„Das war ein großer Rückschlag“ Enttäuschte VfL-Profis, erzürnter VfL-Geschäftsführer

Von Stefan Alberti und Johannes Kapitza

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Enttäuschung wie nach einer Niederlage: die VfL-Profis Ahmet Arslan, Adam Sušac und Stephen Sama. Foto: FlohreEnttäuschung wie nach einer Niederlage: die VfL-Profis Ahmet Arslan, Adam Sušac und Stephen Sama. Foto: Flohre

Osnabrück. Eigentlich hatte das Duell zwischen dem VfL Osnabrück und dem SV Meppen viele Zutaten, die man sich als Zuschauer für ein packendes Fußball-Derby wünscht. Allerdings war die Stimmung bei den Lila-Weißen gedämpft: durch den späten 2:2-Ausgleich und das Fehlverhalten einiger Osnabrücker Ultras.

Doch schauen wir zunächst auf die schönen Seiten des Abends, an dem die Fans beider Mannschaften eine 90-minütige Achterbahnfahrt der Gefühle hinter sich bringen mussten. Mag sein, dass dieses Remis unterm Strich gerecht sei, „für mich fühlt sich das Resultat aber wie eine Niederlage an“, meinte VfL-Innenverteidiger Stephen Sama. „Das erste Gegentor fällt zu einem unmöglichen Zeitpunkt. Den zweiten Gegentreffer müssen wir einfach zusammen als Mannschaft besser verteidigen. Schade, dass wir unseren Fans nicht drei Punkte geschenkt haben.“

„Ein Dreckstor“

Jules Reimerink, Schütze des zwischenzeitlichen 2:1 für den VfL, musste sich ebenfalls für ein Lächeln auf den Lippen quälen: „Die ersten 15 bis 20 Minuten waren wir richtig gut. Da können wir schon 2:0 oder 3:0 führen. Und dann macht Meppen so ein Dreckstor.“ Der Niederländer zeigte aber auch Respekt vor der Leistung der Emsländer: „Die haben richtig gute Kicker in der Mannschaft. Beide Teams haben für ein geiles Spiel gesorgt. Aber nach dem 2:1 hätten wir das Ding nach Hause bringen müssen.“

13000 Zuschauer waren eine „beeindruckende Kulisse“, befand VfL-Sportdirektor Benjamin Schmedes. Leider fielen Teile dieser Kulisse negativ aus der Reihe. Im Meppener Block, noch mehr aber in der Osnabrücker Ostkurve wurde Pyrotechnik gezündet, außerhalb des Stadions wurden Raketen abgeschossen. „Das hatten wir noch nie. Das war ganz klar eine inszenierte Aktion der Osnabrücker Ultras“, sagte Polizei-Einsatzleiter Alexander Meyer. Nach dem Spiel sei ein Beamter bei einem Handgemenge mit Ultras des VfL verletzt worden, nach Behandlung im Krankenhaus aber inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung. Ebenfalls nach dem Abpfiff seien zum Teil 30 bis 40 Mann starke Gruppen durch die Stadt gezogen, um Meppener anzugreifen und abzuziehen. Meyer: „So etwas kennen wir sonst aus Rostock oder Dresden.“

„Videomaterial erhalten“

VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend schüttelte am Tag danach immer noch fassungslos den Kopf: „Ich bin nach wie vor stinksauer. Das war ein großer Rückschlag. Wir dachten, dass wir nach den vielen Gesprächen mit der Fanszene schon weiter sind. Nicht nur die Arbeit unseres Fanbeauftragten wird mit den Füßen getreten.“ In Zusammenarbeit mit der Polizei und der Feuerwehr werde der VfL alles versuchen, um die Täter zu ermitteln. „Immerhin hat es ja auch in der Ostkurve lautstarke Bekundungen gegen die Zündeleien gegeben. Wir haben Videomaterial und Mails erhalten, die uns bei der Ermittlung helfen könnten. Wir werden hier eng mit den Behörden zusammenarbeiten.“ Ein Blick in die Kommentarspalten einiger Internetforen zeigt ebenfalls, dass das Verhalten der Ultras immer mehr auf Ablehnung stößt.

Wehlend-Appell

Am Samstag rollt der von den Ultras organisierte Sonderzug mit 1000 Anhängern nach Würzburg. Wehlend: „Wir halten unsere Zusage und schicken 20 vereinseigene Ordner mit.“ Dass das Erlebnis „Sonderzug“ durch weitere unschöne Aktionen getrübt werden könnte, „ist nicht auszuschließen, da kann ich nur an die Vernunft appellieren“. Eine Woche später steht das Derby gegen Preußen Münster an. Hier liefen schon seit längerer Zeit Gespräche wegen einer geplanten größeren Choreografie. Vor dem Hintergrund der Ereignisse im Meppen-Spiel falle es ihm jedoch schwer, in dieses Thema immer noch Zeit und Geduld zu investieren. „Letztlich kann es aber nur über den weiteren Dialog gehen“, sagte Wehlend.


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