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Salate mit neuer Rezeptur Homann wehrt sich gegen Vorwürfe der Verbraucherzentrale

Von Christian Lang

Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert den Dissener Lebensmittelhersteller Homann. Foto: Michael GründelDie Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert den Dissener Lebensmittelhersteller Homann. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert den Dissener Lebensmittelhersteller Homann. Stein des Anstoßes: die neuen Rezepturen des Unternehmens für dessen Feinkostsalate. Homann wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg hätten sich diverse Homann-Kunden über die Feinkostsalate des Dissener Unternehmens beschwert. Wie ein Hinweis auf den Verpackungen verrät, hat der Lebensmittelhersteller die Rezeptur bei einigen Produkten verändert.

Weniger Eier enthalten

Die Verbraucherzentrale kritisiert unter anderem, dass in dem „Milden Eiersalat mit feinem Schnittlauch“ mittlerweile nur noch 50 Prozent statt wie bisher 58 Prozent Eier enthalten sind. „Früher waren es nach unseren Recherchen sogar noch 63 Prozent. Ein wahrer Aderlass für einen Eiersalat. Will Homann auf diese Art und Weise Rohstoffkosten einsparen?“, fragt die Verbraucherzentrale. Beim Vergleich mit anderen Eiersalaten sei aufgefallen, dass in keinem anderen Produkt ein geringerer Prozentsatz an Eiern enthalten sei. Hinzu komme, dass der Homann-Eiersalat trotzdem der teuerste in der Stichprobe gewesen sei. Die Verbraucherzentrale bemängelt außerdem, dass die Kunden auf dem Etikett keine Angaben über die Haltungsform der Hühner erhalten, die die Eier für den Salat gelegt hatten. (Weitere Berichte zu Homann finden Sie hier)

Umstrittener Zusatzstoff

Noch vor Kurzem habe Homann, das zur luxemburgischen Unternehmensgruppe Theo Müller gehört, noch damit geworben, dass keine Zusatzstoffe verwendet würden. Dies habe sich geändert. Im Eiersalat befänden sich neuerdings Zusatzstoffe, so auch das umstrittene Natriumbenzoat, schreibt die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage. Natriumbenzoat stehe im Verdacht, bei empfindlichen Personen mit Asthma, Heuschnupfen oder Hautallergien allergische Reaktionen auslösen zu können.

„Gerade treue Markenkunden tappen hier in die Falle. Wer liest schon bei jedem Einkauf aufs Neue das Kleingedruckte?“, kritisiert die Zentrale. Im Vergleich zum Vorgängermodell habe sich zudem sowohl der Fett- als auch der Zuckergehalt erhöht.

Falsche Aussagen?

Auch bei dem Produkt „Herzhafter Eiersalat mit deftigem Speck“ sei die Rezeptur verschlechtert worden. „Über 50 Prozent mehr Fett und viel Chemie: Zwei Konservierungsstoffe, das bedenkliche Antioxidationsmittel Calcium-dinatrium-EDTA (E 385) und obendrein ist der ,Feinkostsalat‘ zusätzlich aromatisiert“, schreibt die Verbraucherzentrale. Auch andere Salate seien „verschlimmbessert“ worden.

Als die Verbraucherzentrale eine Stellungnahme von Homann erbeten hatte, habe sie keine zufriedenstellende Antwort erhalten. Deshalb sollten sich die Verbraucher direkt an den Lebensmittelhersteller wenden. „Sie bekamen entweder trotz mehrfacher Nachfrage gar keine Antwort oder falsche Aussagen oder sie wurden mit Standardsätzen und Worthülsen abgespeist“, kritisiert die Zentrale die Reaktionen von Homann.

Das Fazit der Verbraucherzentrale: „Die Homann Feinkost GmbH jubelt Verbrauchern mit ihrem ,milden Eiersalat‘ eine Mogelpackung unter. Eine deutlich schlechtere Qualität wird als ,neue Rezeptur‘ verkauft und schick verpackt über die Ladentheke geschoben.“

Mutterkonzern wehrt sich

Homanns Mutterkonzern, die Theo-Müller-Gruppe, wehrt sich gegen die Vorwürfe der Verbraucherzentrale. Die Veränderungen in der Rezeptur entsprächen in erster Linie den Wünschen der Kunden. „Die von der Verbraucherzentrale genannte Rezepturanpassung dient der Optimierung des sensorischen Profils entsprechend den Verbraucherwünschen“, heißt es von der Unternehmensgruppe Theo Müller auf Anfrage unserer Redaktion. Deshalb sei die Ei-Masse reduziert worden. „Außerdem haben wir die Produktnamen angepasst, um den Verbrauchern die Differenzierung der Produkte zu erleichtern: Der ,Eiersalat mit Schnittlauch‘ heißt nun ,Milder Eiersalat‘, ,Eiersalat mit Bacon‘ heißt nun ,Herzhafter Eiersalat‘.

Auch bei dem von der Verbraucherzentrale kritisierten Einsatz von Zusatzstoffen verweist der Konzern auf die Erwartungen der Verbraucher. „Um das Produkt weiterhin mit der erwarteten Haltbarkeit und den produkttypischen Eigenschaften anbieten zu können, war der hier erfolgte Austausch aufgrund des Verzichts auf Säuerungsmittel erforderlich. Alle von uns verwendeten Stoffe mit konservierender Wirkung sind selbstverständlich zugelassen und im Markt gängig“, heißt es von Seiten der Theo-Müller-Gruppe.