Elfmeter entscheidet Partie Trotz großer Unterstützung: VfL Osnabrück verliert in Würzburg

Von Susanne Fetter und Loris Kriege

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Würzburg. Die Serie ist gerissen: Der VfL Osnabrück hat bei den Kickers Würzburg die erste Niederlage nach zuvor fünf Spielen ohne Pleite kassiert. Mit 0:1 verloren die Lila-Weißen, die von über 1000 Fans nach Unterfranken begleitet wurden, und schaffen es damit nicht, näher an die obere Tabellenhälfte der 3. Fußball-Liga heranzurücken.

So ist die Lage: Mit einem Sieg hätte der VfL bis auf einen Punkt an die Würzburger und damit auch an einen einstelligen Tabellenplatz heranrücken können. „Wenn wir noch auf die obere Tabellenhälfte schielen wollen, dürfen wir gegen die Teams dort nicht verlieren“, hatte VfL-Trainer Daniel Thioune vor der Partie gesagt. Dafür forderte er: „Die Null muss mal stehen.“ Beides hat nicht geklappt. Würzburg ist mit dem Dreier dem VfL wieder auf sieben Punkte enteilt und festigt den Platz im oberen Mittelfeld.

So traten sie an: Beim VfL kehrte Kapitän Christian Groß zurück in die Startelf, Steffen Tigges ersetzte den gelb-gesperrten Jules Reimerink. Auf der Bank blieb im Gegensatz zum Meppen-Spiel am Dienstag (2:2) Ahmet Arslan.

Der VfL begann mit einer Dreierkette in der Abwehr um Susac, Engel und Sama. Die Flügel besetzten Wachs und Renneke. Steffen Tigges spielte zentral hinter den Spitzen Alvarez und Heider.Die Kickers agierten wie immer im 3-5-2-System, das sich defensiv in ein 5-3-2 veränderte - mit dem ehemaligen Osnabrücker Sebastian Neumann als Abwehrchef. Bereits beim ausgefallenen Spiel der Kickers am Dienstag in Jena (Schneefall) hatte es sich angedeutet, dass Trainer Michael Schiele einige Veränderungen vornehmen könnte. Schon dort hatte überraschend bei der Aufstellung Felix Müller gefehlt.

Der 25-Jährige, der die Kickers am Saisonende verlässt, blieb im Heimspiel gegen den VfL auf der Bank und kam erst in der 75. Minute für Skarlatidis. Für ihn kehrte Taffertshofer zurück in die Startelf. Baumann wurde durch Königs ersetzt. (VfL-Trainer Thioune: Wir haben verdient verloren)

So fiel das Tor: Es war ein unglücklicher Rückstand, den der VfL in Würzburg kassierte. Marc Wachs rempelte Simon Skarlatidis auf der rechten Seite innerhalb des Strafraums an. Der Würzburger nahm den Körperkontakt geschickt auf. Der erfahrene Bundesligaschiedsrichter Marco Fritz pfiff einen Elfmeter der Marke, kann man auf jeden Fall geben, muss man vielleicht nicht unbedingt zwingend. Orhan Ademi trat an, Gersbeck hielt, doch im Nachschuss lenkte Ademi den Ball zum 1:0 für die Gastgeber ins Tor.

So lief das Spiel: Die Würzburger machten von Beginn an Druck. Eine Kickers-Flanke (6. Minute) konnten weder Engel noch Susac per Kopf klären. Ademi kam so an den Ball und zog rechts im Strafraum ab. Der Ball ging allerdings vorbei. Nur eine Minute später klärte Sama bevor Ademi diesmal auf der linken Seite erneut an den Ball kam. In der 15. Minute gab es die erste Chance für den VfL: Marcos Alvarez schlug erst über den Ball, im zweiten Versuch traf er dann aber präziser. Drewes lenkte den Ball knapp über das Tor der Kickers. Der VfL kam danach besser in die Partie. Auch, weil die Osnabrücker defensiv kompakter standen. Dennoch geriet der VfL in Rückstand durch einen Foulelfmeter. Ahedmi verwandelte im Nachschuss. Der VfL ließ sich durch das 0:1 nicht beirren und wollte den Rückstand sofort wieder ausgleichen. Beinahe wäre es gelungen. In der 31. Minute flankte Wachs von der linken Seite nach Innen, Renneke nahm den Ball überlupfte Kickers-Keeper Drewes, der aus seinem Tor gekommen war. VfL-Stürmer Alvarez stand in der Mitte relativ frei, schoss den Ball aber den Ex-VfLer Neumann an, der auf der Linie stand. In der 35. Minunte zog Alvarez noch einen Freistoß über das Tor.

