VfL-Geschichte gegen den Chemnitzer FC Verpasster Aufstieg, Hans Meyer und eine gute Heimbilanz

Von Daniel Brickwedde


Osnabrück. Mit dem Chemnitzer FC trifft der VfL Osnabrück am Freitag (19 Uhr) an der Bremer Brücke auf einen alten Bekannten. Denn gegen keinen anderen Ostverein spielte der VfL in seiner Historie häufiger. Entsprechend viele Ereignisse sind mit dieser Paarung verbunden – inklusive eines verpassten Aufstiegs in 2. Bundesliga und Sprüchen von Hans Meyer.

Alles begann für den VfL mit einer Direktabnahme von Paolo da Palma nach Eckball von Claus-Dieter Wollitz – der 1:0-Führungstreffer beim Chemnitzer FC am 2. Spieltag der Zweitliga-Saison 1992/93. Die Partie endete mit einem 2:0-Erfolg für das Team von Trainer Hubert Hüring. Sein Gegenüber, der spätere Bundesliga-Trainer und Pokalsieger Hans Meyer, urteilte an jenem Tag: „Wir haben gegen eine clevere Mannschaft verloren.“

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Die Begegnung war der Beginn eines regen Kontakts der beiden Vereine in den Folgejahren. Am Freitagabend an der Bremer Brücke heißt es bereits zum 28. Mal in 26 Jahren: Der VfL Osnabrück trifft auf den Chemnitzer FC – mit keinem Ostverein musste sich der VfL in seiner Geschichte häufiger in Pflichtspielen messen. Die zweitmeisten Duelle bestritten die Osnabrücker gegen Rot-Weiß Erfurt (19).

Die Statistik spricht für den VfL

Entsprechend viel Geschichte ist mit dieser Paarung verbunden. Eines der denkwürdigsten Aufeinandertreffen beider Mannschaften fand im Duell um die Staffel-Meisterschaft in der Regionalliga Nord-Nordost 1999 statt. Es ging um den Aufstieg in die 2. Bundesliga: Das Hinspiel gewann der VfL vor heimischen Anhang mit 1:0, beim Rückspiel eine Woche später verspielte die Mannschaft von Trainer Gerd-Volker Schock jedoch die gute Ausgangslage in Chemnitz mit einer 0:2-Niederlage.

Anschließend verpasste der VfL auch in der Aufstiegsrunde mit Eintracht Trier und Kickers Offenbach den Sprung in die Zweitklassigkeit. Dass Schock, gesundheitlich durch drei Hörstürze angeschlagen, nach den Spielen gegen Chemnitz seinen Trainerposten aufgab, gehört ebenfalls zur Historie dieser Begegnung.

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Insgesamt sieht die Statistik aber die Lila-Weißen vorne: 13 Siegen stehen fünf Remis und neun Niederlagen gegenüber. Und gerade die Heimbilanz spricht für den VfL. Von 13 Duellen an der Bremer Brücken gingen nur drei gegen den Chemnitzer FC verloren. Zuletzt gab es in Osnabrück drei VfL-Siege ohne Gegentor. Den höchsten Sieg feierte Osnabrück in der Regionalliga-Saison 2002/03 unter Jürgen Gelsdorf: Kemal Halat, Christian Claaßen, Sidney und ein Doppelpack von Benjamin Schüßler zündeten das 5:1-Torfestival gegen die Sachsen.

Hans Meyer beschwerte sich über den Rasen

Auch Hans Meyer sollte mit dem Chemnitzer FC ein weiteres Mal auf den VfL treffen, beim Rückspiel an der Bremer Brücke Mitte Dezember. Nach Toren für die Lila-Weißen durch Wollitz und dem heutigen Cheftrainer der Sportfreunde Lotto, Andreas Golombek, erkämpfte sich der VfL in einem spektakulären Spiel kurz vor dem Schlusspfiff durch Libero Jerzy Wijas den 3:3-Ausgleich. Wieder war Meyer nicht gut auf den VfL zu sprechen, schimpfte nach Abpfiff in Richtung der Journalisten: „Schauen sie sich doch mal, wie der Rasen aussieht.“

Zumindest sorgte der VfL in dieser Hinsicht dieses Mal vor. Unmittelbar vor dem Chemnitz-Spiel verlegte der Verein einen neuen Naturrasen.