Wechsel von Adidas zu Puma VfL: Mit Klaas ins Schlüsselspiel gegen Chemnitz

Von Harald Pistorius

Blauer Himmel, grüner Rasen – oben keine Wolke, unten keine Dellen: Das VfL-Team hatte gestern viel Freude beim Abschlusstraining. Foto: Andre HavergoBlauer Himmel, grüner Rasen – oben keine Wolke, unten keine Dellen: Das VfL-Team hatte gestern viel Freude beim Abschlusstraining. Foto: Andre Havergo 

Osnabrück. Natürlich ist es kein Schicksalsspiel. Aber es ist auch keine Partie wie jede andere, wenn der VfL Osnabrück an diesem Freitag (19 Uhr) in der 3. Liga gegen den Chemnitzer FC antritt.

Worum geht es? Am Freitag kann die Mannschaft von Daniel Thioune bestimmen, in welche Richtung es geht: Mitten hinein in den Abstiegskampf mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen. Oder in ruhigeres Fahrwasser mit einer Perspektive über das Saisonende hinaus. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen kann am Sonntag sechs Punkte betragen – oder auf null geschrumpft sein.

Hier geht es zum Liveticker

Auf welche Startelf setzt Trainer Daniel Thioune? Diesmal lässt sich der Fußballlehrer überhaupt nicht in die Karten schauen. Beim Abschlusstraining waren 24 einsatzfähige Profis dabei. Auch Konstantin Engel, der wegen eines Infekts in dieser Woche noch nicht trainiert hatte, gehörte dazu; der Defensiv-Allrounder ist der Einzige, dessen Einsatz fraglich ist. Wer in den 18-köpfigen Kader kommt und für die Startelf aufgeboten wird, entscheidet Thioune erst am Freitagvormittag. Nur eine Personalie nannte er: Sebastian Klaas wird von Beginn an spielen – übrigens ausgerechnet der Profi, der auf dem am Wochenanfang neu erstellten Mannschaftsfoto fehlte. Aus der Nominierung von Klaas könnte sich nach unseren Vermutungen eine Formation ergeben, die sich anlehnt an das 2:0 gegen Unterhaching.

Wie stimmt Thioune seine Spieler auf die Partie ein? Es gibt keine Appelle, und schon gar nicht entwirft der Coach Horror-Szenarien. „Wir gehen dieses Spiel mit voller Konzentration an – so wie jedes andere.“ Er rechnet mit einem defensiven Gegner und nennt Geduld als eine wichtige Tugend: „Wir müssen das Spiel nicht in den ersten fünf Minuten gewinnen, sondern haben 90 Minuten Zeit.“ Beim Abschlusstraining, das auf dem neuen Rasen an der Bremer Brücke stattfand, gewann Thioune einen guten Eindruck vom Zustand des Teams.

So sieht es beim Chemnitzer FC aus

Was läuft beim Gegner? Das 1:0 gegen Carl Zeiss Jena am letzten Sonntag war der erste Sieg seit dem 27. Oktober 2017, als es gegen die von David Bergner trainierten Erfurter ein 1:0 gab. Bergner, Ausbildungskollege von Thioune im 62. Fußballlehrer-Lehrgang, fand nach der Trennung in Erfurt einen Job in Chemnitz – und er hat in dieser Saison schon an der Bremer Brücke gejubelt: mit den Erfurtern beim 1:0 am 15. September. „Wir haben gesehen, dass Osnabrück in der Defensive nicht unverwundbar ist“, sagt Bergner, der wie schon gegen Jena im Tor dem jungen Kevin Tittel vertraut. Der 24-Jährige wurde für den verletzten Kevin Kunz eingesetzt, den er auch an diesem Freitag in seinem ersten Drittligaeinsatz von Anfang an vertritt.

War sonst noch was? Beim Sponsorentreffen im neuen Sporthaus von L+T verkündete der VfL Donnerstagabend einen Ausrüsterwechsel zum 1. Juli 2018. Nach fünf Jahren mit den drei Streifen von Adidas kehren die Lila-Weißen zu Puma zurück. Im Zusammenspiel mit dem L+T Sporthaus wird Puma die Profis und die Nachwuchsteams mit Spiel- und Trainingskleidung ausstatten; die Vertragslaufzeit nennt der VfL nicht, spricht aber von einer „langfristigen Partnerschaft“.

…und wie geht’s nun aus? Es wird nichts mit dem Sieg gegen konterstarke Chemnitzer, aber immerhin: Nach dem 2:2 bleibt es bei drei Punkten Sicherheitsabstand.


Freitag, 19 Uhr: VfL Osnabrück – Chemnitzer FC 24. Spieltag)

So könnten sie spielen

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 4 Appiah, 37 Sama, 17 Susac, 16 Wachs – 10 Groß, 13 Danneberg – 20 Heider, 26 Klaas, 25 Iyoha – 11 Álvarez.

In Reserve: 1 Paterok (Tor), 2 Ruschmeier, 3 Zorba, 5 Engel, 7 Renneke, 8 Sen, 14 Arslan, 15 Reimerink, , 18 Kristo, 19 S. Tigges, 27 Falkenberg, 28 Möller, 29 Krasniqi.

Es fehlen: Dercho (Reha/OP am Sprunggelenk), Bickel (Reha/Kreuzbandriss), Savran (Innenbandriss, Knorpelschaden), Kristo, Möller, Breulmann, Leon Tigges (nicht im Kader).

Chemnitzer FC: 32 Tittel – 19 Dartsch, 31 Scheffel, 33 Hoffmann, 23 Sumusalo – 24 Hansch, 6 Reinhardt, 7 Grote, 29 Baumgart – 27 Slavov, 11 Frahn

Schiedsrichter: Pascal Müller (Löchgau). Der 27-Jährige leitet sein 14. Drittligaspiel – erstmals ist der VfL beteiligt.

Zuschauer: Erwartet werden rund 7500, davon 200 aus Chemnitz.

Live-Ticker: www.noz.de. – Live-Radio: www.infomantis.de/vflradio. – Livestream: telekomsport.de (für Abo-Kunden).

Das nächste Spiel: Am Mittwoch (14.Februar, 19 Uhr) gegen Karlsruher SC.