Interview mit Musiker Warum Johannes Oerding ohne Hut keine Bühne betritt


Hamburg. Ohne seinen Hut besteigt Johannes Oerding keine Bühne. Warum sein Haar darunter Stoff für Diskussionen bietet, er sich in Kneipen jetzt benehmen muss und was er von Dieter Bohlens englischen Reimkünsten hält, hat der 35-jährige Sänger im Interview verraten.

Udo Lindenberg bezeichnet sie als kleinen Bruder von Stevie Wonder. Geht das runter wie Öl? Ja, das geht wirklich runter wie Öl (lacht). Udo knallt allerhand Komplimente über mich heraus, das ist sehr schön. Wir kennen uns schon sehr, sehr lange. Als ich vor 14 Jahren einen meiner ersten Auftritte auf der Reeperbahn hatte, war Udo im Publikum. Nach dem Konzert kam er zu mir, hat mir auf die Schulter geklopft und gesagt: „Du hast eine goldene Kugel im Hals. Du bist ein Goldkehlchen.“ Das ist natürlich ein Ritterschlag, denn ich bin ein großer Fan von Udo. Er ist einer meiner größten Helden und gehört zu den Gründervätern der deutschen Popmusik.

Sie haben mit Lindenberg einen Song aufgenommen. Was können Sie von Lindenberg lernen?

Udo ist nicht nur musikalisch ein Vorbild, sondern auch wegen seiner klaren politischen Haltung, die liberal, weltoffen und bunt ist. Bei Udo weiß man, woran man ist. Er ist ein Menschenfreund. Udo übernimmt als Künstler Verantwortung und steht noch mit über 70 Jahren auf der Bühne. Er liebt die Musik und hat erkannt, dass sie seine größte Leidenschaft und ein Privileg ist. Man spürt immer eine gewisse Demut bei ihm als Künstler, und das kann man sich auf jeden Fall abschauen.

Und was kann er im Umkehrschluss von Ihnen lernen?

Johannes Oerding und Udo Lindenberg in Bremen. Foto: André Havergo

Udo kann man nichts mehr beibringen (lacht). Er hat mich schon mal gefragt, ob wir zusammen Texte schreiben wollen. Er respektiert meine Arbeit. Ihm fällt auf, wenn Leute kontinuierlich arbeiten, das musikalische Handwerk beherrschen und Talent haben. Ich spiele meine Instrumente und bin wie Udo Musiker. Er hat als Trommler in Kneipen angefangen und ist jahrzehntelang gewachsen. Das ist ein „Oldschool“-Weg, aber für mich ist das der nachhaltigste und musikalischste Weg.

Sie beide eint auch die Leidenschaft für Hüte. Hand aufs Herz: Wie viele besitzen Sie?

Ich besitze 32 Hüte, trage von diesen nur vier oder fünf. Die anderen Hüte behalte ich aber, weil jeder Hut für eine Phase meines Lebens steht (lacht).

Hier geht es zum Interview mit Udo Lindenberg

Wann haben Sie Ihren ersten Hut gekauft?

Meinen ersten Hut habe ich mit 15 oder 16 Jahren gekauft. Das war zu der Zeit meiner ersten Schülerband. Es war ein gestrickter Hut, den ich heute nicht mehr tragen würde. Für mich gehört der Hut zu Bühnenkluft. Außerdem lasse ich mir momentan die Haare lang wachsen und trage eine Übergangsfrisur. Das sieht einfach schäbig aus. Aber da ich sehr eitel bin mit meinem Haar, setze ich den Hut auf, der das gut kaschiert.

Und wie lang soll das Haar werden?

Bis alle Stimmen verstummt sind, die ein Problem damit haben.

Oha, das Haar als Reizthema?

Meine Haare sind meine Rebellion. Inzwischen sind die Stimmen zu meinem Haar ein wenig ruhiger geworden. Aber die Äußerungen zu meiner Frisur waren übertrieben. Fremde Menschen machen sich Gedanken über meine Frisur oder meinen Bart. Das finde ich absurd.

Das bringt das Leben als öffentliche Person leider mit sich…

Ja, und die Menschen glauben, dass sie mich kennen und geben mir Tipps, was mir besser steht. Das würde ich mir niemals anmaßen.

Was ist besser: Ein Kompliment von Udo Lindenberg oder die Verleihung des „Fred Jay Preises“?

Das Lindenberg-Kompliment. Oder sagen wir so: Der Vergleich ist schwer. Am Ende des Tages ist beides eine Belohnung für gute und kontinuierliche Arbeit, die ich seit 16 Jahren leiste. Das Kompliment von Udo geht mir ans Herz und motiviert mich. Der Preis zeigt, dass ich mich als Text-Dichter weiterentwickelt habe. Über diese Belohnung freue ich mich, weil viele deutsche Komponisten und Dichter im Rennen waren.

Den „Echo“ haben Sie noch nicht in der Tasche. Jan Böhmermann hat mit „Menschen Leben Tanzen Welt“ Ihre Branche kritisiert und ihr Oberflächlichkeit unterstellt. Gefällt Ihnen der Song?

Zum Glück war ich bei seiner Parodie nicht dabei, das fand ich gut (lacht). Das Lied ist richtig gut gemachte Satire, und der Song ist von Pop-Produzenten top komponiert. Jan Böhmermann hat das Lied vor der „Echo“-Verleihung veröffentlicht und damit einen Nerv getroffen.

Vor allem Ihr Kollege Max Giesinger kam nicht gut weg. Wie empfinden Sie seine Kritik?

Ich empfinde es als schwierig, dass Max Giesinger im Fokus von Böhmermann stand. Er ist ein junger Künstler, ein toller Typ und ein guter Musiker. Er ist noch nicht so lange dabei in der Medienwelt, und deswegen fand ich es schade, dass er die Hauptschelte abbekommen hat. Das tat mir sehr leid! Es gibt große Künstler wie Elvis oder Joe Cocker, die haben keinen einzigen Hit selbst geschrieben. Jeder Künstler arbeitet mit einem Team, und man kann so jeden dumm aussehen lassen. Aber ansonsten fand ich seine Parodie sehr unterhaltsam.

Warum mögen Sie deutsche Musik?

Ich verstehe deutsche Musik und kann mich so damit auseinandersetzen. Deutsch ist meine Muttersprache, hier kann ich Texte mit Anspruch, neuen Bildern und Wortspielen schaffen. Das klappt nur als Muttersprachler. Würde ich auf Englisch texten, würde mein Wortschatz niemals ausreichen, und ich müsste Texte wie Dieter Bohlen schreiben. Dann reimt sich together auf forever – und das möchte ich nicht. Außerdem wünsche ich mir, dass die Menschen mich verstehen. Sie identifizieren sich lebenslang mit diesem Text, wenn sie eine Situation oder ein Erlebnis damit verbinden.

Wer hat Sie in der Jugend inspiriert?

Ich habe nicht nur ein musikalisches Genre gehört. Ich mochte den deutschen Hip-Hop, Rock, Indie und Pop. Von den Beginnern über Michael Jackson und Bruce Springsteen bis zu David Hasselhoff war alles dabei. Das hat mich inspiriert und macht mein breites musikalisches Spektrum aus.

Und welche Lieder haben Sie als Pfadfinder am Lagerfeuer gesungen?

Ich habe so viele Lieder gespielt. Aber die Klassiker unter den Pfadfindern sind Songs wie „Country Roads“, „Let it be“, „Sailing“ oder deutsche Lieder wie „Über sieben Brücken musst du gehen“. Auch „Wonderwall“ von Oasis wird gerne gespielt, aber auch inflationär oft auf der Gitarre geschrammelt (lacht). Diese Momente am Lagerfeuer waren eine gute Schule für mich. Heute kann ich aus dem Stand 500 Songs spielen, auch wenn der Text nicht immer stimmt. Ich habe früher viel „Fake-Englisch“ gesungen.

Sie kommen vom Niederrhein, sind auf dem Dorf aufgewachsen, wohnen jetzt in Hamburg. Warum wollten Sie raus?

Das waren praktische und romantische Gründe. Ich wollte raus, die Welt entdecken, und wusste, dass ich das Musiker-Leben auf dem Dorf nicht bekomme. Hamburg war für mich die erste Adresse. Als ich nachts in die Stadt und über die Kennedy-Brücke fuhr, habe ich mich sofort verliebt. Für mich ist Hamburg die Musik-Stadt Nummer 1.

Und was trank man in der Dorfjugend früher so?

Das war ein großer Unterschied zur Großstadt. Früher gab es bei uns immer Cola-Korn oder Fanta-Roten, das war aber eher das Mädchengetränk. Dann wurde noch Cola-Sauren, also Cola mit Zitronenschnaps, serviert. Korn, Kümmerling und Jägermeister haben wir früher viel getrunken.

