Mutter: „Das ist Gute-Laune-Medizin“ Eltern in USA spritzen ihrer Tochter Heroin

Von Konstantin Stumpe

In der Wohnung der Angeklagten fanden die Ermittler mehrere Heroin-Spritzen. Symbolfoto: Boris Roessler/dpaIn der Wohnung der Angeklagten fanden die Ermittler mehrere Heroin-Spritzen. Symbolfoto: Boris Roessler/dpa

Washington. Die Polizei im US-Bundesstaat Washington hat ein Elternpaar verhaftet, das seinen Kindern Heroin gespritzt haben soll. In dem mit Rattenkot verdreckten Familienhaus fanden die Ermittler mehrere Heroinspritzen. Die Eltern hätten ihren Kindern gesagt, darin sei „Gute-Laune-Medizin“.

Die 24-jährige Mutter und ihr 25-jähriger Partner werden der Straftat bezichtigt, einer Person unter 18 Jahren eine verbotene Substanz verabreicht zu haben. Das berichtet die „Washington Post“. Die Kaution der Mutter wurde jetzt auf 100.000 US-Dollar festgeschrieben. Ihr Freund sei bereits im September angeklagt worden und sitze seitdem im Bezirksgefängnis von Pierce. Seine Kaution beträgt ebenfalls 100.000 Dollar.

„Die Kinder lebten in miserablen Bedingungen“, sagte Ed Troyer, Polizei-Sprecher des Bezirks Pierce im Bundesstaat Washington der „Washington Post“ am Dienstag. Auch ohne das Heroin sei die Wohnsituation für die Kinder nicht vertretbar gewesen. Deswegen seien die Kinder in Obhut genommen worden. „Wir finden zu oft Kinder in ähnlichen Situationen, aber wir haben es noch nicht erlebt, dass Eltern ihren Kindern absichtlich Drogen verabreichen“, fügte Troyer hinzu.

Haarprobe fällt positiv aus

Nach Informationen der Tageszeitung „ The News Tribune“ hatte sich der Vorfall bereits im November des Jahres 2015 ereignet. Damals hätten die Ermittler der Kinderschutz-Behörde einen sechsjährigen Jungen, ein vierjähriges Mädchen und ein zweijähriges Mädchen aus der Wohnung geholt. Die Ermittler entdeckten bei der Zweijährigen mehrere Blutergüsse und Schnitte, die auf eine Heroininjektion hindeuteten. Eine anschließend durchgeführte Haarprobe fiel positiv aus.

Erst gefesselt, dann Heroin gespritzt

Wie „The News Tribune“ weiter schreibt, hätten die Ermittler den Jungen zu den Wunden am Körper des Mädchens befragt. Er sagte, seine Eltern hätten weißes Pulver mit Wasser gemischt, seine Schwester gefesselt und ihr das Wasser dann mit einer Spritze verabreicht. Die Mutter habe gesagt: „Das ist Gute-Laune-Medizin“.

Gegenüber den Ermittlern bestätigten die Eltern zwar, dass sie heroinabhängig seien, bestritten aber, dem Mädchen Heroin gespritzt zu haben. „Beide plädieren auf nicht schuldig“, erklärte Polizeisprecher Troyer.


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