„Einvernehmliche Einigung“ Vertragsauflösung zwischen VfL und Enochs schon im Januar beschlossen

Von Sportredaktion

Der VfL Osnabrück und Ex-Trainer Joe Enochs haben sich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Foto: Helmut KemmeDer VfL Osnabrück und Ex-Trainer Joe Enochs haben sich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Der VfL Osnabrück und der Fußballlehrer Joe Enochs haben bereits im Januar 2018 den bis Juni 2020 datierten Cheftrainer-Vertrag aufgelöst. Die Entscheidung sei „einvernehmlich“ gefallen, teilte der Verein mit. Enochs war seit 1996 als Spieler, Nachwuchstrainer, Leiter des Leistungszentrums und zuletzt als Cheftrainer für den VfL im Einsatz.

„Entgegen unserer eigentlichen Haltung, über vertragliche Vereinbarungen nicht öffentlich zu kommunizieren, haben uns die Berichterstattung von verschiedenen Medien und die daraus resultierenden Gerüchte in den vergangenen Tagen dazu veranlasst, die Vertragsauflösung mit Joe Enochs bekannt zu machen“, wird Geschäftsführer Jürgen Wehlend in der Pressemitteillung zitiert.

Enochs war im August 2015 nach der Entlassung von Maik Walpurgis zum Cheftrainer der Profimannschaft befördert worden. Im April 2017 wurde die Vertragsverlängerung verkündet, auf die sich die Parteien schon Ende 2016 weitgehend verständigt hatten. Am 4. Oktober 2017, nach dem 5:0 im NFV-Pokalspiel bei der SVG Göttingen, wurde Enochs freigestellt und durch A-Junioren-Trainer Daniel Thioune ersetzt.

Zuletzt hatte der Amerikaner beim abstiegsbedrohten Drittligisten Chemnitzer FC und beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen über einen Einstieg als Trainer verhandelt. Nach einem Bericht des Fußballmagazins „Reviersport“ hatte er die Absage an der Essener Hafenstraße mit einem Angebot aus seiner amerikanischen Heimat begründet.

„Joe hat mit seinem langjährigen Engagement, der Übernahme von Verantwortung als Cheftrainer in einer sehr kritischen Phase bis hin zu seinem persönlichen Verhalten in der Situation im Herbst letzten Jahres gegenüber dem VfL absolute Loyalität bewiesen. Auch in der emotional extrem schwierigen Phase nach seiner Freistellung ist er sich und dem VfL treu geblieben und hat sein Wort gehalten“, betont Wehlend in der Pressemitteilung.

Enochs war nach seiner aktiven Zeit beim VfL (1996 bis 2008) als Nachwuchs- und Amateurtrainer bei den Lila-Weißen geblieben. Der VfL-Rekordspieler – kein anderer Akteur bestritt mehr Einsätze als der Amerikaner, der 376 Punktspiele absolvierte – wurde als dritter Spieler der Clubgeschichte mit einem Abschiedsspiel gewürdigt. Nach ihm wurde die Kindertribüne an der Bremer Brücke benannt.

„Auch wenn ich nach meiner Freistellung emotional eine schwere Zeit hinter mir habe, habe ich dem VfL viel zu verdanken. Insofern war es für mich selbstverständlich, die Gespräche mit dem VfL aufzunehmen und meinen Vertrag auch im Sinne des Vereins im Januar aufzulösen. Ich möchte mich bei allen Fans der Lila-Weißen für eine unglaublich intensive und schöne Zeit bedanken und wünsche dem VfL alles Gute“, wird Enochs in der Mitteilung zitiert.

In den letzten Wochen hatten weder der VfL noch Enochs Fragen zum Stand der Verhandlungen zur Vertragsauflösung beantwortet.