„Eine unglaubliche Geschichte“ VfL Osnabrück: Kamer Krasniqi über sein erstes Tor

Von Luis Rewwer


Osnabrück Es lief die 87. Minute in der Partie des VfL Osnabrück gegen den Chemnitzer FC, als Mittelfeldspieler Jules Reimerink eine Flanke in den CFC-Strafraum schlug, Kamer Krasniqi fand – und der 22-Jährige mit dem Hinterkopf das erste Profitor seiner Karriere erzielte. Eine „unglaubliche Geschichte“, wie Krasniqi rückblickend erzählt.

In dem Osnabrücker Stadtbezirk Schinkel aufgewachsen, schloss sich für den Youngster am Freitag im Stadion an der Bremer Brücke der Kreis: Krasniqi köpfte beim 6:1-Sieg gegen Chemnitz im elften Einsatz in dieser Saison sein erstes Tor für den VfL Osnabrück. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC erinnert sich das VfL-Eigengewächs an den magischen Abend: „Ich bin glücklich über den Spielverlauf, glücklich über meine Einwechslung und richtig glücklich über mein erstes Tor.“

Krasniqi durchlief alle Nachwuchsabteilungen der Osnabrücker und hat nun erstmals auch als Torschütze in der 3. Liga auf sich aufmerksam gemacht. „Ich freue mich sehr für ihn“, sagte sein Trainer Daniel Thioune und erklärte: „Talente haben es immer etwas schwieriger, begegnen vielen Herausforderungen. Kamer ist sechs Mal die Woche mit dem Bus zum Training gefahren und absolvierte nebenbei sein Abitur. Umso schöner, dass er jetzt im Heimspiel direkt vor der Ostkurve sein erstes Tor für den VfL erzielt hat - auch wenn sein Weg etwas länger dauerte.“

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Bemerkenswert: Das VfL-Talent leitete seinen Treffer zum 6:1-Endstand in der 87. Spielminute selber ein. Mit einem langen Diagonalpass auf Mitspieler Jules Reimerink öffnete Krasniqi den VfL-Angriff auf sehenswerte Weise und lief Sekunden später mit voller Entschlossenheit in den Chemnitzer Strafraum, um sein erstes Tor zu erzielen. Dass Krasniqi mit dem Hinterkopf sein erstes Profitor erzielt, macht die „unglaubliche Geschichte“ komplett. „Ich habe vom Trainer die Anweisung bekommen, viele tiefe Bälle zu spielen, deswegen der lange Ball, und dann habe ich den Ball einfach reingeköpft“, erzählt Krasniqi bescheiden.

Am Mittwochabend (19 Uhr) empfängt Kamer Krasniqi mit seinem VfL Osnabrück den Karlsruher SC. Doch bis dahin muss der VfL-Youngster „die unglaublichen Emotionen“ erst einmal verarbeiten.