Welchen Zuschnitt wählt Trainer Thioune? VfL Osnabrück im Derby in Lotte: Eine Frage der Kraft

Von Benjamin Kraus

Immer ein Mann mehr im Zentrum: Die VfL-Innenverteidigung um Konstantin Engel (vorn) und Adam Sušac meldete den KSC-Sturm um Fabian Schleusener (hinten) ab.Foto: imago/EibnerImmer ein Mann mehr im Zentrum: Die VfL-Innenverteidigung um Konstantin Engel (vorn) und Adam Sušac meldete den KSC-Sturm um Fabian Schleusener (hinten) ab.Foto: imago/Eibner

Osnabrück. So ganz zufrieden war beim VfL Osnabrück auch am Tag danach niemand mit dem 0:0 gegen den Karlsruher SC: ein Punkt, der die Lila-Weißen aber immerhin in die Lage versetzt, im Derby am Sonntag bei den Sportfreunden Lotte (14 Uhr, Frimo-Stadion) die Rangordnung in der Region im eigenen Sinne geradezurücken.

Mit zwei Toren Unterschied müsste der VfL die Partie gewinnen, um Lotte in der Tabelle zu überholen. Was sicher nicht entscheidend ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Saison, aber spätestens in der Endabrechnung nach 38 Spielen kein ganz unwichtiger Faktor bezüglich des Prestiges ist – zumal der SV Meppen mit 35 Punkten weiter neun Zähler voraus ist und im Gegensatz zu Lotte und dem VfL den Klassenerhalt schon recht sicher in der Tasche hat.

Hätte es also doch einen Sieg gegen den KSC gebraucht? „Das ist extrem schwer einzuordnen, ob wir da einen Punkt gewonnen oder eher zwei verloren haben“, sagte Mittelfeldspieler Tim Danneberg. Klar sei, dass man die wenigen eigenen Chancen nicht genutzt, aber Karlsruhe auch kaum Hochkaräter gestattet habe. „Gegen den Ball haben wir sehr viel investiert – für uns im Zentrum zum Beispiel waren die Wege weit im neuen taktischen System. Das haben wir aber gern in Kauf genommen, weil wir gemerkt haben: Es hat sich gelohnt.“

Es sei die Philosophie des Trainers, so Danneberg, die Mannschaft personell und taktisch stets auf den jeweiligen Gegner zuzuschneiden – eine Tatsache, die unter Thioune im Vergleich zu vorher in der Tat eine viel größere Rolle spielt. Weniger wichtig ist der Verlauf der jeweils vorherigen Partie: Dem mehrfachen Personaltausch und totalen Systemwechsel auf drei Innenverteidiger nach dem 6:1 gegen Chemnitz steht der Fakt gegenüber, dass bei jenem Kantersieg neun Spieler aufliefen, die zuvor in Halle im selben Spielsystem (4-4-2) beim 0:1 enttäuscht hatten.

Was Thioune nun wohl gegen Lotte vorhat? Zentrale Fußballer wie Torhüter Marius Gersbeck, Mittelfeldmann Christian Groß und Offensivkraft Marc Heider, der gegen den KSC vor allem in der Luft stark agierte, dürften weiter gesetzt sein. Dazu dürften Stephen Sama, Marcos Álvarez und Jules Reimerink ihre Chance erhalten – sie gehörten nicht zur Startelf gegen den KSC und dürften wertvolle Kraftreserven mobilisieren können – nicht unwichtig in einer Partie, für die Groß schon einmal das Motto vorgab: „Das ist ein Derby. Da heißt es kratzen, beißen und kämpfen.“

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