Landgericht lässt Hauptverfahren zu Spielmanipulation, versuchte Erpressung: Prozess gegen Heider, Menga und Willers

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Angeklagt wegen Spielmanipulation und versuchter Erpressung: Marc Heider, Stürmer des VfL Osnabrück, wird vor dem Amtsgericht Osnabrück in Kürze der Prozess gemacht – wie auch den ehemaligen VfL-Profis Tobias Willers (jetzt Viktoria Köln) und Addy Menga (jetzt BSV Rehden). Foto: imago/Karina HesslandAngeklagt wegen Spielmanipulation und versuchter Erpressung: Marc Heider, Stürmer des VfL Osnabrück, wird vor dem Amtsgericht Osnabrück in Kürze der Prozess gemacht – wie auch den ehemaligen VfL-Profis Tobias Willers (jetzt Viktoria Köln) und Addy Menga (jetzt BSV Rehden). Foto: imago/Karina Hessland

Osnabrück. Die Aufarbeitung der versuchten Spielmanipulation durch drei Fußballprofis des VfL Osnabrück geht in die nächste Runde. Das Landgericht lässt die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Marc Heider, Addy Menga und Tobias Willers zu. Wann der Prozess vor dem Amtsgericht gegen die drei stattfindet, ist noch nicht bekannt.

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Die Staatsanwaltschaft wirft den Profis vor, dass sie vor dem letzten Spiel der Saison 2017/18 gegen den SC Paderborn Spieler von Werder Bremens U23 und von Rot-Weiß Erfurt kontaktiert haben, um Geld herauszuschlagen für einen Sieg gegen den SC Paderborn, der wie Werder und Erfurt im Abstiegskampf jeden Punkt brauchte.

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Hauptangeklagter ist Tobias Willers, dem die Staatsanwaltschaft versuchte Erpressung in drei Fällen vorwirft. Die Anklage gegen Marc Heider und Addy Menga bezieht sich auf versuchte Erpressungen in jeweils einem Fall. Das Gesetz sieht ganz allgemein für Spielmanipulation einen Strafrahmen zwischen einer Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe bis drei Jahre vor; bei Erpressung liegt das Maß zwischen Geldstrafe und Freiheitsstrafe bis fünf Jahren.

Im Dezember 2017 hatte das Amtsgericht die Eröffnung eines Hauptverfahrens noch abgelehnt. Begründung: Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht für eine versuchte Erpressung, auch nicht auf der Basis der neuen Strafvorschrift in Paragraph 265d des Strafgesetzbuchs („Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben“).

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Dieser Einschätzung folgt das Landgericht nun nach der Beschwerde der Staatsanwaltschaft nicht. In dem als Gesetz gegen Sportbetrug bekannt gewordenen Paragraphen sei zwar von einer Manipulation zugunsten des Wettbewerbsgegners durch das absichtliche Herbeiführen einer Niederlage der eigenen Mannschaft die Rede.

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Das sei zwar im konkreten Fall nicht so, doch der Verdacht, die Angeklagten hätten in Aussicht gestellt, ohne entsprechende Gegenleistung keinen vollen Einsatz zu bringen, würde durch die Vorschrift im Paragraphen 265d StBG abgedeckt.

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„Die Angeklagten seien verdächtig, zumindest billigend die Vorstellung hervorgerufen zu haben, sich im Falle einer abschlägigen Antwort nicht in gleichem Maße für den eigenen sportlichen Erfolg einzusetzen“, heißt es in der Pressemitteilung des Landgerichts. Daneben bestehe ein hinreichender Tatverdacht hinsichtlich des Straftatbestands der versuchten Erpressung.

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Das DFB-Sportgericht hatte Marc Heider und Addy Menga im Juli 2017 wegen unsportlichen Verhaltens für vier Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe (Heider 2000 Euro, Menga 1500 Euro) belegt. Der zunächst für sechs Monate gesperrte Willers hatte in Berufungsverhandlungen eine Reduzierung des Strafmaßes auf drei Monate erreicht; er musste 4000 Euro Strafe zahlen.

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Während Heider beim VfL blieb und in dieser Saison bei 16 Einsätzen vier Tore erzielte, verließen Willers und Menga Osnabrück, weil sie keinen neuen Vertrag bekamen. Beide sind jetzt in der Regionalliga aktiv: Menga seit Ablauf der Sperre beim BSV Rehden in der Regionalliga Nord, Willers seit Anfang Oktober in der Weststaffel bei Viktoria Köln.

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