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Priester wollten ihn erpressen Sexskandal eines Bischofs in Rumäniens Kirche

Von Thomas Roser

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In der rumänischen Hauptstadt Bukarest  sorgten die Sex-Eskapaden eines Bischofs für einen Skandal. Foto: dpa-tmnIn der rumänischen Hauptstadt Bukarest sorgten die Sex-Eskapaden eines Bischofs für einen Skandal. Foto: dpa-tmn

Belgrad. Auch orthodoxen Kirchen bleiben peinliche Fehltritte nicht erspart. Erstmals seit 92 Jahren hat die rumänisch-orthodoxe Kirche eine Sondersynode einberufen müssen, um über die Sex-Eskapaden eines Bischofs zu beraten.

Mobiltelefone und andere potentielle Aufnahmegeräte mussten bei der historischen Premiere draußen bleiben. Erstmals in ihrer 92-Jährigen Geschichte hatte die rumänisch-orthodoxen Kirche Ende der vergangenen Woche auf einer zweitägigen Sondersynode über die Sex-Eskapaden einer ihrer prominenten Hirten zu beraten. Alle Unschuldsbeteuerungen von Corneliu Birladenau, dem Bischof im ostrumänischen Husi, fruchteten angesichts der drückenden Video-Beweislast nichts.

Priester wollten erpressen

Schon im Juni waren Aufnahmen aufgetaucht, die den Bischof im sexuellen Clinch mit einem früheren Seminaristen zeigten: Justizermittlungen gegen drei Priester, die den 51-Jährigen zu erpressen suchten, hatten den für seine Kirche sehr peinlichen Fall ans Tageslicht befördert. Von einer „Fälschung“ spricht der Betroffene.

Doch selbst bei seinem Arbeitgeber fand seine Beteuerung am Ende kein Gehör mehr. „Zum Wohl der Kirche“, habe der weiter auf seine Unschuld pochende Bischof seinen Rücktritt erklärt, so eine am vergangenen Freitag veröffentlichte Erklärung der Kirche: Sein Abtritt sei die beste Lösung, denn die Ermittlungen würden „Monate dauern und die Situation der Unsicherheit“ für das Bistum verlängern.

Weitere Fälle

Fleischesgelüste sind menschlich. Doch für einen hehre Moralansprüche verbreitenden Arbeitgeber gelten homosexuelle Bande der eigenen Kuttenträger weiterhin als peinlicher Gesichtsverlust. Während der über den Sexskandal gestrauchelte Ex-Bischof seine Kirchenkarriere nun eher unfreiwillig als Mönch fortzusetzen hat, sind auch niedrigere, vom Zölibat befreite Geistliche in Rumäniens orthodoxer Kirche vor sexuellen Anfechtungen und Fehltritten keineswegs gefeit.

Aufnahmen eines Priesters in der Provinz Mures, der einen 17jährigen zum Sex überreden suchte, haben die Kirche genauso ins Gerede und ins Visier der Justiz gebracht wie ein Klosterabt in Marmures, der angeblich einen Theologiestudenten zu verführen suchte.

Öffentliche Abbitte

Angesichts des öffentlichen Wirbels um die Sexskandale der Kirchenhirten sah sich der seit 2007 amtierende Patriarch Daniel Ciobotea Ende Juli gar erstmals zu einer öffentlichen Abbitte genötigt: Er entschuldige sich für die „Unannehmlichkeiten“, die den Gläubigen durch die Skandale bereitet worden seien, so die Botschaft des 66jährigen Kirchenfürsten.


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