VfL-Wiki: Anel Dzaka, VfL Osnabrück Der Mann mit der „Hacka“

Von Sportredaktion

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Osnabrück. Er gehörte zum Kader von Bayer Leverkusen im Champions-League-Finale 2002 gegen Real Madrid und erzielte gleich mit seinem ersten Treffer im Profibereich ein „Tor des Monats“: Anel Dzaka sorgte schon in jungen Jahren für Aufsehen.

Anel Dzaka

Geboren am 19. September 1980 in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina). Ist ein ehemaliger Mittelfeldspieler, der in der Saison 2003/04 auf Leihbasis für den VfL spielte und im Mittelfeld vielseitig einsetzbar war.

Zu Beginn Straßenfußballer

„Dzaki“ stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien und begann dort als Straßenfußballer. Kam 1992 als Bürgerkriegsflüchtling nach Deutschland und spielte zunächst in der Jugend von Alemannia Aachen und Germania Dürwiß, bevor er 1995 in die Jugendabteilung von Bayer 04 Leverkusen wechselte.

Auf der Bank beim CL-Finale 2002

Absolvierte zwischen 1999 und 2003 für Bayer Leverkusen II insgesamt 97 Spiele in der Oberliga und der drittklassigen Regionalliga, gehörte ab 2000 auch dem erweiterten Kader der Bundesligamannschaft an und kam dort zu drei Erstligaeinsätzen. Gab sein Bundesligadebüt am 9. März 2001 in der Schlussphase des Spieles gegen den SV Werder Bremen. Saß im Champions-League-Finale 2002 zwischen Bayer 04 Leverkusen und Real Madrid auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz. Absolvierte nach eigenen Angaben mehrere Freundschaftsspiele für die U21 des DFB, aber kein Pflichtspiel.

2003 folgt der Wechsel an die Bremer Brücke

Kam im Juli 2003, nach kurzer Begutachtung durch Trainer Frank Pagelsdorf, auf Leihbasis von Bayer 04 Leverkusen, zum gerade in 2. Bundesliga aufgestiegenen VfL. Durch starke Leistungen im Trikot der Leverkusener Reserve an der Bremer Brücke waren die VfL-Verantwortlichen auf ihn aufmerksam geworden und hatten schon länger Interesse gezeigt. Debütierte am 1. Spieltag der Saison 2003/04, beim 1:0 Auswärtssieg gegen LR Ahlen, im Trikot des VfL und absolvierte im Saisonverlauf 27 Zweitligaspiele (4 Tore) und 1 DFB-Pokalspiel. Erregte am 4. Spieltag, beim 2:2 gegen den 1. FSV Mainz 05, überregionale Aufmerksamkeit durch seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für den gastgebenden VfL.

„Dzaka mit der Hacka“

Erreichte dabei eine eigentlich viel zu flache Flanke von Guido Spork durch einen intuitiven Hechtsprung und etwas Glück noch mit der rechten Hacke und überwand so FSV-Keeper Dimo Wache aus elf Metern. In Folge dessen durch TV-Reporter Uwe Morawe zum „Dzaka mit der Hacka“ ernannt. Der Treffer wurde von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum Tor des Monats August 2003 gewählt. Mit ihm wurde diese Auszeichnung erstmals einem VfL-Spieler verliehen. War Stammkraft und zählte als junger, talentierter Spieler zu den wenigen Lichtblicken in einer katastrophalen Saison, an dessen Ende der VfL als Tabellenletzter sang- und klanglos abstieg.

Erfolgreiche Zeit in Koblenz und Kaiserslautern

Verließ den VfL am Ende der Saison 2003/04 und schloss sich dem Drittligisten TuS Koblenz an, welcher sich stark um ihn bemüht hatte. Reifte dort zum unumstrittenen Führungsspieler, Leistungsträger im Mittelfeld und Publikumsliebling heran. Stieg 2006 sensationell mit der TuS in die 2.Bundesliga auf und wechselte 2008 zum 1.FC Kaiserslautern. Absolvierte zwischen 2006 und 2010 103 Zweitligaspiele. Im Spätsommer 2011 stand der VfL zwischenzeitlich vor einer erneuten Verpflichtung des damals vereinslosen Spielers, welche aber trotz eines längeres Trainingsaufenthaltes nicht zustande kam. Schloss sich nach längerer Arbeitslosigkeit im Januar 2012 dem Drittlisten Rot-Weiß Oberhausen an, bevor er zwischen Sommer 2012 und Sommer 2015 nochmals für die mittlerweile in die viertklassige Regionalliga Südwest abgestiegene TuS Koblenz auflief und dort seine Karriere beendete.

Heute ambitionierter Jugendtrainer

Anel Dzaka lebt heute mit seiner Familie in der Region Koblenz und ist Jugendtrainer bei den B-Junioren der TuS Koblenz. Strebt derzeit den Trainer A-Schein an, verbunden mit dem Ziel auch künftig im Fußball zu arbeiten. Läuft außerdem seit einigen Jahren regelmäßig bei Benefizspielen für die „Lotto-Elf Rheinland-Pfalz“ auf, einer Prominentenmannschaft, die Geld für soziale Zwecke sammelt.

Stand: September 2017.

Weiterlesen im Archiv auf noz.de:

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Hinweise, Ergänzungen und Korrekturen bitte per Mail an: vfl-wiki@noz.de


Statistik Anel Dzaka

Vereine: Bayer 04 Leverkusen (1995 bis 2003), VfL Osnabrück (2003/04), TuS Koblenz (2004 bis 2008), 1. FC Kaiserslautern (2008 bis Januar 2010), TuS Koblenz (Januar bis Juni 2010), 1. FC Kaiserslautern II (2010/11), Rot-Weiß Oberhausen (Dezember 2011 bis 2012), TuS Koblenz (2012 bis 2015).

Beim VfL in der Saison 2003/04. 27 Spiele in der 2. Bundesliga, 4 Tore. 1 Spiel im DFB-Pokal, kein Tor. 15 Freundschaftsspiele, 9 Tore.

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