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Unterschiede im Brauchtum Wie wird der Nikolaustag in anderen Ländern gefeiert?

Heute wird in Deutschland wieder das Fest des heiligen Nikolaus gefeiert. Foto: dpaHeute wird in Deutschland wieder das Fest des heiligen Nikolaus gefeiert. Foto: dpa

Osnabrück. Heute wird in Deutschland wieder das Fest des heiligen Nikolaus gefeiert. Auch in zahlreichen anderen Ländern werden die Kinder in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember beschenkt. Doch teilweise gibt es große Unterschiede im Brauchtum. Ein Überblick.

Niederlande:

In unserem Nachbarland kommt dem Nikolaustag eine hohe Bedeutung zu. Er ist dort sogar wichtiger als der Heiligabend. Sinterklaas wird in den Niederlanden bereits am Abend des 5. Dezember gefeiert. Mitte November legt der Sinterklaas mit seinem Dampfschiff und Geschenken in den Niederlanden an. Das ist ein Höhepunkt, das sogar live im Fernsehen übertragen wird. Er reist aus Spanien an – warum er ausgerechnet kommt, dazu gibt es in unserem Nachbarland auch keine stimmige Erklärung. Die Bescherung für die Kinder findet am Abend des 5. Dezember, dem sogenannten „Pakjesavond“ (Paketabend) statt. Mit seinen Helfern, die Zwarte Piet (Schwarzer Peter) heißen, reitet der Sinterklaas auf einem Schimmel über die Hausdächer und beschenkt die artigen Kinder. Um Sinterklaas milde zu stimmen, stellen die Kinder vorher Wasser und Heu für die Pferde vor die Türen. Der „Pakjesavond“ ist ein großes Familienfest in den Niederlanden, bei dem sich die Menschen gegenseitig beschenken und eine Freude machen wollen. Das Fest wird aber mittlerweile überschattet durch eine Diskussion um „Zwarte Piet“. Diskriminierung und Rassismus stehen als Vorwürfe im Raum bei der Darstellung des schwarz bemalten Helfers des Sinterklaas.

(Weiterlesen: Wer ist der Nikolaus und woher kommt die Tradition?)

Österreich:

In der Alpenrepublik wird der Nikolaus nicht vom „Zwarten Piet“, sondern vom Krampus begleitet. Dabei handelt es sich um eine Schreckensgestalt, die zumeist in Gruppen auftritt und unartige Kinder bestrafen soll. In vielen Städten Österreichs gibt es in der Adventszeit sogar spektakuläre und aufwendige Krampusumzüge. Der Krampustag ist der 5. Dezember in Österreich, wohingegen der Nikolaustag wie in Deutschland am 6. Dezember gefeiert wird. Am Vorabend des Nikolaus stellen die Kinder ihre Stiefel vor die Tür, in der Hoffnung, dass der Nikolaus sie mit Süßigkeiten, Erdnüssen oder Mandarinen befüllen wird.

Schweiz:

In der Schweiz trägt der Nikolaus den Namen „Samichlaus“. Die Kinder, die artig waren, schenkt er Nüsse, Früchte und Süßigkeiten. Begleitet wird der durch den bärtigen Schmutzli, der eine schwarze Kutte trägt und in etwa die Rolle von Knecht Ruprecht einnimmt. Er droht den Kindern damit, sie in einen Sack zu stecken, wenn sie nicht artig waren.

USA:

In den Vereinigten Staaten von Amerika spielt der Nikolaustag als katholischer Brauch keine große Rolle. Nur in einigen Gegenden, in denen sich viele Einwanderer aus Europa niedergelassen haben, wird an der Tradition festgehalten. Dort werden dann teilweise aber auch Umzüge und spezielle Gottesdienste veranstaltet.

Polen:

Der Nikolaus in Polen ist sehr streng und deshalb von vielen Kindern gefürchtet. Die Tradition in unserem östlichen Nachbarland hat viele Ähnlichkeiten zu unserem Nikolaus-Fest. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass der Nikolaus in Polen von zwei Wesen begleitet wird: einem Engel und einem Teufel. Der Nikolaus besucht die Kinder in den Schulen oder den Kindergärten. Dabei stellt er den Kindern verschiedene Fragen und Antworten. Erst, wenn sie die Prüfungen bestehen, erhalten sie ein Geschenk.

Luxemburg:

In Luxemburg kommt dem Nikolaustag eine sehr hohe Bedeutung zu. Die Grundschüler haben an dem Tag sogar schulfrei. Der Nikolaus heißt in Luxemburg „Kleeschen“, er ist ein älterer Mann mit Bart und weißen Haaren. Begleitet wird er vom „Houseker“, der Ruten an die Kinder verteilt, die unartig waren. Bereits Ende November stellen die Kinder ihre Schuhe vor die Schlafzimmertür, damit „Kleeschen“ dort Süßigkeiten hineinlegen kann. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember bringt er dann Geschenke vorbei.


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