Foto: Moritz Frankenberg

In der Pause musste der VfL Osnabrück wechseln. Nach dem Elfmeter war Osnabrücks Torhüter Gersbeck lange am Boden liegen geblieben und musste kurz behandelt werden. In der Halbzeit ging es dann offenbar nicht mehr weiter. Für ihn kam Tim Paterok in die Mannschaft. Beide Teams drückten danach wieder etwas mehr aufs Tempo, nachdem gegen Ende der ersten Halbzeit die Angriffsbemühungen auf beiden Seiten etwas nachgelassen hatten. Renneke zog in der 51. Minunte rechts im Strafraum ab, aber Wagner blockte den Schuss. Nach einem Freistoß für Würzburg – Sama hatte vorher nach einem Foul gelb gesehen – kbrachte Göbel den Ball weit in den Strafraum der Osnabrücker. Drei Meter vor dem Tor nahm Schuppan den Ball direkt, Paterok brachte allerdings eine Hand dazwischen und lenkte ihn am Tor vorbei. In der 62. Minute klärte Renneke eine Flanke etwas fahrlässig und legte Wagner den Ball kurz hinter der Strafraumgrenze vor. Seinen Schuss wehrte Engel ab. Kurz darauf kam Würzburg beinahe zum 2:0. Skarlatidis stand frei in der Strafraummitte und bekam den Ball passgenau serviert. Der Würzburger zögerte leicht, in den ersten Schuss warf sich Engel, den zweiten hielt Paterok stark, ein Nachschuss von Nikolaou ging vorbei. Nach der Einwechslung von Utku Sen in der 70. Minute warf der VfL noch einmal alles nach vorne und spielte mit Sen, Alvarez, Heider und Tigges in vorderster Front. Die Dreierkette bildeten nun Renneke, Susac und Engel. Groß ließ sich immer wieder mit zurück fallen. In der 77. Minute ging ein Kopfballaufsetzer von Neumann nach einer Ecke über die Latte. Würzburg war dem 2:0 nun eindeutig näher als der VfL dem Ausgleich. Eine Minute später lenkte Paterok einen guten Distanzschuss von Göbel stark zur Seite. Ademi hätte noch eine Chance haben können (78.), schlug aber völlig frei an der Strafraumgrenze über den Ball, so dass ein lauter Aufschrei durch das Dallenbergstadion schallte. In der 85. Minute hatte der VfL dann doch die Chance zum Ausgleich – und das gleich mehrfach. Einen präzisen Schuss aus der Distanz von Konstantin Engel parierte Drewes zur Seite, dort stand Wachs, dessen Nachschuss Drewes an den Pfosten lenkte. Heider hatte dann die dritte Möglichkeit, schoss aber am Tor vorbei.

Weiterlesen: Der Liveticker vom Spiel zum Nachlesen >>

So war die Stimmung: Über 1000 Fans reisten mit dem Sonderzug an und hüllten die Gästekurve des Dallenbergstadions komplett in Lila-Weiß. Wie von Torhüter Marius Gersbeck erhofft, sorgten die Anhänger fast die gesamte Partie über für eine Heimspielatmosphäre – und das nach den Vorfällen vom Dienstag diesmal ohne Pyrotechnnik. Auch auf der Anreise verlief alles friedlich.

Besonderes: Beim Elfmeter prallte ein Würzburger leicht gegen Osnabrücks Torhüter Marius Gersbeck, der bereits nach dem Derby gegen Meppen eine kurze Trainingspause einlegen musste, weil es leicht „zwickte“. Diesmal zwickte es offenbar etwas stärker. Gersbeck konnte sich nur noch schwer abrollen und musste zur Halbzeit in der Kabine bleiben. Für ihn kam Tim Paterok, der sein Drittliga-Debüt für die Osnabrücker gab.

So geht‘s weiter: Am kommenden Sonntag steht schon wieder das nächste Derby an. Der SC Preußen Münster ist ab 14 Uhr zu Gast an der Bremer Brücke. Eine Woche später müssen die Lila-Weißen auswärts beim SC Magdeburg ran.


29. Spieltag: FC Würzburger Kickers – VfL Osnabrück 1:0 (1:0)

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck (45. 1 Paterok) – 17 Susac, 5 Engel, 37 Sama (70. 8 Sen) , 7 Renneke, 10 Groß, 13 Danneberg (82. 14 Arslan), 16 Wachs – 19 St. Tigges – 20 Heider, 11 Álvarez.

Reserve: 2 Ruschmeier, 4 Appiah, 18 Kristo, 29 Krasniqi.

Es fehlen: Reimerink (Gelbsperre), Klaas (im Lauftraining), Iyoha (Aufbau nach Sprunggelenksverletzung), Dercho (Reha, OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Bickel (im Aufbau), Leon Tigges, Zorba, Möller, Breulmann, Falkenberg (nicht im Kader)

Würzburger Kickers: 21 Drewes – 2 Ahlschwede, 29 Neumann, 27 Schuppan – 4 Nikolaou, 8 Taffertshofer – 18 Skarlatidis (75. 7 Müller), 31 Göbel, 4 Wagner – 10 Königs, 19 Ademi (84. 22 Kaufmann).

Tor: 1:0 Ademi (Nachschuss nach eigenem Foulelfmeter)

Gelb: Taffertshofer, Ahlschwede/Sama, Wachs

Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb).

Zuschauer: 5545, davon über 1000 aus Osnabrück.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN