Rotsünder Thioune Als der VfL Osnabrück im Herbst 1999 Meppen mit 3:0 abfertigte

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Gefeiert: Markus Wulftange auf den Schultern des damaligen VfL-Torjägers Jacek Janiak. Foto: KemmeGefeiert: Markus Wulftange auf den Schultern des damaligen VfL-Torjägers Jacek Janiak. Foto: Kemme

Osnabrück. „VfL erwärmt die Herzen am ersten Herbstabend“, titelte diese Zeitung am Tag nach dem 3:0-Erfolg des VfL Osnabrück am 17. September 1999 gegen den SV Meppen.

Mit diesem Sieg gegen die Emsländer verteidigte der VfL – zu der Zeit noch unter Coach Wolfgang Sidka – die Tabellenführung in der damaligen Regionalliga Nord. Eine denkwürdige Saison, die nach den ebenso denkwürdigen Aufstiegsspielen gegen Union Berlin mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga endete. Und natürlich ein geschichtsträchtiges Spiel gegen die Meppener, weil es bis zum 6. März 2018 das letzte Punktspiel des VfL gegen den SVM an der Bremer Brücke war. (Weiterlesen: Das sagen Thioune und Neidhart vor dem Derby am Dienstag)

„Versuch ist strafbar“

Der heutige Trainer des VfL durfte im Herbst 1999 gegen Meppen nicht auflaufen. Daniel Thioune war eine Woche zuvor beim 1:3 in Lüneburg vom Platz geflogen. Eine kuriose Rote Karte, denn Thioune hatte sich zu einem unüberlegten Einsatz gegen Patrick Owomoyela hinreißen lassen. „Shaggy“ war seinerzeit noch in Diensten des Lüneburger SK, ehe er 2001 zum VfL wechselte. Doch weiter zur unüberlegten Handlung von Thioune: Der VfL-Stürmer wollte von hinten an den Ball kommen, traf jedoch weder das Leder noch Owomoyela. „Auch der Versuch ist strafbar, Rot ist hier zu vertreten“, meinte Schiedsrichter Gunnar Demuth. (Weiterlesen: Horst Ehrmantraut im Interview: „Ich denke noch oft an Meppen“)

Wulftange gefeiert

Da halfen auch die beschwichtigenden Worte des vermeintlichen Opfers nicht. Thioune musste den Platz verlassen – und saß eine Woche später gegen Meppen als Zuschauer auf der Bank. Allerdings nicht lange: Als Schiedsrichter-Assistent Torsten Rischbode den gesperrten VfL-Angreifer auf der Reservebank sah, wurde Thioune von Referee Peter Gagelmann auf die Tribüne verbannt. Von oben sah Thioune einen auftrumpfenden VfL, der vor 16000 Zuschauern im fast ausverkauften Stadion durch Tore von Jacek Janiak, Michael Müller und Christian Claaßen mit 3:0 gewann. „Bad Boy“ für die Meppener Fans war übrigens Guido Spork, der zu Saisonbeginn von Meppen nach Osnabrück gewechselt war. „Susi“ hatte sich vor dem Spiel im Vorwort der Stadionzeitung noch bei den VfL-Fans entschuldigt: „Wie Ihr alle wisst, gab es beim letzten Aufeinandertreffen eine unschöne Geste meinerseits gegenüber der Ostkurve.“ Die VfL-Anhänger nahmen die Entschuldigung an. (Weiterlesen: Als Wollitz sein Traumtor ahnte)

Und noch etwas: Nach dem Abpfiff wurden nicht die Torschützen auf Schultern getragen, sondern Markus Wulftange, der wenige Tage später den VfL in Richtung seiner Wahlheimat Leipzig verließ.


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