VfL Osnabrück: Rückstand aufgeholt, Führung verspielt VfL-Trainer Daniel Thioune kritisiert: Da muss man alles reinhauen

Von Stefan Alberti, Susanne Fetter und Johannes Kapitza

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Osnabrück. Einen Rückstand aufgeholt, aber auch eine Führung verspielt: Beim VfL Osnabrück überwog nach dem 2:2 gegen den SV Meppen das Gefühl, die Revanche für die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel verpasst zu haben.

„Es hat Spaß gemacht“, fand Meppens Trainer Christian Neidhart. Sein Osnabrücker Gegenüber Daniel Thioune mochte die Freude nicht teilen. Der Auftritt seines Teams war okay, aber das Ergebnis stimmte nicht.

Der VfL hatte drückend überlegen begonnen. Meppens Keeper Eric Domaschke musste Jules Reimerinks Direktschuss (2.) und Ahmet Arslans Schlenzer (10.) mit Glanzparaden entschärfen. Bashkim Renneke traf das Außennetz (6.), SVM-Verteidiger Jovan Vidovic lenkte eine scharf getretene Ecke knapp über das eigene Tor (12.). Gerade mal zwölf Minuten waren gespielt, da stand es 6:0 nach Ecken.

„Wir haben brutal nach vorne gespielt und den Gegner eingeschnürt“, sagte Thioune, sah aber auch ein großes Manko: „Was fehlte, war das Tor.“ Das machten die Meppener mit ihrer ersten Offensivaktion. Thilo Leugers brachte einen Freistoß in den Strafraum, den der VfL nicht klärte. Den ersten Schuss aus kurzer Distanz wehrte VfL-Torwart Marius Gersbeck noch mit einer starken Reaktion ab, aber Marius Kleinsorge kam zum Nachschuss und Torjäger Benjamin Girth bewies seine Qualität: Mit der Hacke gab er dem Ball einen Impuls gegen Gersbecks Laufrichtung ins Tor – 0:1 (14.).

Das Tor traf den VfL, der sich in der Folge schwer tat. Es half nur wenig, dass mit Konstantin Engel (für den gelbgesperrten Christian Groß) nur ein echter Sechser für Absicherung vor der Abwehr sorgte und Ahmet Arslan (für den verletzten Iyoha) und Tim Danneberg mehr Freiheiten im offensiven Mittelfeld hatten. Das Kombinationsspiel mit Überraschungsmomenten, das den VfL in den letzten Wochen stark gemacht hatte, lief nicht zusammen. Meppen sammelte mit jedem gewonnenen Zweikampf mehr Selbstvertrauen.

Arslans gedankenschneller Moment und ein langer Ball brachten Marc Heider in Position, der von Markus Ballmert intensiv bearbeitet wurde. Für einen Elfmeter war der kurze Klammergriff des Meppeners zu wenig. Heiders Abschluss ging knapp am Pfosten vorbei (32.). Auch von Meppen war offensiv wenig zu sehen – bis kurz vor der Pause. Marius Kleinsorge und Benjamin Girth kombinierten sich über den rechten Flügel, Girth traf den Pfosten (43.).

Der VfL kam entschlossen aus der Kabine. Engel köpfte nach einem Freistoß an den Pfosten (50.). Ein Standard führte auch zum Ausgleich. In einer Phase, in der das 1:1 nicht zwingend in der Luft lag, brachte Marcos Álvarez einen Freistoß auf den langen Pfosten: Kapitän Marc Heider stieg am Fünfmeterraum energisch hoch und köpfte unbedrängt zum 1:1 ein. Und der VfL hatte noch nicht genug: Nach einem Ballgewinn wurde Tim Danneberg ausgebremst. Steffen Tigges nahm den Ball auf, bediente den mitgelaufenen Reimerink auf dem rechten Flügel und der Niederländer vollstreckte aus spitzem Winkel – auch dank der Hilfe von SVM-Keeper Domaschke, der die kurze Ecke sträflich offen ließ (73.).

Es sah nach einem Wendesieg aus, nach einem dieser magischen Flutlichtabende an der Bremer Brücke. Das Gros der 13000 Zuschauer war in bester Stimmung – aber die erhielt noch einen Dämpfer: Ein Einwurf war Ausgangspunkt für das 2:2. Der VfL klärte wieder nicht konsequent, Ballmert kam zur Flanke und Marcel Gebers köpfte ein (81.). „Da muss ich meiner Mannschaft einen Vorwurf machen: In so einem Derby vor diesem Publikum und mit Blick auf das Hinspiel muss man dann alles reinhauen“, sagte Thioune. Weil der VfL die Ordnung verlor, nahm Meppen „glücklich, aber nicht unverdient“ einen Punkt mit, wie der VfL-Coach einräumte.

Am Samstag in Würzburg muss der VfL ohne Reimerink (Gelbsperre) auskommen. Die Serie von fünf Spielen ohne Niederlage soll in Franken ausgebaut werden, damit die Stimmung vor dem nächsten Heimspiel wieder steigt: Auch mit Münster hat der VfL noch eine Derbyrechnung offen.


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