Mehr Polizei, feste Kontrollpunkte Verschärftes Sicherheitskonzept für die Kieler Woche 2017

Von dpa

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Die Polizei verschärft das Sicherheitskonzept für die Kieler Woche 2017. Dennoch soll der Charakter des Sommerfestes erhalten bleiben. Foto: dpaDie Polizei verschärft das Sicherheitskonzept für die Kieler Woche 2017. Dennoch soll der Charakter des Sommerfestes erhalten bleiben. Foto: dpa

Kiel. Nach den jüngsten Terroranschlägen verschärft die Polizei- die Sicherheitsvorkehrungen für die Kieler Woche vom 17. bis 25. Juni 2017. Oberbürgermeister Kämpfer setzt auf eine Mischung aus offenem Sommerfest und Abschreckung von Terroristen.

„Besucher werden die Kieler Woche in diesem Jahr in etwas anderem Gewand erleben“, sagte der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz im Vorfeld des Sommerfests. Deutlich mehr Einsatzkräfte, feste Kontrollpunkte in der Innenstadt und mobile Wachen sollen dafür sorgen, dass Millionen Gäste Ende Juni auf dem laut Veranstaltern größten Sommerfest Nordeuropas unbeschwert feiern können.

Kompromiss gefunden

Bauchrowitz sprach von einem Kompromiss zwischen dem, was angesichts der Sicherheitslage in Deutschland erforderlich sei und dem Charakter der Festwoche, „der ja unser freiheitliches Leben ein stückweit repräsentiert“. Diesen dürfe das Sicherheitskonzept „nicht gänzlich“ einschränken. Im Vergleich zu 2016 seien noch einmal 50 Prozent mehr Beamte im Einsatz. Bereits im Vorjahr hatte die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte um 30 Prozent gegenüber 2015 erhöht. Genaue Zahlen will Bauchrowitz nicht nennen.

Zur Kieler Woche werden Ende Juni rund drei Millionen Gäste erwartet. In der Innenstadt und am Wasser sind dann wieder zahlreiche Bühnen aufgebaut. Hunderte Bands spielen auf Bühnen zwischen dem Segelzentrum in Schilksee und der Hörn. Die meisten Konzerte sind umsonst.

Autofahrer müssen mit Staus rechnen

Mit mobilen Wachen will die Polizei „sichtbare Präsenz“ an Kiels tollen Tagen zeigen. Wer mit dem Auto in die Innenstadt will, braucht Geduld. Staus sind wahrscheinlich. Grund sind neu eingerichtete Kontrollpunkte der Polizei. Besucher und Anwohner müssen im Innenstadtbereich mit Einschränkungen rechnen.

„Wir werden in diesem Jahr zusätzlich die Außensicherheit der Kieler Woche durch ein umfangreiches Sperr- und Kontrollkonzept ergänzen“, sagte Bauchrowitz. Der vergleichsweise große Veranstaltungsbereich solle durch „eine Verlangsamung des Straßenverkehrs“ und Kontrollen geschützt werden. Die Kontrollstellen wollen die Beamten mit Barrieren und großen Sandsäcken sichern.

Keine konkreten Terrorhinweise

Polizei und die Stadt als Veranstalter der Festwoche haben das neue Sicherheitskonzept gemeinsam erarbeitet. Für Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) ist das Ziel eine Mischung aus „offenen Sommerfest für jedermann“ und einer abschreckenden Wirkung für Attentäter. Die Besucher sollten sorgenfrei und unbeschwert feiern können. „Wir möchten, dass alle Besucher unbeschwerte Festtage hier haben können – mit Segeln und einem Sommerfest.“ Für Veranstalter und Polizei gelte es aber, Sicherheit zu gewährleisten.

„Man macht sich natürlich Sorgen und Gedanken. Wir haben in Deutschland eine abstrakt hohe Gefährdungslage, wo jederzeit etwas passieren kann“, sagte Kämpfer. Die Behörden müssten gewappnet sein. Der Terror könne „in allen möglichen Formen Platz greifen“. Konkrete Hinweise gibt es nach Angaben von Polizeichef Bauchrowitz nicht. Die terroristische Bedrohung könne sich in Deutschland aber jederzeit konkret werden. „Das könnte auch auf einem Volksfest der Fall sein und darauf sind wir eingestellt.“


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