13000 Zuschauer sehen packendes Derby VfL Osnabrück und SV Meppen trennen sich 2:2

Von Johannes Kapitza, Susanne Fetter, Stefan Alberti, Dieter Kremer und Uli Mentrup

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Ein umkämpftes Duell lieferten sich der VfL Osnabrück und der SV Meppen, rechts das Duell zwischen Stephen Sama und Marius Kleinsorge, beobachtet von Adam Susac und Benjamin Girth und Marc Wachs (von links). Foto: ScholzEin umkämpftes Duell lieferten sich der VfL Osnabrück und der SV Meppen, rechts das Duell zwischen Stephen Sama und Marius Kleinsorge, beobachtet von Adam Susac und Benjamin Girth und Marc Wachs (von links). Foto: Scholz 

Osnabrück. Gerechtes Unentschieden in einem Spiel mit vielen Wendungen: Der VfL Osnabrück und der SV Meppen haben sich am 28. Spieltag der 3. Fußball-Liga 2:2 (0:1) getrennt. Nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel führten die Emsländer auch zur Pause in Osnabrück, mussten nach der Pause innerhalb weniger Minuten den Ausgleich und das 1:2 hinnehmen, aber glichen in der Schlussphase noch zum 2:2 aus.

So ist die Lage: Der VfL baut seine Serien aus, ist seit fünf Spielen in Folge (und acht Heimspielen in Serie) ohne Niederlage. Der SVM darf das Remis in Osnabrück nach sechs Spielen mit Höhen und Tiefen (zwei Siege, zwei Niederlagen, zwei Unentschieden) als Erfolg sehen. Jeweils ein Punkt ließ beide Teams in der Tabelle nicht weit klettern – und am Mittwoch folgt ja auch noch der zweite Teil des 28. Spieltags.

So traten sie an: Beim VfL setzte Trainer Daniel Thioune auf der Sechserposition auf Konstantin Engel für den gelbgesperrten Christian Groß – als einzige Absicherung vor der Viererkette. Den verletzten Emmanuel Iyoha ersetzte Ahmet Arslan. Er übernahm den offensiveren Part im zentralen Mittelfeld zwischen den Flügelspielern Jules Reimerink (rechts) und Marc Heider (links)Davor stürmte Tim Danneberg an der Seite von Marcos Álvarez im 4-1-3-2-System. Beim SVM nahm Trainer Christian Neidhart im gewohnten 4-2-3-1 nur eine Änderung im Vergleich zum letzten Spiel in Aalen vor: Der erfahrenere David Vrzogic erhielt den Vorzug als Linksverteidiger vor Fabian Senninger.

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So fielen die Tore: Mit der ersten offensiven Aktion ging Meppen in Führung: Thilo Leugers brachte einen Freistoß von links, den der VfL nicht klärte. Den Schuss von Marcel Gebers aus kurzer Distanz wehrte VfL-Torwart Marius Gersbeck noch mit einer starken Reaktion ab, aber Marius Kleinsorge kam aus 16 Metern zum Nachschuss. Torjäger Benjamin Girth gab dem Ball mit der Hacke einen Impuls und lenkte ihn flach an Gersbeck vorbei ins lange Eck – 0:1 (14.).

Nach einem Foul von Martin Wagner an Konstantin Engel auf dem rechten Flügel brachte Álvarez den Freistoß auf den langen Pfosten. Am Fünfmeterraum stieg Heider hoch und köpfte den Ball mit Wucht unbedrängt ins lange Eck – 1:1 (69.). Und der VfL hatte noch nicht genug: Danneberg setzte nach, holte sich den Ball und wurde gebremst. Steffen Tigges nahm den Ball auf, bediente den mitgelaufenen Reimerink auf dem rechten Flügel und der Niederländer vollstreckte aus spitzem Winkel – auch dank Hilfe von SVM-Keeper Domaschke, der die kurze Ecke sträflich offen ließ – 2:1 (73.).

Einen langen Einwurf auf Höhe des Sechszehnmeterraums konnte der VfL nicht aus der Gefahrenzone bringen. Ballmert kam zur Flanke, Gebers verlängerte mit dem Kopf ins lange Eck – 2:2 (81.)

So lief das Spiel: Der VfL begann drückend überlegen: Jules Reimerinks Direktschuss zwang Eric Domaschke zur ersten Parade (2.). Bashkim Renneke traf von halbrechts das Außennetz (6.). Domaschke tauchte ab, um einen Schlenzer von Arslan zur Ecke zu klären (10.). SVM-Verteidiger Jovan Vidovic lenkte eine scharf getretene Ecke über die eigene Latte (12.). 6:0 stand es nach Ecken – Osnabrück hätte längst führen müssen, als Meppen in Führung ging. Die Gäste behielten ihre eher defensive Ausrichtung, lauerten aber auf Möglichkeiten zum Gegenangriff und arbeiteten sich mit jedem gewonnenen Zweikampf besser in die Partie. Der VfL brauchte ein bisschen, kam dann aber über die Flügel zurück. Ein Zuspiel mit Auge von Arslan landete bei Marc Heider, der von Markus Ballmert beim Abschluss intensiv bearbeitet wurde. Trotz Ballmerts kurzem Klammergriff wäre ein Elfmeterpfiff überzogen gewesen. Heider kam immerhin noch zum Schuss, knapp am linken Pfosten vorbei (32.). Die Gäste kamen erst nach längerer Pause zum zweiten Abschluss: Durch den Schuss von Nico Granatowski deutlich über das Tor (40.). Trotz Spielanteilen zugunsten des VfL hatte Meppen noch vor der Pause das 2:0 auf dem Fuß: Kleinsorge und Girth kombinierten sich über rechts nach vorne, Kleinsorge legte auf, Girth zog ab und traf den Pfosten (43.).

