Verbraucherzentrale Bremen warnt „Ins Höllenfeuer“: Droh-SMS fordert zum Kauf des Korans auf

Von Konstantin Stumpe

In den vergangenen Tagen haben sich Meldungen über unverlangt zugesandte SMS gehäuft, in denen die Empfänger dazu aufgefordert werden, zum Islam zu konvertieren. Foto: dpaIn den vergangenen Tagen haben sich Meldungen über unverlangt zugesandte SMS gehäuft, in denen die Empfänger dazu aufgefordert werden, zum Islam zu konvertieren. Foto: dpa

Osnabrück. In den vergangenen Tagen haben sich Meldungen über unverlangt zugesandte SMS gehäuft, in denen die Empfänger dazu aufgefordert werden, zum Islam zu konvertieren. Anderenfalls drohe ihnen das Höllenfeuer. Ein mitgeschickter Link fordert zum Kauf des Korans auf.

Wie die Verbraucherzentrale Bremen in einer Pressemitteilung mitteilt, häufen sich in den vergangenen Tagen Beschwerden über eine SMS mit folgenden Wortlaut: „Bei Nichtkonvertierung zum Islam droht dir das Höllenfeuer! Wenn du eine Koranübersetzung haben möchtest, folge dem Link: lies-stiftung.de“. Der Link führt auf die Website der Koranverteilungskampagne „Die wahre Religion“, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière unlängst verboten hat. Ziel der Kampagne war es, in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 25 Millionen Exemplare des Korans zu verteilen.

Werbung ohne Einverständnis rechtswidrig

Mit dem Abschicken der SMS macht sich der Absender strafbar, denn es handele sich laut der Verbraucherzentrale um eine Werbebotschaft. „Das Verschicken von SMS mit einer Werbebotschaft ist nur dann zulässig, wenn Verbraucher vorher der Zusendung von Werbung zugestimmt haben“, so Gerrit Cegielka, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Dabei ist es egal, ob mit der Werbung ein wirtschaftlicher Gewinn erzielt werden soll. Auch die Religionsfreiheit legalisiere eine solche Nachricht nicht.

Ist die Droh-SMS gar nicht religiös motiviert?

Ob die SMS wirklich einen religiös-motivierten Hintergrund hat, ist noch nicht geklärt. „Derartigen SMS ist nicht zu entnehmen, welcher Anbieter sich mit welchen Motiven dahinter versteckt. Datenfischer oder andere kriminelle Anbieter haben es oft nur auf die Daten abgesehen, die das Smartphone automatisch sendet, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher den Anweisungen in der Werbe-SMS folgen“, erklärt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Deshalb sei es wichtig, nicht der Neugier nachzugeben und auf den Link zu klicken.

Stattdessen sollten Verbraucher, die derartige Werbung ob per Mail, Telefon oder SMS erhalten, den Absender an die Bundesnetzagentur melden. Das ist über ein Beschwerdeformular möglich.