„Sechs Stück von Osnabrück“ Nach 1:6 beim VfL Osnabrück: Presse kritisiert Chemnitzer FC

Von Daniel Brickwedde

Nachdenklich: Die Fußballer Mikko Sumusalo (Chemnitzer FC, links) und Laurin von Piechowski (rechts), aufgrund der aktuellen Situation beim CFC. Foto: imago/Foto2PressNachdenklich: Die Fußballer Mikko Sumusalo (Chemnitzer FC, links) und Laurin von Piechowski (rechts), aufgrund der aktuellen Situation beim CFC. Foto: imago/Foto2Press

Osnabrück. Für den Chemnitzer FC bedeutete die 1:6-Klatsche am Freitagabend gegen den VfL Osnabrück die höchste Pleite aller Zeiten in der 3. Liga. Der Verein steckt in akuter Abstiegsgefahr, Leistungen wie gegen Osnabrück geben wenig Anlass zu Optimismus. Insbesondere die Presse geht mit dem Auftritt hart ins Gericht.

Der Chemnitzer Mittelfeldspieler Julius Reinhardt wollte nach dem Abpfiff nichts beschönigen. „In der zweiten Halbzeit waren wir nicht drittligatauglich. Das kann man sich nach der ersten Halbzeit, in der wir gut mitgespielt haben, eigentlich nicht erklären. Nach dem 0:3 kam die Verunsicherung hinzu. In der Deutlichkeit darf uns das aber nicht passieren“, sagte der 29-Jährige. Und auch sein Trainer David Bergner fand erstaunliche Worte nach der 1:6-Demontage in Osnabrück: „Es ist kein Zufall, dass wir so viele Gegentore bekommen. Leider sind einige Spieler dabei, die nicht ansatzweise in der nötigen Verfassung sind.“

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Der Chemnitzer steckt als Tabellendrittletzter der 3. Liga mit nur 19 Punkten aus 24 Spielen in akuter Abstiegsgefahr – der Abstand zum rettenden Ufer beträgt sechs Punkte. Auch der erhoffte Impuls mit dem Trainerwechsel Anfang Januar von Horst Steffen zu Bergner ist spätestens nach dem Auftritt gegen den direkten Konkurrenten aus Osnabrück verpufft. Es herrscht nur noch wenig Hoffnung bei den Sachen – vor allem beim Blick auf die dortige Presselandschaft.

"Das grenzte an Arbeitsverweigerung"

Die "Bild.de" titelte nach dem Osnabrück-Spiel: "Chemnitz beim VfL verprügelt". Weiter hieß es: "Sechs Stück von Osnabrück. 1:6! Chemnitz kassiert eine Mega-Klatsche im Kampf um den Klassenerhalt! In dieser Form hat der CFC in der 3. Liga nichts verloren..."

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Von einem "herben Rückschlag" wurde bei "mdr.de" geschrieben und von einem "ganz bitteren Abend für die Himmelblauen". Und das Nachrichten-Portal "Tag24" urteilte gar: "An der Bremer Brücke kann man verlieren, keine Frage. Es kommt aber auf das Wie an! Was der Chemnitzer FC am Freitagabend beim VfL Osnabrück anbot, grenzte zumindest in der zweiten Halbzeit an Arbeitsverweigerung." Die Regionalzeitung „Freie Presse“ hielt sich mit dem Urteil im Vergleich eher zurück („Den Himmelblauen flog alles um die Ohren“) und leistete sich nur einen nicht wirklich zutreffenden Spruch über den neuen Rasen an der Bremer Brücke, der „an zahlreichen Stellen an unsachgemäß verlegtes Laminat“ erinnert habe.