„Wir müssen noch was tun“ Zu Gast beim VfL Osnabrück: Großaspach ist nur ein Hecht im Karpfenteich

Von Uwe Flegel

Umworbener Großaspach-Angreifer: Joseph-Claude Gyau (links), hier im Zweikampf mit Osnabrücks Jules Reimerink. Foto: imago/RudelUmworbener Großaspach-Angreifer: Joseph-Claude Gyau (links), hier im Zweikampf mit Osnabrücks Jules Reimerink. Foto: imago/Rudel 

Aspach. Vier Spiele, zwei Unentschieden, kein Sieg: Für die SG Sonnenhof Großaspach läuft es in der 3. Fußball-Liga nach der Winterpause noch nicht wirklich rund. Vor dem Spiel beim VfL Osnabrück (Samstag, 24. Februar, 14 Uhr) bricht bei den Schwaben deshalb aber keine Panik aus.

Zwar purzelte der selbsternannte Dorfklub aus dem ersten Tabellendrittel heraus, doch als Elfter und mit 33 Punkten hat die SG Sonnenhof elf Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Das reicht dem Verein, der mit nur drei Millionen Euro für den gesamten Verein den wohl geringsten Etat der Liga verzeichnet.

Zweikampfstark

Auch deshalb geben sich die Fußballer aus dem Fautenhau genügsam und genießen ihre Rolle als Hecht im Karpfenteich. Nicht umsonst betont Präsident Werner Benignus immer wieder: „Für unseren Verein ist es eine Ehre, sich nun schon seit vier Jahren mit so großen Vereinen messen zu können.“ Zum Klub der Promis zählt Benignus auch den VfL Osnabrück. Auf dem Platz gibt es eine solche vornehme Zurückhaltung nicht. Kompakt, zweikampfstark und dank gutem Umschaltspiel sind die Schwaben trotz der augenblicklichen sportlichen Dürre auf dem besten Weg, sich eine fünfte Saison im Profifußball zu sichern. Weiterlesen: Osnabrücker Engel und Renneke angeschlagen

Mehr muss es zumindest offiziell gar nicht sein. Gut mithalten, nicht absteigen und immer mal wieder die Großen ärgern. Vielleicht ist auch das der Grund, weshalb die SG trotz ihrer guten Arbeit alles andere als ein Zuschauermagnet ist. Mit der Rolle, ein Weiterbildungsverein zu sein, gewinnt man Sympathien, aber offensichtlich keine Heerscharen an Fans.

Leist und Röttger gesperrt

Trainer Sascha Hildmann muss hin und wieder vor Selbstzufriedenheit warnen. Wie vor dem vergangenen Heimspiel gegen Jena. Da stellte er klar, dass der Nichtabstieg noch nicht in trockenen Tüchern sei. „Mit 32 Punkten steigst du ab.“ Mittlerweile sind es 33. Auch die reichen noch nicht. Hildmann: „Wir müssen noch was tun.“ In Osnabrück allerdings ohne die Routiniers Julian Leist und Timo Röttger. Der Abwehr-Organisator und der Stürmer sind gesperrt.

Am Ende der Saison gilt es für die SG dann einmal mehr, den Abgang eines Leistungsträgers zu verkraften. Kapitän Daniel Hägele macht sich nach siebeneinhalb Jahren im Fautenhau auf zu neuen Ufern. Wo die liegen, weiß noch keiner. Sicher ist, dass Aspach eine Stütze wegbricht. Wie schon in den Jahren zuvor mit Michele Rizzi und Tobias Rühle (Preußen Münster), wie Bashkim Renneke (VfL Osnabrück), wie Manfred Osei Kwadwo, Max Dittgen, Lucas Röser oder Tobias Schröck, die Großaspach als Sprungbrett nach oben nutzten. Und auch Trainer wie Markus Gisdol, Alexander Zorniger, Thomas Letsch und Rüdiger Rehm waren in jungen Jahren erst im Fautenhau, ehe sie den Schritt in die Bundesligen wagten.

Gyau in die 2. Liga?

Auch derzeit hat die SG Sonnenhof einen Spieler, der im Sommer wohl in den Fahrstuhl nach oben steigt: Joseph-Claude Gyau. Der pfeilschnelle und wuchtige Angreifer hat Anfragen aus der 2. Bundesliga. Nach fast zweijähriger Verletzung wegen einer Knieverletzung hat der 25-jährige US-Amerikaner in Aspach den Weg vom Abstellgleis zurück in die richtige Spur geschafft. Sein Abgang wäre ein weiterer herber Verlust. Deshalb bleibt die SG gut beraten, weiterhin mit der Rolle als Hecht im Karpfenteich zufrieden zu sein.