„Wir müssen den Abstiegskampf annehmen“ Reaktionen auf die Niederlage des VfL Osnabrück in Halle

Von Stefan Alberti und Johannes Kapitza

Konsterniert bis erschrocken reagierten Marc Wachs und Adam Sušac (von links) auf das 0:1 in Halle. Foto: Stefan GelhotKonsterniert bis erschrocken reagierten Marc Wachs und Adam Sušac (von links) auf das 0:1 in Halle. Foto: Stefan Gelhot

Halle (Saale). Er dirigierte viel, lenkte seine Mitspieler, stand oft richtig und fing Pässe ab: Auch wenn ihm am Ende die Luft ausging, gab Innenverteidiger Stephen Sama dem VfL Sicherheit. Wie viel Sicherheit, wurde deutlich, als seine Nase blutete und der 24-Jährige behandelt werden musste.

Es war rund um die 56. Minute, Halle hatte gerade das 1:0 erzielt und drängte auf ein zweites Tor. „Was ist denn los mit euch?“, schimpfte VfL-Trainer Daniel Thioune Richtung Linienrichter, als Sama erst nach einer gefühlten Ewigkeit wieder aufs Feld gelassen wurde.

Auch Thioune wusste um Samas Wert. „Ich war mit seiner Leistung einverstanden. Er hat seine Aufstellung gerechtfertigt, uns insgesamt etwas mehr Halt in der Defensive gegeben und war am Gegentor nicht unmittelbar beteiligt“, sagte der Trainer. (Weiterlesen: Spielbericht von der Niederlage des VfL in Halle).

Lob für Neuzugang Sama

Der zweite Innenverteidiger, Adam Sušac, kam mit seinem Nebenmann gut klar, der seit vergangenem Montag aus Fürth ausgeliehen ist. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Ich glaube, er kann uns nur helfen“, sagte der Kroate, der mal links, mal rechts neben Sama spielte.

Dessen ordentliches Debüt konnte andere Unzulänglichkeiten nicht überdecken. „Wir haben nicht gut gespielt“, wusste Sušac. Defensiv stand der VfL besser als in den Spielen zuvor, „aber dann kommt Halle einmal durch und schießt das 1:0“, ärgerte sich der 28-Jährige. Genauso ärgerlich wie der Gegentreffer war die offensive Harmlosigkeit des VfL. „Nach vorne haben wir zu wenig gemacht. Wir waren nicht konsequent genug“, bemängelte Sušac.

„Wir müssen die Zweikämpfe vorne konsequenter führen und vielleicht einen Tick schneller spielen und dann zu mehr Torchancen kommen“, sah auch Linksverteidiger Marc Wachs das größte Manko in den Offensivaktionen: „Wir müssen stabil stehen, aber auch nach vorne so gut spielen, wie wir es zu Hause schaffen.“

Sen kann nur bedingt helfen

Utku Sen konnte bei seiner Premiere im VfL-Trikot nur bedingt dazu beitragen. Er kam nach einer knappen Stunde ins Spiel. Der 19-Jährige war mit seinem Drittligadebüt zwar „relativ zufrieden, aber da geht halt mehr“, gelobte er eine Steigerung.

„In seinen wenigen Minuten hat er für frischen Wind gesorgt, auch wenn daraus keine zwingenden Torchancen resultierten“, stellte Coach Thioune ein ordentliches Zeugnis aus. Sens Stimmung konnte das nicht retten: „Das Ergebnis spricht Bände. Wir hatten das ganze Spiel wenig Gelegenheiten nach vorne. Das müssen wir besser machen.“ (Hier gibt es den Liveticker aus Halle zum Nachlesen).

Alvarez ist frustriert

„Am Ende schießt Halle ein Tor mehr als wir – so wie meistens die Gegner, wenn wir auswärts spielen“, war Marcos Álvarez frustriert. „Wenn man sich defensiv ausrichtet, geht nach vorne weniger. Das ist auswärts in Ordnung, aber dann müssen wir über Standards mehr machen, und beim Gegentor können wir besser verteidigen“, beklagte er. Das Spiel in Halle drückt die Laune beim VfL noch mehr. „Jede Niederlage fühlt sich schlimm an, gerade in unserer Position“, sagte Wachs. „Wenn du hier keinen Punkt mitnimmst, wird es schwer, da unten rauszukommen“, ahnt Álvarez. Dem VfL bleibt nicht viel übrig, wie Sušac weiß: „Jetzt sind wir unten drin. Wir müssen den Abstiegskampf annehmen und uns da unten rauskämpfen.“