Wenig Lob von Thioune nach 6:1 VfL Osnabrück: Pflicht erfüllt, jetzt kommt die KSC-Kür

Von Harald Pistorius und Johannes Kapitza

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Man konnte sich noch so sehr bemühen: Aus Daniel Thioune war nach dem ersten Sechserpack des VfL Osnabrück seit 19 Jahren kein Wort, keine Geste herauszuholen, die mit Begriffen wie Begeisterung oder Euphorie zu tun haben.

Dabei war das 6:1 gegen den Chemnitzer FC ein in vielerlei Hinsicht besonderer Sieg. Zuallererst als Absicherung der Position im Abstiegskampf, der längst noch nicht erledigt ist. Aber sechs Punkte Abstand zur Abstiegszone können dem VfL jene Sicherheit geben, die diese noch nicht stabile Mannschaft braucht, um ihr Offensivpotenzial abzurufen.

Das war auch am Freitag zu sehen, denn in der ersten Halbzeit streifte die Mannschaft nur selten die Hemmungen ab. Hätten die Chemnitzer die Großchance von Slavov (19.) zur Führung genutzt, wäre dieser spektakuläre Sieg wohl kaum zu- stande gekommen.

„Es wäre auf jeden Fall viel schwerer geworden“, sagt Thioune, „aber die Mannschaft hat ja mehrfach gezeigt, dass sie Rückstände wettmachen kann.“ So aber konnte seine Mannschaft nach dem befreienden 2:0 von Marc Heider vieles von dem abrufen, was der Spielidee Thiounes entspricht.

„Da kam deutlich mehr Selbstbewusstsein dazu. So, wie wir dann aufgetreten sind, stellen wir uns unser Spiel vor“, sagte Tim Danneberg, der gegen seinen Exclub ein Tor beisteuerte. Kapitän Christian Groß, der mit Mut zum Risiko agierte und eine seiner stärksten Saisonleistungen bot, brachte die Warnung vor Übermut und das Bekenntnis zur Perspektive zusammen: „Wir müssen weiter daran arbeiten, Punkte zu holen, aber wir müssen uns auch nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind nicht gut ins Jahr gestartet, aber wir wissen, was an der Bremer Brücke möglich ist.“

Einen interessanten Aspekt brachte Jules Reimerink vor. Der Niederländer erklärte, warum die Mannschaft ohne Reibungsverluste mit dem schwachen Start fertig wurde: „Wir haben immer an uns geglaubt und sind auch nach Niederlagen korrekt miteinander umgegangen. Das hat uns geholfen.“

Viel Lob gab es nicht vom Trainer, der das Nachlassen nach dem 5:0 in den Mittelpunkt seiner Analyse stellte. Seine Zurückhaltung begründete Thioune so: „Ich habe vor dem Spiel keine Panik verbreitet und jetzt keine Euphorie. Dieses Spiel war die Pflicht, nicht die Kür.“

Jetzt regiert die Vorfreude auf das Gastspiel des seit zwölf Punktspielen unbesiegten Karlsruher SC am Mittwoch (19 Uhr), danach folgt am Sonntag (14 Uhr) das Derby in Lotte. Ausfälle gibt es nicht, allerdings hatte der überzeugende Innenverteidiger Stephen Sama mit Substanzverlust zu kämpfen; angesichts einer langen Phase ohne Spielpraxis ein normaler Vorgang.

Bleibt noch zu klären, wann der VfL zuletzt einen Sechserpack in einem Liga-Heimspiel geschnürt hat. Am 25. Februar 1999 festigte die Mannschaft von Trainer Gerd-Volker Schock die Tabellenführung in der Regionalliga durch ein 6:0 gegen Eintracht Nordhorn, die durch ein Eigentor in Rückstand geraten war. Danach trafen Christian Claaßen (3) und Daniel Thioune (2).


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN