Modenschau von Vetements Pariser Trendlabel zeigt T-Shirt mit Osnabrück-Aufdruck

Von Katharina Ritzer



Osnabrück. Osnabrück. „Ich komm’ zum Glück aus Osnabrück“ – der Spruch ist bekannt. Jetzt ist er auch modisch geadelt: Das Pariser Label Vetements, das seit drei Jahren die Modeszene gewaltig aufmischt, hat diese Woche bei den Modeschauen in Paris ein männliches Model in einem grünen T-Shirt mit eben diesem Aufdruck losgeschickt. Es ist nicht das erste Mal, das Designer Demna Gvasalia ein deutsches Motiv verwendet.

Verwaschene Jeans mit Mittelnaht im Hosenbein und auf unterschiedlichen Längen abgeschnittenen Säume, schon mal gesehen? Hat derzeit fast jede Modekette im Laden hängen. Die Designidee ist, wie so oft, abgekupfert: Das Copyright auf die Trendjeans hat Vetements, ein siebenköpfiges Designerkollektiv um Demna Gvasalia, einen gebürtigen Georgier, der das Handwerk an der renommierten Modeakademie in Antwerpen lernte. Anfang 2016 kam die aus zwei Vintage-Jeans zusammengenähte Hose auf den Markt und machte das Label Vetements schlagartig zum Liebling der Modeszene. Trotz des Stückpreises von mehr als 1000 Euro.

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Ein von VETEMENTS (@vetements_official) gepostetes Foto am 26. Dez 2016 um 13:25 Uhr

Das grüne T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich komm’ zum Glück aus Osnabrück“ war nun, am Dienstag (24. Januar), bei der Vetements-Modenschau für Herbst/Winter 2017/18 zu sehen. Location war das Centre Pompidou in Paris; in der Stadt zeigen derzeit die großen Häuser wie Chanel, Dior und Valentino ihre Haute Couture. Dazu zählt Vetements zwar nicht – das Label schneidert die günstigere Prêt-a-porter-Mode –, machte sich aber die Aufmerksamkeit zunutze. Und erregte diese auch wieder einmal: Über die Rolltreppen des Kulturzentrums fuhren die Models, die nicht wie solche aussahen: eine alte Dame im Pelz, ein Punk mit roten Stachelhaaren, eine Frau im Kostüm die wirkte, als käme sie gerade aus dem Büro.

AH17/18 SHOW

Ein von VETEMENTS (@vetements_official) gepostetes Foto am 25. Jan 2017 um 17:42 Uhr

Dazwischen ein Normalo-Typ in sandfarbener Bermuda und eben jenem besagten grünen T-Shirt. Aber warum der Spruch „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“? Wie waren die Pariser Designer darauf gekommen, waren sie gar schon einmal in der Stadt? Das ließ sich nicht herausfinden; die Anfrage unserer Redaktion beim Modelabel am Donnerstag blieb (bislang) unbeantwortet.

Eines aber lässt sich feststellen: Bei Instagram, wo Vetements Bilder einiger Looks postete, provozierte das grüne T-Shirt mit die meisten Reaktionen mit gut 17.000 Likes und mehr als 230 Kommentaren. Das war allerdings vor allem auch dem Model geschuldet: Viele fühlten sich bei dem Mann an den eigenen Vater oder Onkel erinnert.

Ein deutsches Motiv hatte das Team um Gvasalia, der seit Oktober 2015 auch Chefdesigner des traditionsreichen Couture-Hauses Balenciaga ist, schon vor zwei Jahren in einer Kollektion – und damit, für Deutsche vielleicht etwas überraschend, einen Bestseller gelandet: ein quietschgelbes T-Shirt mit rotem „DHL“-Aufdruck. Satte 245 Euro muss man es sich kosten lassen, um wie ein Paketbote auszusehen. Verwechslungsgefahr allerdings nicht ausgeschlossen: Aus der gleichen Kollektion stammt ein Mantel mit dem Aufdruck „Polizei“, was einem Mann, der darin durch Stuttgart spazierte, prompt eine Verhaftung einbrachte. Das Polizeirevier durfte er erst nach stundenlanger Befragung wieder verlassen – ohne Jacke.

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Ein von VETEMENTS (@vetements_official) gepostetes Foto am 6. Mai 2016 um 8:33 Uhr


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