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„Guide Michelin 2017“ Sterne für Kochkunst: „Guide Michelin“ zeichnet Köche aus

So geht Dessert nach Art des „La Vie“: Ananas-Eis mit Tomaten-Koriander-Mandeln und ein weißer Schokoladen-Frucht-Würfel. Archiv-Foto: Stefanie HiekmannSo geht Dessert nach Art des „La Vie“: Ananas-Eis mit Tomaten-Koriander-Mandeln und ein weißer Schokoladen-Frucht-Würfel. Archiv-Foto: Stefanie Hiekmann

dpa/lori Osnabrück/Berlin Wo sind die besten Köche Deutschlands zu finden? Diese Frage wird heute bei der Verleihung der Michelin-Sterne in Berlin beantwortet.

Feinschmecker und Spitzenköche in Deutschland warten gespannt: Der Restaurantführer „Guide Michelin“ verleiht an diesem Donnerstag (ab 18 Uhr) bei einer Gala in Berlin seine Sterne für herausragende Kochkünste. In den vergangenen fünf Jahren war die Zahl der Sterne-Restaurants im Land stark gestiegen. Für die neue Saison sagt „Michelin“-Pressesprecher Michael Küster voraus: „Wir bleiben auf konstant hohem Niveau.“ Trotzdem werde es einige Veränderungen bei den ausgezeichneten Restaurants geben.

Der Trend, hohe Kochkunst in einer lässigen Atmosphäre zu genießen, dauert an, wie Küster feststellt. Die Fachleute nehmen dafür gern den englischen Begriff „casual fine dining“. Außerdem hätten sich die Restaurant-Tester über „viele junge, exzellent ausgebildete Köche“ gefreut.

Zehn deutsche Restaurants auf Drei-Sterne-Niveau

Die Buchausgabe des Vorjahres hatte 290 Top-Adressen mit Sternen in Deutschland aufgelistet. Die höchste Wertung liegt bei drei Sternen, gefolgt von Häusern mit zwei und einem Stern. Für die Auszeichnung besuchen professionelle Testesser die Häuser, ohne dass die Köche von dem Probeessen wissen.

Zu den zehn deutschen Restaurants mit der besten Bewertung gehörte zuletzt auch das „La Vie“ in Osnabrück. Die anderen Drei-Sterne-Küchen haben das „Aqua“ in Wolfsburg, das „Bareiss“ in Baiersdorf, das „Gästehaus Klaus Erfort“ in Saarbrücken, „Victor‘s Fine Dining“ in Perl-Nenning, die „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn, das „Vendôme“ in Bergisch Gladbach, das „Waldhotel Sonnora“ in Wittlich/Dreis, „The Table“ in Hamburg und das „Überfahrt“ in Rottach-Egern. (Hier geht es weiter: Gipfeltreffen der Sterneköche in Osnabrück .)

Hintergrund: „Gault&Millau“ und „Guide Michelin“

Für echte Gourmets sind sie seit Jahren ein Muss. Jahr für Jahr küren die viel beachteten Restaurantführer französischen Ursprungs die besten Restaurants und damit die besten Köche rund um die Welt. Von den Journalisten Henri Gault und Christian Millau 1969 gegründet, erschien die erste deutsche Ausgabe des „Gault&Millau“ 1983. Zehn Jahre später folgte der „WeinGuide Deutschland“.

Hinter dem „Guide Michelin“ steht der gleichnamige französische Reifenhersteller. Den ersten Guide für Deutschland gab es 1910, damals aber noch „den Herren Automobilisten“ gewidmet und vor allem mit Straßenrouten versehen. 1926 wurden erstmals Sterne für gute Küche vergeben - in Deutschland erst seit 1964, da der Guide angesichts zweier Weltkriege hier lange nicht erschienen war.

Sterne statt Kochmützen

Während der „Guide Michelin“ Sterne für hervorragende Restaurants vergibt, bewertet der „Gault&Millau“ nach Punkten von 0 bis 20 (nach dem französischen Schulnotensystem) und verleiht Kochmützen an die Spitzengastronomie. Lesen Sie weiter: Gault-Millau kürt die besten Restaurants in Niedersachsen .)