Weltnichtrauchertag 2017 Wie Nagellack dabei half, mit dem Rauchen aufzuhören

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Am 31. Mai 2017 ist Weltnichtrauchertag. Kollegen aus der Redaktion erinnern sich an ihre letzte Zigarette. Foto: dpaAm 31. Mai 2017 ist Weltnichtrauchertag. Kollegen aus der Redaktion erinnern sich an ihre letzte Zigarette. Foto: dpa

Osnabrück. Wann haben Sie Ihre letzte Zigarette geraucht? Vorhin, gestern, vor vielen Jahren, gar nicht? Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2017 haben wir die Kollegen gefragt. Überraschenderweise spielt Nagellack eine bedeutende Rolle.

Bei den Erinnerungen an die Zeit des Rauchens fällt ziemlich oft das Wort „cool“. Viele Kollegen in der Redaktion probierten die Glimmstängel erstmals während ihrer Jugendzeit aus. Mittlerweile sind nicht alle, aber die meisten von ihnen Nichtraucher. Zum Weltnichtrauchertag 2017 erinnern sie sich an ihre letzte Zigarette.


Nach einer Bronchitis war Schluss

Manuela Kanies
 

Zigaretten und ich, diese Beziehung war kompliziert: Der erste Zug mit 13 bei einer Zeltfete endete in einem Hustenanfall. Logisch, denn ich habe allergisches Asthma. Drei Jahre widerstand ich dem Rauchen. Mit 16 war Schluss: Während meiner Zeit mit coolen Jungs in einer Theater-AG wollte ich auch cool sein und fing mit Rauchen an, meistens auf Partys. Beim Abi siegte die Nervosität und das Rauchen begleitete mich ein halbes Jahr lang täglich. Im Studium folgte wieder eine Party-Rauch-Zeit. Am nächsten Tag kam  der Ekel vor den nach kaltem Rauch riechenden Haaren. Warum tat ich mir das an? Im Januar vor drei Jahren war Schluss: Eine sehr schwere Bronchitis legte mich wochenlang lahm. Danach war es erstaunlich leicht, diese 16-jährige Beziehung ohne Bedauern für immer zu beenden.

 
 

Von der Kieferorthopädin entlarvt

Meine letzte Zigarette war eine Zigarre. Kein besonders erlesenes Stück, sondern irgendein Exemplar von der Tankstelle. Für den Anlass war sie jedoch gut genug. Zum Abschluss einer bescheidenen Fußballerkarriere überwiegend auf Kreisklassenniveau feierte ich bierselig Zigarre paffend einen Aufstieg mit dem TuS Aschendorf II. Das war 2007.

Richtig geraucht habe ich auch bis dahin nie, aber wie fast jedes Kind die Glimmstängel heimlich ausprobiert. Aus der Schublade des Vaters meines besten Schulfreundes aus Kindertagen in den 80er-Jahren stibitzten wir eine halbvolle Schachtel HB, setzten uns damit auf den Abenteuerspielplatz ab und pafften den anderen Kindern großspurig etwas vor. Wir fühlten uns megacool – auch wenn sich lange keiner traute, den beißenden Rauch „auf Lunge“ zu ziehen. Der Hustenanfall, als ich es irgendwann doch ein einziges Mal tat, ist mir bis heute in Erinnerung.

Die Eltern durften natürlich nichts merken. Die Heimlichtuerei ging allerdings nicht lange gut. Entlarvt wurde ich von einer Kieferorthopädin, die Nikotinrückstände in meinem Mund ausmachte. Nicht, weil ich meine Zähne schlecht geputzt hätte, sondern weil das Nikotin angeblich Spuren auf dem Metall meiner klobigen, festen Zahnspange hinterließ. Damit war die Raucherkarriere vorbei, bevor sie richtig beginnen konnte. Geschmeckt hat es kein einziges Mal – auch die billige Zigarre von der „Tanke“ nicht wirklich.

Gerd Schade
 
 

Es war einfach ekelhaft

Nadine Grunewald
 

Meine erste Zigarette ist gleichzeitig auch meine letzte gewesen. Ich weiß nicht mal, ob man das überhaupt so sagen kann, denn es war noch nicht mal eine ganze. Ich war 13 oder 14, angesäuselt auf einer Party. Der Junge, den ich toll fand, stand draußen und rauchte. Klar, dass ich da auch mal ziehen wollte. Vielleicht hätte ich es besser gelesen – oder auch nicht. Denn dieser eine Zug war so ekelhaft, dass ich nie auch nur die geringste Lust darauf verspürt habe, mit dem Rauchen anzufangen. Nachdem nicht mal mehr in Kneipen geraucht werden darf, finde ich es heute schon grausam, wenn ich draußen bin und mir von irgendwoher Zigarettenrauch in die Nase weht. Auf Stadtfesten oder ähnlichem weiche ich Rauchern aus – oder halte die Luft an.

 

Folgenreicher Jahreswechsel

Ich bin immer mehr so ein Gelegenheitsraucher gewesen, aber ganz davon lassen konnte ich auch nicht. Bis zum Jahreswechsel 2000/2001, als wir bei Nachbarn eingeladen waren. Mein Nachbar Ludwig qualmte auch und meinte kurz vor Mitternacht: „Lass uns doch Neujahr zusammen aufhören“. Ich sagte spontan zu, schlug aber vor, lieber den 2. Januar als Start zu nehmen, sonst wäre nämlich nach Mitternacht schon Schluss mit dem Dampfen. Er lachte und stimmte zu. Also qualmten wir auch nach Mitternacht noch fröhlich weiter, tags drauf aber dann nicht mehr. Wir halten uns dran seit nunmehr über 16 Jahren.