An welchem Drink halten Sie sich heute fest?

Am Gin-Tonic. Ich kann aber immer nur drei bis vier Gläser davon trinken, weil ich auf eine Zutat allergisch reagiere. Entweder ist es der Wacholder aus dem Gin oder das Chinin aus dem Tonic. Dann bekomme ich immer ein rotes Gesicht, und meine Nase geht zu. Ansonsten trinke ich gerne Bier. Heute mache ich keine großen Experimente mehr (lacht).

In welcher Kneipe in St. Pauli trifft man Sie?

Ha, ich werde den Teufel tun und meine geheimen Spots in Hamburg verraten (lacht). Aber das Schanzenviertel ist mein Dorf in der Stadt. Alle Kneipen, die sich zwischen Schanze und Reeperbahn befinden, sind gut. Wichtig ist nur: Vor der Reeperbahn ist Schluss, denn hier wird es sehr touristisch. Dort habe ich keine Stammkneipe.

Können Sie eigentlich noch ungestört durch Ihren Kiez laufen?

Ich falle inzwischen schon öfter auf. Vor allem abends, wenn die Menschen ein wenig was getrunken haben und sich trauen, werde ich angesprochen und um Fotos gebeten. Für mich hat sich damit geändert, dass ich mich abends nun auch ein wenig benehmen muss. Ich kann nicht mehr auf allen vieren kriechend aus dem Club herausstolpern (lacht).

Hamburg ist Ihre Wahlheimat. Doch hier regnet es sehr viel. Was machen Sie, wenn Sie einen Regenwurm sehen?

Zum Glück tauchen Regenwürmer nicht so oft in der Stadt auf. Aber tatsächlich kann ich mit diesen Tieren nichts anfangen. Sie haben eine schmierige Konsistenz und eine fiese Bewegungsmotorik. Wenn ich Regenwürmer sehe, jagt mir das einen kalten Schauer über den Rücken.

Gibt es noch andere Phobien?

Schlangen finde ich genauso furchtbar. Alles, was glitschig ist und kriecht, gefällt mir nicht.

Wenn Sie nicht in Hamburg sind, reisen Sie mit Ihrer Band von einem Gig zum nächsten. Haben Sie ein Ritual vor den Auftritten?

Wir trinken Ramazzotti. Leider habe ich diese Tradition vor über zehn Jahren ins Leben gerufen, und ich wünschte, ich hätte mir damals einen anderen Schnaps ausgesucht. Aber jetzt ziehen wir das durch. Es gibt Ramazzotti mit Eis und Zitrone, wir bilden einen Kreis, und ich halte eine kleine, individuelle Rede. Danach geht es los.

Wie vermeiden Sie einen Lagerkoller auf Tour?

Wir planen die Tour so, dass wir zwischendurch freie Tage haben und uns mal in einem Hotel entspannen können. Manchmal unternehmen wir auch Aktivitäten zusammen, fahren Kart oder gehen bowlen. Jeder soll die Chance bekommen, den anderen privat aus dem Weg zu gehen. Sonst schlafen wir alle in einem Nightliner in unseren Kojen, hier wird Privatleben eher kleiner geschrieben. Wir fühlen und verstehen uns so gut wie Geschwister, aber auch die streiten sich.

Wie gehen Sie mit einem Tief nach dem Konzert um?

Ich kenne diese Löcher. Manchmal toure ich so viel, dass ich kaum zum Abschalten komme. Aber es gibt Konzerte, die überragend und groß waren, und danach sitzt du im leisen Hotelzimmer. Das ist ein komischer Moment. Doch mit der Zeit habe ich gelernt, diesen Übergang zu schaffen. Trotzdem kann ich verstehen, dass große Künstler nach der Tour in ein Loch fallen, wenn sie nach Hause kommen und auf einmal wieder den Müll rausbringen müssen.

Ihre Songs sind sehr persönlich. Warum können Sie sich auf der Bühne so gut öffnen?

Ich konnte mich schon immer besser musikalisch ausdrücken, als meine Gefühle im Gespräch zu thematisieren. Ich kann nur sehr schlecht über meine Gefühle reden und glaube, dass es vielen Männern ähnlich geht. Meine Songs sind für mich ein Ventil, so wie andere Tagebuch schreiben. Die Lieder auf der Bühne zu spielen bringt mich emotional weiter. Das ist also auch ein egoistischer Ansatz (lacht). Und wenn ich merke, dass andere Menschen auch davon berührt werden, bekommt mein Beruf einen Sinn.

Wie schwer trifft Sie dann Kritik zu Ihren Songs?

Ich kann nur sehr schwer mit Kritik umgehen. Mein engster Kreis darf mich kritisieren, und selbst bei diesen Menschen freue ich mich mehr, wenn sie mich loben. Aber ich kann bei meinen Songs auch nicht abschalten. Wer meine Songs kritisiert, kritisiert mich. Das ist nervig, deshalb lese ich auch keine Zeitungskritiken.

Wem spielen Sie einen neuen Song als Erstes vor?

Meiner Freundin, meinen zwei besten Freunden – mit dem einen lebe ich in einer WG, der andere wohnt im dritten Stock darüber, meinem Produzenten und meinem Manager. Das sind fünf Menschen, die mich unterstützen, und mehr brauche ich auch nicht.

Ihre Freundin ist Sängerin und Moderatorin Ina Müller. Wie einig sind Sie sich beim Songschreiben?

Ina und mich hat immer Musik verbunden. Wir haben einen ähnlichen Geschmack und sind uns einig, wie Musik und Texte klingen müssen. Oft geht es bei unserer Kritik immer um Nuancen und Feinheiten, das bedeutet mir viel.

Lesen Sie hier das Interview mit Ina Müller: „Ich habe richtig malocht“

Einige Ihrer Songs vom Album „Kreise“ sind in Australien entstanden. Warum mussten Sie sich diese Auszeit nehmen?

Ich war ein wenig überarbeitet (lacht) und war noch nie in Australien. Also habe ich meinen Rucksack gepackt und bin alleine los. Während dieser Reise habe ich gemerkt, dass es Sinn macht, sich eine Pause zu gönnen. Ich habe keine Gitarre mitgenommen und fünf Wochen nichts getan, bis ich wieder Lust hatte zu schreiben. Das war sehr sinnvoll.

Wie haben Sie den langen Flug überstanden?

Je mehr ich fliege, desto besser wird es mit meiner Flugangst. Ich mag den Kontrollverlust nicht. Am liebsten würde ich selbst fliegen, doch das geht leider nicht. Aber ich habe meine Tricks auf Langstreckenflügen. Zunächst sage ich allen Flugbegleiterinnen Bescheid, dass ich Flugangst habe, und frage, mit welchen Turbulenzen ich rechnen muss. Danach kümmern sie sich rührend um mich. Alle halbe Stunde steht jemand an meinem Platz und fragt: „Mister Oerding, is everything fine?“ Ich bekomme immer eine Extrawurst, das finde ich super (lacht).

Haben Sie im Urlaub auf Ihr Handy verzichtet?

Teilweise habe ich mein Handy kaum genutzt, weil ich in der Natur unterwegs war und wenig Empfang hatte. Aber als Backpacker war ich auf das Internet angewiesen, um mir Busse und Flüge buchen zu können. Das Handy ist der neue Kompass, und ohne das Internet wird es schwierig.

Fällt es Ihnen leicht, ohne Handy zu agieren?

Ich glaube, mir fällt es leichter, ohne Handy zu leben, als der Generation, die nach mir aufwächst. Denn ich kenne noch ein Leben ohne Mobiltelefon. Aber ich merke selbst, wie oft ich aus Langeweile auf mein Handy starre oder Artikel lese. Früher habe ich viel mehr Fernsehen geschaut, um die Langeweile zu überbrücken und abzuschalten. Heute schauen wir auf unsere Handys. Aber es kommt immer darauf an, mit wem ich unterwegs bin. Wenn ich im Zug mit tollen Leuten reise, kann ich sechs Stunden durchquatschen, ohne ein einziges Mal auf mein Handy zu schauen.

Apropos Handy: Im Song „Love me tinder“ schwingt Kritik an digitalen Daten mit…

Sind Sie bei Tinder?

Ich treffe Leute lieber in der analogen Welt, aber zwei Freundinnen von mir haben ihre große Liebe dort gefunden.