Weiterlesen: Marcel Gebers: „Habe einfach die Birne hingehalten“ >>

In der zweiten Halbzeit glich der VfL früh nach Aluminiumtreffern aus: Nach Álvarez‘ Freistoß von rechts köpfte Engel aus sieben Metern an den rechten Pfosten (50.). Meppen konterte zielsicher: Mike Bähres Schuss von der Strafraumkante klärte der VfL zur Ecke, die aber nichts einbrachte (53.). Osnabrücks Angriffe waren indes zu leicht auszurechnen und zu ungenau. So fiel es den Meppenern nicht sonderlich schwer, die Pässe abzufangen. Nach einer knappen Stunde und einem Foul an Marc Wachs kam es zu einer kurzen Rudelbildung, die sich allerdings schnell auflöste. Giftiger wurde der VfL im Angriff zunächst nicht. Erst Reimerinks Heber nach Álvarez‘ Seitenwechsel war die nächste Chance, aber der Ball landete hinter dem Tor (67.). Der Ausgleich lag nicht zwingend in der Luft, aber er fiel doch, und Osnabrück legte mit einem Doppelschlag zur Führung nach. Heider hatte nach einem langen Ball von Reimerink am langen Pfosten die Vorentscheidung auf dem Fuß, aber Domaschke hielt glänzend. So kam Meppen mit dem 2:2 zurück. Osnabrücks Steffen Tigges schoss noch über den linken Torwinkel (84.). Für Meppen zielte Leugers aus der Distanz drüber (90.). In der Nachspielzeit machte der VfL noch mal mehr Druck, erzwang den Sieg aber nicht mehr. Die Abwehr der Emsländer hielt stand. So blieb es beim verdienten Remis.

So war die Stimmung: Derbystimmung kam schon auf, als die Mannschaften zum Aufwärmen auf den Platz kamen – von den eigenen Fans gab es Sprechchöre und Applaus, vom gegnerischen Anhang Pfiffe und Schmähgesänge. In beiden Fanblöcken brannten Chaoten vor dem Anpfiff Pyrotechnik ab. Danach war die Stimmung der 13.000 Zuschauer (darunter rund 3000 Meppener) 90 Minuten lang derbywürdig – abgesehen von weiterer sinnloser Pyrotechnik im Osnabrücker Block nach dem Ausgleich. (Weiterlesen: Osnabrücker Ultras zündeln und jagen Meppener Fans)

Besonderes: Bei der Seitenwahl überließ Meppen entgegen den Gepflogenheiten dem VfL nicht die Spielrichtung. So mussten beide Teams in der der ersten Halbzeit mit den gegnerischen Fans im Rücken spielen.

So geht‘s weiter: Der VfL reist am Samstag (14 Uhr) zu den Würzburger Kickers. Jules Reimerink ist dann wegen seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Begleitet werden die Lila-Weißen von mehr als 1000 Fans. Ein Sonderzug der „Violet Crew“ ist seit geraumer Zeit ausgebucht. In Würzburg soll die Osnabrücker Stimmungskurve wieder deutlicher nach oben zeigen, damit das folgende Heimspiel gegen Münster (18. März, 14 Uhr) wieder zu einem stimmungsvollen Derbytag werden kann. Der SVM empfängt am Samstag (14 Uhr) erst einmal die Spvg. Unterhaching zum Aufsteigerduell. Dann werden Thilo Leugers (zehnte Gelbe Karte) und Marius Kleinsorge (fünfte Gelbe Karte) fehlen. Es folgen vier harte Prüfungen am Stück in Karlsruhe, gegen Wiesbaden, gegen Paderborn und in Köln. In der Schlussphase der Saison geht es aber auch noch gegen fünf Teams aus dem Tabellenkeller.


28. Spieltag: VfL Osnabrück – SV Meppen 2:2 (0:1)

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 7 Renneke, 17 Susac, 37 Sama, 16 Wachs - 5 Engel – 14 Arslan (71. 19 St. Tigges), 13 Danneberg – 15 Reimerink, 11 Álvarez (85. 8 Sen), 20 Heider.

Reserve: 1 Paterok (Tor), 2 Ruschmeier, 4 Appiah, 27 Falkenberg, 29 Krasniqi.

Es fehlen: Groß (Gelbsperre), Klaas (im Lauftraining), Dercho (Reha/OP am Sprunggelenk), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Bickel (im Aufbau), Leon Tigges, Ruschmeier, Zorba, Möller, Breulmann, Kristo (nicht im Kader).

SV Meppen: 32 Domaschke – 15 Ballmert, 31 Gebers, 5 Vidovic, 27 Vrzogic (66. 37 Senninger) – 29 Bähre, 8 Leugers – 20 Kleinsorge (71. 22 Puttkammer), 10 Wagner, 9 Granatowski (75. 17 Kremer) – 30 Girth.

Tore: 0:1 Girth (14., Vorarbeit Kleinsorge), 1:1 Heider (69., Kopfball nach einem Freistoß von Álvarez), 2:1 Reimerink (73., Rechtsschuss nach Vorarbeit von Tigges), 2:2 Gebers (81., Kopfball, Pass von Ballmert).

Gelb: 44. Reimerink (5. Verwarnung, gegen Würzburg gesperrt), 82. Engel (4.)/20. Leugers, 60. Kleinsorge.

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Frankfurt).

Zuschauer: 13 000, davon 3000 aus Meppen.

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