Späte Tore durch Heider und Iyoha VfL Osnabrück baut Erfolgsserie und Heimbilanz aus

Von Harald Pistorius und Stefan Alberti


Osnabrück. Der Abstand zur Abstiegszone wächst, die Erfolgsserie auch. Zehn Punkte hat der VfL Osnabrück aus den letzten vier Spielen in der 3. Liga geholt, an der Bremer Brücke hat das Team von Trainer Daniel Thioune seit Mitte Oktober nicht verloren. So soll es weitergehen, sagt der junge Coach nach dem 2:1 gegen die SG Großaspach: „Wir wollen noch viele Punkte holen.“

Vor drei Wochen, nach dem 0:1 in Halle, war der VfL ein Abstiegskandidat. Jetzt darf die Mannschaft daran denken, in die obere Tabellenhälfte zu klettern – vielleicht sollte sie sich das sogar als Ziel setzen, denn ein bisschen Druck verträgt sie offenbar. Ab Platz acht würden dann auch Punktprämien fällig, unterhalb dieses Ranges zahlt der VfL diese Boni nicht.

Die Einstellung stimmt

Die Motivation dämpft das nicht, und das ist ein Kompliment für diese Mannschaft, die in dieser Saison schon durchgeschüttelt worden ist. Einstellung und Willenskraft sind ausgeprägt, dazu hat sich das Team unter Thioune entwickelt: Der VfL spielt mutiger, schneller und variabler. Vor allem an der Bremer Brücke entfaltet das Team seine Möglichkeiten. ( Weiterlesen: Trainerstimmen zum Spiel)

Am Samstag hatte der VfL es mit einem extrem defensiven Gegner zu tun. Obwohl die Aspacher spielerisches Potenzial haben und nicht unter Abstiegsangst leiden, war die Mannschaft auf Verteidigung programmiert. Ein Fünfer-Abwehrriegel, davor eine Vierer-Mittelfeldreihe, die erst zehn Meter hinter der Mittellinie attackierte – die Gäste verrammelten sich und waren damit über eine Stunde lang erfolgreich.

Heider schießt das 1:0

Dann aber knackte der VfL den Sperrgürtel, weil die Mannschaft das Tempo erhöhte, die Flügel besser bespielte und im Passspiel druckvoller wurde. Heider drosch den Ball nach einem abgeblockten Reimerink-Schuss unter die Latte (64.), sein sechstes Saisontor öffnete das Spiel für den VfL, der geduldig agiert hatte, ohne sich dabei einlullen zu lassen.

Das hätte der VfL eher haben können, doch Reimerink traf den Ball nicht richtig nach einem schönen Anspiel von Danneberg (36.). Ein Querpass auf den mitgelaufenen Heider wäre die bessere Wahl gewesen – oder doch nicht? Denn kurz vor seinem Treffer hatte der in seiner Einsatzfreude vorbildliche Stürmer eine Riesenchance ausgelassen: Nach einem abgewehrten Kopfball von Danneberg traf Heider aus Nahdistanz den Pfosten (58.). ( Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen)

Iyoha mit dem zweiten Tor

Da rechnete schon mancher der 6466 Zuschauer mit einem 0:0, doch die Elf auf dem Rasen glaubte an ihre Chance und an ihre Stärke. Dem ersten folgte der zweite Treffer, erzielt von Iyoha, der sich für eine couragierte Vorstellung auf der Position im Zentrum hinter der Spitze mit seinem zweiten Saisontor belohnte (78.). ( Weiterlesen: Iyoha und sein wichtiger Treffer)

Thioune kritisierte zu Recht, dass sein Team die Chancen zum 3:0 ausließ, sich auf Einzelaktionen einließ und nachlässig wurde. So kamen die Aspacher durch Sané zum Anschlusstreffer (88.). Zwar überstand der VfL die letzten Minuten clever, doch eigentlich hätte sich die Mannschaft diese Phase ersparen müssen.

Gute Voraussetzungen für die kommenden Derbys

Der VfL – diesmal im 4-2-3-1 – hatte keinen schwachen Punkt und einige Aktivposten: Sama, der mit seiner Robustheit und Klarheit einen Spielertyp verkörpert, den der VfL vorher nicht im Kader hatte. Oder Wachs, der nicht weit entfernt war von einem Dercho in Hochform. Oder Groß und Danneberg, die sich als Sechser-Duo gefunden haben. Und Thioune hat Alternativen in der Hinterhand, weil er offenbar allen Reservisten das Gefühl gibt, jederzeit ins Team zurückkehren zu können. Keine schlechten Voraussetzungen für die nächsten fünf Wochen mit den Heimderbys gegen Meppen und Münster, den Duellen mit den Spitzenteams aus Rostock und Magdeburg – und dem NFV-Pokal-Halbfinale am 3. April bei der Spielvereinigung Drochtersen-Assel.