10.000 Gegendemonstranten erwartet Schwedische Polizei bereitet sich auf Nazidemonstration vor

Astrid Diepes

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Schwedens Polizei bereitet sich auf den größten Polizeieinsatz seit zehn Jahren vor. Symbolfoto: Michael GründelSchwedens Polizei bereitet sich auf den größten Polizeieinsatz seit zehn Jahren vor. Symbolfoto: Michael Gründel

Göteborg. Zu einer Nazidemonstration in Göteborg erwartet die schwedische Polizei am Samstagmittag über 1000 Teilnehmer. Die Demonstration findet zeitgleich mit der größten skandinavischen Buchmesse in Göteborg statt.

Die schwedische Polizei bereitet sich auf den größten Polizeieinsatz seit zehn Jahren vor. Die rechtsextreme neonazistische Organisation „Nordiska motståndsrörelsen“ (Nordische Widerstandsbewegung) fiel bereits in der Vergangenheit wegen brutalen Gewalttaten bei Demonstrationen auf. Im Januar 2016 griffen bewaffnete Mitglieder dieser Organisation bei einer Demonstration in Stockholm Polizisten an.

10.000 Gegendemonstranten erwartet

Für Samstag hält die schwedische Polizei 1000 Demonstranten und bis zu 10.000 antifaschistische Gegendemonstranten für möglich. Sie befürchtet Auseinandersetzungen, wenn die beiden Lager aufeinandertreffen. Während des Einsatzes tragen die Polizisten Kameras an ihren Uniformenjacken, um mögliche Verbrechen zu dokumentieren. Im Aftonbladet beurteilt Christer Mattsson, Forscher und stellvertretender Vorstand des Segerstedtinstituts der Universität Göteborg, die nordische Widerstandsbewegung als „eine gewalttätige Bewegung mit einer gewalttätigen Ideologie, die gewalttätige Menschen anzieht.“

Ziel: Demokratie abschaffen

Die nordische Widerstandsbewegung hat in Schweden mehrere hundert Mitglieder. Hinzu kommen Neonazis aus Norwegen und Dänemark. Die Naziorganisation ist streng hierarchisch organisiert und besteht seit 1997. Selbsterklärtes Ziel der rechtsradikalen Organisation ist es, die Demokratie und demokratische Parteien abzuschaffen und mit einer Herrschaft unter einer starken Leitung zu ersetzen. Ein Großteil der Mitglieder ist vorbestraft. Simon Lindberg, Leiter der nordischen Widerstandsbewegung, nannte die Demonstration im Vorfeld „die wichtigste politische Vorstellung der modernen Zeit“.

Kirche ruft zu Protest auf

Die schwedische Kirche organisiert einen landesweiten Protest. Sie ruft die Bevölkerung auf, als Symbol gegen den von der nordischen Widerstandsbewegung verbreiteten Hass Kerzen in die Fenster der Häuser zu stellen und nicht wegzusehen. Auch die Kirchen im Land werden beleuchtet sein. Die Demonstrationsstrecke wurde nach harscher Kritik so geändert, dass die Demonstranten nicht an den Synagogen der Stadt vorbeikommen. Zum Beginn der Demonstration werden die Glocken der Christinenkirche der Deutschen Gemeinde Göteborg geläutet. Bereits am Vormittag lesen Schriftsteller im Rahmen der Buchmesse vor dem Dom über den gleichen Wert aller Menschen.


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