Stimmen zum 6:1 des VfL gegen Chemnitz CFC-Trainer Bergner: Nichts mit Profifußball zu tun

Lob und Tadel gab es von VfL-Trainer Daniel Thioune (rechts) für das 6:1 gegen Chemnitz, hier mit Marcos Alvarez. Foto: osnapixLob und Tadel gab es von VfL-Trainer Daniel Thioune (rechts) für das 6:1 gegen Chemnitz, hier mit Marcos Alvarez. Foto: osnapix

Osnabrück. Dem Karneval kann Daniel Thioune nicht viel abgewinnen. „Ich wusste bis vor ein paar Tagen nicht mal, dass Ossensamstag ist“, sagte der VfL-Trainer. Überschwängliche Feierlaune wollte bei ihm auch nach dem 6:1 gegen den Chemnitzer FC nicht aufkommen. „Es ist nicht viel passiert. Wir haben drei Punkte mehr und sind damit zufrieden, aber wir sind nicht in der Tabelle geklettert“, sagte er.

Die erste Halbzeit war so gar nicht nach Thiounes Geschmack gewesen. Zu behäbig sei sein Team im Spielaufbau aufgetreten. Es brauchte eine Einzelaktion und einen Elfmeter zur Führung. „Wir hatten diesen Moment von Sebastian Klaas. Er ist jemand, der in die Räume geht und dann schwer zu verteidigen ist. Es war die richtige Entscheidung, ihn spielen zu lassen“, sah sich Thioune in seiner Personalentscheidung bestätigt.

„Chemnitz hat defensiv extrem gut gestanden. Es ist uns schwer gefallen, Lösungen zu finden“, gab Tim Danneberg zu, der im Sommer vom CFC zum VfL gewechselt war. Das etwas glückliche 1:0 brachte die Wende. „In der zweiten Halbzeit lief es dann. Da haben wir mit Spielfreude nach vorne gespielt“, lobte er.

Auch Thioune sah, dass seine Mannschaft nach der Pause besser die Räume fand und noch mehr Entschlossenheit zeigte. „Das 2:0 von Marc Heider war eine Willensentscheidung, sich so durchzuhauen“, lobte Thioune den Stürmer ausdrücklich und war mit „tollen 15 bis 20 Minuten absolut einverstanden“. Nur das Gegentor brachte seiner Mannschaft Abzüge in der Haltungsnote: „Da haben wir die Schärfe verloren. Das halte ich der Mannschaft vor. Wenn man 5:0 führt, darf man den Gegner nicht mehr zum Atmen kommen lassen.“

Der Ehrentreffer konnte David Bergner Ehre nicht retten. „Das 0:1 hat die Mannschaft getroffen“, sagte der Chemnitzer Trainer tief enttäuscht: „Für alles ab der 46. Minute übernehme ich die volle Verantwortung. Das hatte mit Profifußball nichts zu tun. Wir haben Heider beim 2:0 nicht ansatzweise am Torschuss gehindert. Der ärmste Spieler war heute unser Torwart Kevin Tittel. Die Mannschaft hat ihn völlig im Stich gelassen.“

Die Osnabrücker konnten sich freuen: „Hätte mir jemand gesagt, dass das mein Geburtstaggeschenk ist, hätte ich gesagt: Super, das nehme ich sofort an“, sagte Kapitän Christian Groß, der am Tag vor dem Spiel 29 Jahre alt geworden war.Anlass zum Feiern gab es also, und auch ein Karnevalsfan fand sich noch in Reihen des VfL. „Bei uns zuhause in Holland ist auch Karneval an diesem Wochenende. Mal sehen, was da los ist“, sagte Jules Reimerink. Der Torschütze zum 3:0 versprach umgehend: „Ich lasse es ruhig angehen. Am Mittwoch geht es ja schon weiter.“ Aschermittwochsstimmung gegen Karlsruhe wollen auch die Nicht-Karnevalisten beim VfL unbedingt vermeiden.