Thomas Pertz
 
 

Wandlung mit 24

Martina Grothe
 

Mit zwölf Jahren paffte ich meine erste Zigarette. Bald wurde ich professioneller, ich qualmte auf Lunge. Irgendwann wurde es wieder uncooler zu rauchen, aber ich hörte trotzdem nicht auf. Dann kam mir eine Idee: Ich rauche nur noch, wenn ich ab und an Alkohol trinke. Das führte dazu, dass sich mein Alkoholkonsum beträchtlich steigerte, mein Zigarettenkonsum aber nicht verringerte. Ich bin nicht stolz darauf. Mit 24 schaffte ich dann den Absprung. Eine anstrengende Prüfung lag hinter mir, der Zeitpunkt war einfach gekommen. Ich avancierte zu einem widerlich intoleranten Nichtraucher, der Raucherkneipen hasst und nach Partys noch mitten in der Nacht unter die Dusche steigt.

 

Ost-Zigarette und Übermut

Ich sage immer, dass ich mit elf oder zwölf Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe. In meiner damaligen Clique war es einfach cool, zu paffen. Und megacool, einen Zug auf Lunge zu nehmen. Vielleicht lag es am Schulwechsel, am neuen Freundeskreis, dass mich Zigaretten danach nicht mehr gereizt haben. Mit einer Ausnahme: Im Sommer vor der Wiedervereinigung fuhr ich mit meiner Fußballmannschaft, der A-Jugend des ASC Nienburg, in den äußersten Südosten der DDR, nach Görlitz. Sportlich war es ein Flop, doch der Spaßfaktor war hoch. Wie auch der Übermut. Doch der intensive Zug an einer Ost-Zigarette sowie der damit einhergehende Hustenanfall beendeten dann definitiv meine Nikotin-Ära.

Karsten Grosser
 
 

Nagellack statt Nikotin

Sarah Engel
 

Meine Karriere als Gelegenheitsraucher begann in der Pubertät. Ob Konzert im Club oder Kaffee im Garten – einer kleinen Zigarette war ich nie abgeneigt. Ein Laster, dass sich bis in meine Studienzeit zog. In meinem Freundeskreis rauchten alle, meine WG-Mitbewohnerin verließ sogar mit zwei Schachteln Zigaretten das Haus. Man wusste schließlich nie, wie lange der Abend in der Kneipe werden würde. Kurz vor meinem 22 Geburtstag entschloss ich mich, der Kippe leise Servus zu sagen. Doch als einzige Nichtraucherin umgeben von blauem Dunst stellte ich mir das äußerst schwierig vor. Eine kleine, bunte Leidenschaft half mir jedoch beim Aufhören. Während meine Mitbewohnerin Zigarettenschachteln hortete, reihte sich in unserem Kühlschrank eine Nagellackflasche an die andere. Ohne bunte Nägel verließ ich nie das Haus. Um mich bei abendlichen Treffen abzulenken und statt der Zigarette einen anderen Gegenstand in der Hand zu haben, funktionierte ich unsere Wohnküche kurzerhand zum Nagelstudio um. Während meine Freundinnen quarzten und tranken, lackierte ich ihnen die Nägel. Ein Trick, der mir über den anstrengenden Anfang des Aufhörens half, und mich heute weiterhin Nichtraucherin sein lässt.


 

Vom Rauch-Rookie zum Nikotin-Nerd

Ja, es galt als cool. Ja, auch ich wollte dazugehören und kaufte mir mit 15 Jahren meine erste eigene Schachtel Kippen. Damals, als Rauchen noch überall erlaubt war, wurde an meiner Schule sogar eine extra Raucherecke mit großem Schirm als Wetterschutz für uns Schüler eingerichtet. So manch ein Lehrer gesellte sich in den Pausen paffend zu uns Nachwuchsqualmern. 2009, längst vom Rauch-Rookie zum Nikotin-Nerd aufgestiegen, schaffte ich den Ausstieg – für ganze acht Monate. Es folgte eine neue erste Zigarette und bis heute unzählige letzte – gerade erst, vor zehn Minuten.

Volker Poerschke
 
 

Täglich die letzte Zigarette auf der Terrasse

Carola Alge
 

Meine vorübergehend letzte Zigarette habe ich 1991 geraucht. Wir waren gerade zu unser Hochzeit auf Barbados. Coole Location, cooles Wetter. An einem Abend auf der Hotelterrasse nach einem super Essen nahm ich eine Zigarette aus der Schachtel , zerknüddelte den Rest samt Inhalt und warf ihn in den Mülleimer. Vier Jahre war ich „clean“.  Ob in der Clique, in der Kneipe – mich störten Raucher nicht, animierten mich aber auch nicht, wieder zum Glimmstängel zu greifen. Sechs Jahre später der Rückfall. Nach einem guten Essen, zu einem Gläschen Wein schlich sich das Rauchen wieder ein. War das nach so langer Zeit wieder Sucht? Auf jeden Fall schmeckten und schmecken mir diese Zigaretten am besten.  Und meine letzte gibt es dann irgendwie ja doch auch. Täglich, abends auf der heimischen Terrasse. Ob im Sommer oder Winter – ich stehe da, schaue in den Garten und zum Himmel und denke oft an besondere Menschen, die mich eine Zeit lang begleitet haben und nicht mehr leben.

 
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