Ball gegen Simon Skarlatidis mit dem Fuß mitnehmen. Es klappt nicht. Der Würzburger dribbelt an Wachs vorbei. Der Osnabrücker stochert ungeschickt nach, Skarlatidis nimmt den Kontakt geschickt auf. „Ich treffe ihn mit der Hüfte, aber ob das ein Elfmeter ist? Ich weiß nicht“, sagte Wachs. Schiedsrichter Marco Fritz wusste es dagegen sofort. Orhan Ademi (28.) verwandelte den Strafstoß, wenn auch erst im Nachschuss, weil Gersbeck erst parierte.

Wieder war die Null dahin. Doch auf eines konnte sich der VfL in den letzten Spielen verlassen: die Offensive. Mit 16 Treffern ist der VfL die zweitbeste Offensive der Rückrunde hinter Wehen Wiesbaden (21).

Álvarez vergibt zwei große Chancen

Auch vorne musste Thioune umstellen, weil Jules Reimerink gelb-gesperrt war. Steffen Tigges rutschte hinter die Spitzen Marcos Álvarez und Marc Heider. Dem Nachwuchsmann merkte man die Nervosität bei seinem dritten Startelfeinsatz in dieser Saison an ebenso wie Heider seine gesundheitlichen Probleme.

Wenn es gefährlich wurde, dann über Álvarez. Zwei große Chancen vergab er in der ersten Halbzeit – bei einer klärte Ex-VfLer Sebastian Neumann auf der Linie. „Von einem Stürmer wie ihm erwarte ich eigentlich, dass er die macht“, sagte Thioune.

„Leichter wird es nicht“

In der 85. Minute hatte der VfL die letzte Chance zum Ausgleich – und das gleich mehrfach. Einen präzisen Schuss aus der Distanz von Konstantin Engel, der sich defensiv zuvor mehrfach in Würzburger Schüsse geworfen und mit dem Kopf geklärt hatte, parierte Patrick Drewes, Wachs’ Nachschuss lenkte er an den Pfosten. Heider zielte zu guter Letzt am Tor vorbei. „Damit hätten wir den Gegner bestraft“, der ebenfalls einige Chancen nicht verwertete, betonte Thioune. Unbedingt verdient wäre es nicht gewesen.

Und so rutschte der VfL auf den 15. Platz. Zur Abstiegszone sind es zwar noch zehn Punkte, doch mit Münster, Magdeburg und Rostock hat der VfL drei amtliche Brocken vor der Brust. „Leichter wird es nicht“, sagte Thioune und betonte: „Wir wissen, wir sind noch nicht durch. Wir wollen so schnell wie möglich 40 Punkte.“ Zu erreichen ist das nur mit konzentrierten Leistungen auf beiden Seiten des Feldes. Sonst liegt die Stirn des Trainers bald wieder in Falten.

(Weiterlesen: VfL Osnabrück: Gersbeck, Alvarez, Engel und Heider angeschlagen)


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