Das ist wie bei den Rauchern, die sich immer an Helmut Schmidt hochziehen. Er hat geraucht und ist trotzdem steinalt geworden. Klar, es gibt immer Ausnahmen. Aber 95 Prozent, die über die Dating-App Tinder versuchen, einen Partner zu finden, sind frustriert, weil es nicht klappt. Aber mir persönlich wäre diese Art des Verliebens zu oberflächlich. Niemand kann sich seinen Partner filtern, und ich glaube, dass viele diese App nutzen, weil sie einen schönen Abend verbringen möchten. Dort sind nicht alle auf der Suche nach der großen Liebe. Ich habe aber auch Gelegenheit, Menschen zu treffen und Beziehungen aufzubauen. Andere haben dafür vielleicht keine Zeit oder trauen sich nicht, deshalb ist es für sie ein gutes Tool. Meine Kritik soll augenzwinkernd verstanden werden.

Auf Ihrem Album findet sich auch ein politisches Lied. In „Weiße Tauben“ singen Sie über den Wunsch nach Frieden. Warum war es Ihnen wichtig, politisch zu texten?

Früher wollte ich mit meiner privaten, politischen Haltung und meinen Glaubensfragen niemanden belästigen. Aber es ist so viel passiert in den vergangenen Jahren, und ich setze mich stark damit auseinander. Außerdem empfinde ich als erwachsener Mensch und Künstler eine Verantwortung. Ich möchte meine Reichweite nutzen, um eine Diskussion anzustoßen.

Mit Mitte 30 ziehen viele Menschen eine erste Lebens-Bilanz. Was haben Sie bislang richtig gemacht?

Während meiner musikalischen Reise habe ich sehr viele richtige Entscheidungen getroffen. Ich habe auch mal Nein gesagt – zum Beispiel wenn es um eine Teilnahme beim Eurovision Songcontest oder einer Castingshow ging. Hier habe ich immer rigoros abgelehnt. Denn die große Kunst ist es, Shows abzusagen, die nicht zu mir als Künstler passen. Ich möchte auf keiner Bühne stehen und Bauchschmerzen haben. Dementsprechend habe ich mich sehr langsam entwickelt. Aber es hat sich für mich gelohnt, Geduld zu haben. Die Qualität meiner Shows und Lieder soll für sich sprechen.

Die letzten Alben haben Platz 4 und 3 erreicht, „Kreise“ ist auf Platz 2 gelandet. Ist das Ziel für die Zukunft also klar?

Lassen Sie mich kurz rechnen… (lacht) Klar, möchte ich mit meinem Album auf dem ersten Platz landen. Aber gegen die Toten Hosen verliere ich sehr, sehr gerne. In vielen Wochen davor wäre „Kreise“ leicht auf Platz 1 gegangen. Aber ich finde den Weg schon fast wieder lustig. Wenn alles gut läuft und ich keinen Quatsch mache, schaffe ich beim nächsten Mal die Poleposition.


Johannes Oerding

wird am 26. Dezember 1981 in Münster geboren und wächst mit vier Geschwistern in Geldern-Kapellen am Niederrhein auf. Oerding stammt aus einer musikalischen Familie und sammelt erste Erfahrungen mit seiner Gitarre in Schüler-Bands und am Lagerfeuer seines Pfadfindervereins. Das Ziel ist klar: Der junge Mann möchte Musiker werden. Doch zunächst studiert er Internationales Marketing in den Niederlanden, ehe er nach Hamburg zieht. In seinen ersten Jahren spielt er im Vorprogramm von Bands wie Ich + Ich, Simply Red oder den Sängerinnen Stefanie Heintzmann und Ina Müller. Letztere lernt er im Tourbus kennen und lieben. Seit sieben Jahren sind Oerding und Ina Müller ein Paar. 2009 veröffentlicht der Rheinländer sein Debütalbum „Erste Wahl“, zwei Jahre später folgt die Platte „Boxer“. 2013 steigt „Für immer ab jetzt“ auf Platz 4 ein. Dies toppt er zwei Jahre später mit „Alles brennt“, das auf dem dritten Platz landet. Anfang Mai erscheint Oerdings fünftes Album „Kreise“, das mit Platz 2 in den deutschen Charts belohnt wird. Im Herbst 2017 geht Oerding auf große Tour, die ihn unter anderem nach Osnabrück, Aurich und Bremen führt. Der 35-Jährige lebt mit einem Freund im Hamburger Stadtteil St. Pauli in einer Wohngemeinschaft und hat eine Schwäche für Döner Kebab. sen

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