Preußen Münsters Trainer bringt Aufschwung Marco Antwerpens Philosophie: Hinten stabil, schnell nach vorn

Von Thomas Rellmann

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Hat derzeit gut lachen: Münsters Trainer Marco Antwerpen. Foto: imago/KirchnerHat derzeit gut lachen: Münsters Trainer Marco Antwerpen. Foto: imago/Kirchner

Münster. Der Aufschwung beim SC Preußen Münster kam mit dem neuen Trainer: Seit Marco Antwerpen mit seinem Assistenten Kurtulus Öztürk in der Verantwortung steht, geht es bergauf beim einstigen Sorgenkind der 3. Liga.

Das lässt sich an der Statistik ablesen (vier Siege in sechs Partien), vor allem aber anhand der Spielweise der Adlerträger konstatieren. In allen Punktspielen dieses Jahres hinterließ die Mannschaft einen stabilen Eindruck – auch bei den Niederlagen in Meppen (0:2) und Magdeburg (1:3).

„Wir haben einen klaren Plan, und den versuchen wir, immer bestmöglich umzusetzen“, sagt der zentrale Mittelfeldspieler Sandrino Braun, den der Coach wieder aufpäppelte. Früher und intensiver als unter Vorgänger Benno Möhlmann – über den an der Hammer Straße niemand ein schlechtes Wort verliert – attackiert die Mannschaft den aufbauenden Gegner. Gleichzeitig hat das schnelle Umschalten einen höheren Wert bekommen. Und über allem steht eine funktionierende Defensive. „Einheitlich ist immer, dass wir hinten wenig zulassen wollen und es dann schnell nach vorne geht“, sagt Braun.

Das Antwerpen-Geheimnis ist aber noch ein anderes. Er stellt sein Team, ähnlich wie der Osnabrücker Trainer Daniel Thioune, maximal flexibel auf, auch die Dreierkette ist eine Variante. Das führt oft zu schwierigen Entscheidungen. So saßen Top-Torjäger Martin Kobylanski, Kapitän Adriano Grimaldi und der Vierfach-Torschütze gegen Bremen Michele Rizzi schon mal draußen auf der Bank. Da hat der 46-Jährige keine Angst vor großen Namen. „Ich versuche immer, genau zu schauen, wie die anderen auftreten und welche Spielertypen es da braucht“, sagt Antwerpen. Neben Braun gehört auch der Dreierwalder Simon Scherder, der zwei Jahre verletzt war und aktuell auch aufgrund seiner drei Rückrundentreffer das Gesicht der Preußen ist, zu den Gewinnern. Außenverteidiger Fabian Menig oder Offensiv-Allrounder Philipp Hoffmann hat Antwerpen zudem zu einem Qualitätssprung verholfen.

Akzeptanz-Probleme hatte der Chefcoach, den Sportchef Malte Metzelder im Dezember nach mehrtägigem Ringen vom Regionalliga-Spitzenreiter Viktoria Köln gemeinsam mit Öztürk loseiste, keine. Drei Mal war er in seiner aktiven Zeit beim SCP am Ball. Von 1996 bis 1999, von 2001 bis 2004 und zum Karriereende 2007/08 noch einmal. „Natürlich habe ich da eine besondere Bindung zum Verein“, sagt Antwerpen, der über Landesligist SV Burgsteinfurt und RW Ahlen (U 19 und Oberliga-Senioren) den Einstieg ins Trainergeschäft schaffte.


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