Osnabrück vor Duell mit Chemnitz Wie VfL-Trainer Thioune und Sportchef Schmedes den Abstiegskampf angehen

Meine Nachrichten

Um das Thema VFL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Viel haben der VfL Osnabrück und seine Freunde in den letzten Jahren erlebt – aber Abstiegskampf in der 3. Liga, das ist neu. Wie gehen Trainer Daniel Thioune und Sportchef Benjamin Schmedes mit dem Thema vor dem Schlüsselspiel am Freitag (19 Uhr) gegen den Chemnitzer FC um?

Sie saßen nicht nur nebeneinander auf dem Podium im Presseraum des Stadions Bremer Brücke, sie traten auch gemeinsam auf. Der Kern der Botschaft: Wir kennen den Ernst der Lage, aber gehen die Aufgabe positiv und angstfrei an.

„Wir nehmen unsere tabellarische Situation sehr ernst, da heißt es aktuell drei-aus-vier“, sagt Schmedes beim Blick auf die Tabelle, „wir streuen uns keinen Sand in die Augen, aber wir sind von den Fähigkeiten und der Motivation der Mannschaft überzeugt.“ Die Chemnitzer kommen als Drittletzter und haben drei Punkte weniger als der VfL, mit einem Sieg würden die „Himmelblauen“ die Osnabrücker überholen und auf einen Abstiegsrang verweisen.

Hier geht es zum Liveticker gegen Chemnitz

„Wir denken nicht in Problemen, sondern in Lösungen“, wiederholt Trainer Thioune einen Satz, den er kurz nach seinem Dienstantritt Anfang Oktober gesagt hat, „dass die Situation prekär ist, wissen wir und auch die Mannschaft. Damit gehen wir um.“ Der Coach animiert sein Team zur Spielfreude und erinnert an die überzeugenden und erfolgreichen Heimspiele – inklusive des 2:2 gegen Fortuna Köln holte der VfL in den letzten vier Spielen an der Bremer Brücke zehn Punkte und erzielte 12:3 Tore.

„Aktuell haben wir einen negativen Lauf, aber den wollen wir in unserem Stadion durchbrechen“, sagt Thioune, der natürlich auf die besondere Atmosphäre bei einem Abendspiel und die Unterstützung der Fans – erwartet werden 7500 Zuschauer – baut: „Wir sind in der Bringschuld und müssen die Geschlossenheit auf und neben dem Platz hinkriegen.“

Mit Freude soll die Mannschaft die Aufgabe angehen, nicht ans Verlieren denken. „Alle freuen sich auf die Chance, den Vorsprung auf die Chemnitzer mit einem Sieg auf sechs Punkte auszubauen“, sagt Schmedes, der aber nichts davon hält, die Partie zu einem Endspiel zu stilisieren: „Wenn wir gewinnen, haben wir den Klassenerhalt noch nicht sicher. Genauso wenig sind wir noch nicht abgestiegen, sollten wir nicht gewinnen.“

Schmedes nahm noch einmal Stellung zu den Neuverpflichtungen. „Natürlich haben Stephen Sama und Utku Sen nicht viel Spielpraxis, sonst wären sie für uns auch nicht verfügbar gewesen. Wir sind aber überzeugt, dass sie uns helfen können. Sie bringen Profile mit, die wir so nicht im Kader hatten. Dazu kommt, dass sie die Trainingsqualität und den Konkurrenzdruck erhöhen.“

Der Innenverteidiger und der Offensivspieler sind am Mittwoch nach ihren aus Halle mitgebrachten Blessuren wieder ins Training eingestiegen. Ob sie am Freitag im Kader sein werden, macht Thioune von den Eindrücken am Donnerstag abhängig: „Grundsätzlich können sie uns nur helfen, wenn sie hundertprozentig fit sind.“ (Weiterlesen: Die Personallage beim VfL)

Allzugern hätte der Trainer Konstantin Engel dabei, doch der grippale Infekt, der den Defensiv-Allrounder um den vorgesehenen Startelf-Einsatz in Halle (0:1) brachte, hält an. Wie an den beiden Trainingstagen zuvor musste „Koka“ auch auf die Einheiten am Mittwoch verzichten.

Thioune glaubt an das Potenzial seines Teams und an seine Spielidee. „Natürlich geht es immer auch um defensive Kompaktheit, aber wir wollen mit dynamischem Offensivfußball zum Erfolg kommen. Davon sind alle überzeugt.“ Deshalb ist auch Spielmacher-Talent Sebastian Klaas ein Kandidat für die erste Elf am Freitag. Thioune: „Er kann Bälle in die Tiefe stecken und Chancen herausspielen.“

Das soll auf dem neuen Rasen noch etwas besser gelingen. „Ein ebener, guter Rasen ist unserer Spielweise durchaus zuträglich“, sagt Schmedes. Um sich ein bisschen an die neue Spielfläche zu gewöhnen, wird die Mannschaft an diesem Donnerstag ihr Abschlusstraining im Stadion absolvieren – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Wie wir unsere Standards einstudieren, müssen die Chemnitzer ja nicht mitbekommen“, sagt Thioune. Er weiß: Es kommt auf Kleinigkeiten an.

Erst recht im Abstiegskampf.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN