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Heiße Spiele gegen Karlsruhe Als der KSC den VfL Osnabrück in die Amateuroberliga schoss

Von Luis Rewwer


Osnabrück. Am 15. Dezember des vergangenen Jahres sollte der VfL Osnabrück den Karlsruher SC zum Rückrundenstart empfangen. Doch nach einer Platzbegehung des Deutschen Fußball-Bundes einen Tag vor der Ansetzung wurde das Spiel wegen Unbespielbarkeit der Spielfläche abgesagt. Mit neuem Rasen im Stadion an der Bremer Brücke wird die Partie des 20. Spieltags gegen den KSC am Mittwoch (19 Uhr) nachgeholt. Eine Paarung, die in der Vergangenheit schon für einige brisante Duelle sorgte.

Die Bilanz zwischen dem VfL Osnabrück und dem Karlsruher SC ist ausgeglichen. Die beiden Mannschaften duellierten sich in der gemeinsamen Historie bereits in vier verschiedenen Wettbewerben: In der 2. Bundesliga, 3. Liga, im DFB Pokal und in der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga. Bisher gab es 20 Aufeinandertreffen beider Vereine. Der VfL entschied sieben Spiele für sich, sieben Spiele endeten Unentschieden und sechs Mal gewann der KSC. Von den letzten drei Auseinandersetzungen gewannen die Lila-Weißen allerdings keines.

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Wenn die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune und die Badener im Fußball aufeinandertreffen, dann kann es schon mal heiß hergehen, wie unser Rückblick auf drei besondere Spiele zwischen den beiden Mannschaften zeigt.

Für die Gruppenphase der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga qualifizierte sich der VfL Osnabrück 1971 als Meister der Regionalliga Nord direkt und traf dort auf den Karlsruher SC, den damaligen Vizemeister der Regionalliga Süd. Im Hinspiel trennten sich beide Mannschaften mit einem Remis (1:1). Das Rückspiel entschieden die Osnabrücker auf gegnerischem Rasen auf beeindruckende Art und Weise für sich. Durch Treffer von Carsten Baumann, Ulrich Kallius und Charly Tripp gewann der VfL im Wildparkstadion mit 3:0 und sicherte sich wichtige Punkte im Aufstiegsrennen – die am Ende dennoch nicht reichten. Nach acht durchwachsenen Spielen landeten die Osnabrücker „nur“ auf dem zweiten Platz hinter dem VfL Bochum, der mit sieben Siegen aus acht Spielen in die Bundesligasaison 1971/72 aufstieg.

Eine der bittersten Pleiten gegen den KSC gab es am 37. Spieltag der Zweitliga-Saison 1983/84. Es war das Duell der Gegensätze und der Vorentscheidungen für beide Mannschaften. Während der Karlsruher SC am vorletzten Spieltag um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga kämpfte, zitterte die Mannschaft von Erhard Ahmann um den Klassenerhalt in der 2. Liga. Bis zur 31. Minute hielten die Osnabrück mit, ehe der KSC ins Rollen geriet und das Spiel mit 4:1 für sich entschied. Die katastrophale Leistung des VfL sorgte für den Abstieg in die Amateuroberliga Nord. Der KSC hingegen brachte die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg so gut wie unter Dach und Fach. „Es ist mir schleierhaft, warum unsere Mannschaft so wenig Dampf macht“, sagte Präsident Piepenbrock in der Halbzeit. Auch der Ausfall von drei Osnabrücker Stammspieler hatte Anteil, dass sich die Elf schon vor dem Spiel aufgab – so schien es zumindest.

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Das letzte Aufeinandertreffen zwischen den beiden Vereinen an der Bremer Brücke fand am 26. Januar 2013 statt. Fünf Tore, eine Rote Karte, eine zehnminütige Spielunterbrechung sowie ein Tribünenverweis für VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz sorgten für ein ereignisreiches Spiel. Es war das Spitzenspiel des 23. Spieltages. Der VfL Osnabrück (1. Platz) empfang den Karlsruher SC (2. Platz). Schon in der 24. Minute holte VfL-Neuzugang und Ersatztorwart Marcus Rickert einen Karlsruher als letzten Mann von den Beinen, sodass Schiedsrichter Guido Winkmann Rot zückte. Nach dem Führungstor des KSC per Elfmeter reklamierte Wollitz so wild an der Seitenlinie, dass Schiri Winkmann keine andere Wahl hatte, als ihn auf die Tribüne zu verweisen. Bitter für den VfL: hinzu kam wenig später noch, dass einige Osnabrücker Chaoten auf den Rückstand mit dem Werfen von Schneebällen reagierten, was zu einer zehnminütigen Spielunterbrechung führte. Nach 55 Minuten führten die Badener im Stadion an der Bremer Brücke mit 3:0, eingeleitet durch einen Doppelpack von Hakan Calhanoglu. In Unterzahl taten die Lila-Weißen noch einmal alles für die Aufholjagd; letztendlich vergeblich. Mit einer 2:3-Niederlage riss die Osnabrücker Serie von zuvor 13 ungeschlagenen Spielen.

Für die Mannschaft von Daniel Thioune geht es am Mittwochabend darum, den Schwung aus dem 6:1-Sieg über Chemnitz mitzunehmen. Die Karlsruher sind seit zwölf Spielen ungeschlagen, stehen in der Auswärtstabelle aber nur auf dem zwölften Rang.