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Bei Auftritt in Berlin Comedian Bülent Ceylan teilt gegen Erdogan aus

Von Christian Lang

Komiker Bülent Ceylan hat am Wochenende gegen den türkischen Staatspräsidenten Erdogan verbal ausgeteilt. Foto: dpaKomiker Bülent Ceylan hat am Wochenende gegen den türkischen Staatspräsidenten Erdogan verbal ausgeteilt. Foto: dpa

Osnabrück. Komiker Bülent Ceylan hat am Wochenende gegen den türkischen Staatspräsidenten Erdogan verbal ausgeteilt. Seine Fans reagierten mit Beifall.

Comedian Bülent Ceylan ist nicht bekannt dafür, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. In seinen Programmen nimmt der 41-Jähriger, dessen Vater Türke war, regelmäßig deutsche und türkische Sitten aufs Korn.

Am Wochenende bewies der Comedian besonderen Mut: Bei einem Auftritt vor 17.000 Zuschauern in Berlin erklärte der gebürtige Mannheimer, was er vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hält – nämlich nicht viel. „Ihr seid doch auch froh, dass endlich mal ein Türke in Berlin sagt, dass er gegen Erdogan ist!“, rief er laut Bericht der „Bild“ beim „Stars for Free“-Festival des Radiosenders 104.6 RTL ins Mikrophon. Die Zuschauer hätten dieses Statement demnach mit Jubel und lautem Klatschen quittiert.

Nicht das erste Statement

Doch damit nicht genug. Bülent Ceylan legte nach gegen den Politiker. „Ich hab’s gesagt! Ich hab’s gesagt! Wenn ich jetzt erschossen werde, dann in Berlin. In Kreuzberg darf ich mich heute aber nicht mehr blicken lassen…“, sagte er zu einem Kumpel am Bühnenrand. Eine Anspielung auf die vielen Erdogan-Anhänger in dem Berliner Stadtteil. Danach folgte sogar noch ein Witz über den Präsidenten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ceylan sich gegen den Politiker stellt. Bei einem Auftritt in der Kölner Lanxess-Arena sagte er im März: „Wenn ich nicht mehr meine Meinung sagen darf, dann gute Nacht. Es gab immer noch keinen Kopfschuss nach einem Erdogan-Witz. Es könnte ein toller Abend werden.“

Die Böhmermann-Affäre

Im vergangenen Jahr hatte bereits Komiker Jan Böhmermann mit einem Song über den türkischen Präsidenten für Aufsehen gesorgt. Böhmermann hatte in seiner Sendung „Neo Magazin Royale“ Ende März 2015 24 Verse vorgetragen, in denen er Erdogan unter anderem mit drastischen Worten bestimmter sexueller Handlungen bezichtigte. Strafrechtlich blieb das Gedicht für den Moderator folgenlos, zivilrechtlich untersagte das Hamburger Landgericht weite Teile des Gedichts.

Auf Twitter gibt es neben viel Zuspruch aber auch einige kritische Stimmen. „Du langhaariger dorfdepp kannst ja nicht mal lesen und schreiben. Wieso bewertest Du unseren Staatspräsidenten?“, schreibt unter anderem ein – vermutlich türkischstämmiger – Nutzer.

(mit AFP)