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Polyamorie Mann, Mann, Mann: Erste „Dreier-Ehe“ in Kolumbien

Von dpa

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Das Verfassungsgericht hat 2016 die Homo-Ehe in Kolumbien zugelassen. Foto: Christian Escobar MoraDas Verfassungsgericht hat 2016 die Homo-Ehe in Kolumbien zugelassen. Foto: Christian Escobar Mora

Medellín. Sie teilen sich zu dritt das Bett - in Kolumbien ist erstmals eine ungewöhnliche Ehe von drei schwulen Männern genehmigt worden. Wenn das Schicksal es nicht verhindert hätte, hätten sogar vier Männer geheiratet.

In Kolumbien haben drei Männer offiziell die erste „Dreier-Ehe“ des Landes geschlossen. In der Stadt Medellín wurde der besondere Dreierbund fürs Leben am vergangenen Wochenende notariell beglaubigt.

„Wir leben zusammen, teilen Haus, Bett, alles. Wir leben die Vielliebe (Polyamorie)“, sagte der Schauspieler Víctor Hugo Prada Ardila dem Radiosender Caracol mit Blick auf seine neuen Ehepartner Manuel José Bermúdez Andrade und John Alejandro Rodríguez Ramírez.

Eigentlich seien sie sogar vier Partner gewesen, die seit vier Jahren diese besondere Liebesbeziehung zueinander pflegen - aber der vierte Mann starb an Krebs. Bei der Feier des Dreier-Bundes wurde an ihn besonders erinnert. Gegen starken Widerstand der Kirche hatte das Verfassungsgericht 2016 die Homo-Ehe in Kolumbien zugelassen.

Prada berichtete, man habe drei Notare kontaktiert und die notwendigen Unterlagen eingereicht. Nach 15 Tagen sei er bei dem ersten Notariat vorbeigegangen und man habe ihn mit der Begründung abgewiesen, dass die Unterlagen noch nicht gelesen werden konnten. Beim zweiten hieß es, die verantwortliche Person sei verreist.

Beim dritten Notar, wo er am wenigsten Hoffnung gehabt habe, da dort eine Jesus-Figur im Büro hing, sei der Antrag problemlos akzeptiert worden. „Es gab eine offizielle Unterzeichnung des Dokuments und wir brachten vier Trauzeugen mit.“ Mit dem „Dreier-Bund“ („Trieja“) werde anerkannt, dass es auch andere Formen jenseits der klassischen Familie gebe. Mit der Legalisierung der „Dreier-Ehe“ werden Erb- und Versorgungsregelungen im Todesfall zwischen den Männern einfacher.

Weltweit gibt es bisher kaum solche eingetragenen Dreier-Ehen. In Rio de Janeiro heirateten 2015 drei Frauen, was in Brasilien zu einigen Debatten führte. Eine der Frauen betonte, jede Ehepartnerin habe zwar ihr eigenes Zimmer, aber man schlafe zu dritt im gleichen Bett.

Nach der Entscheidung des kolumbianischen Verfassungsgerichts für die Homo-Ehe 2016 waren die Richter und Notare des Landes angewiesen worden, dass sie Eheschließungen zwischen zwei Männern oder Frauen nicht mehr ablehnen dürfen - zu Eheschließungen mit drei oder mehr Partnern gab es keine Regelung. Adoptionen von Kindern sind erlaubt.

In Südamerika gibt es neben Kolumbien bisher in Brasilien, Argentinien und Uruguay das Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe.


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