Bedrohungen und Angriffe Grusel-Clowns werden jetzt auch in Deutschland zum Problem

Gelsenkirchen: Clowns sorgen für Schrecken in der Stadt. Zwei Verletzte. Ein Taubstummer wurde mit Messer angegriffen und Kinder mit Baseballschläger bedroht. Foto: AFPGelsenkirchen: Clowns sorgen für Schrecken in der Stadt. Zwei Verletzte. Ein Taubstummer wurde mit Messer angegriffen und Kinder mit Baseballschläger bedroht. Foto: AFP

Gelsenkirchen. Grusel-Clowns verbreiten in immer mehr Deutschen Städten mit Baseballschlägern, gruseligen Masken und Verfolgungsjagden Angst und Schrecken – besonders in Gelsenkirchen.

Ein US-Phänomen breitet sich auch in Deutschland immer mehr aus: In mindestens fünf Städten sorgten Menschen in Clownskostümen für Unruhe. In Leipzig wurde eine Radfahrerin am vergangenen Wochenende in der Innenstadt von zwei Männern mit Clowns-Masken erschreckt und verfolgt. In Potsdam wurde ein Pizzaladen überfallen. In Geiselhöring wurden Kinder an einer Bushaltestelle erschreckt und in Bochum ein Mann verletzt.

Gleich mehrmals musste sich die Polizei in Gelsenkirchen in dieser Woche mit Grusel-Clowns beschäftigen – zwei Menschen wurden verletzt.

Clown mit Baseballschläger auf Schulhof

Am Montag meldete sich ein Zeuge bei der Polizei und schilderte, dass ein Unbekannter mit einer Clownsmaske und Baseballschläger auf eine Gruppe Jugendlicher zu gerannt sei. Zwei der Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren flüchteten und kletterten über einen Zaun. Dabei verletzte sich der 14-Jährige an der Hand. Dieser Fall konnte allerdings am Dienstag aufgeklärt geklärt werden: Ein 16-Jähriger stellte sich bei der Polizeiwache. Er war ein Bekannter der Jugendlichen. Nach seiner Vernehmung konnte er den Heimweg antreten. Doch der nächste Vorfall ließ nicht lange auf sich warten.

Kinder massiv verbal bedroht

Am Dienstagabend erschreckte erneut ein Clown auf dem selben Schulhof zwei zehnjährige Kinder. Der maskierte Unbekannte sprang aus einem Gebüsch und war wieder mit einem Baseballschläger bewaffnet. Als die beiden Kinder ihm gegenüber äußerten, dass sie die Polizei rufen würden, bedrohte er sie, worauf die Beiden laut schrien. Das schlug den Clown in die Flucht.

Taubstummer mit Messer angegriffen

In der Nacht zu Donnerstag griffen zwei Maskierte einen 33-jährigen Taubstummen an. Einer der Clowns verletzte den Mann mit einem Messer. Danach flüchteten die Täter mit einem Motorroller.

Polizei sieht kein „Clownproblem“ in Gelsenkirchen

Der Sprecher der Gelsenkirchener Polizei, Olaf Brauweiler, sagte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass sie die Fälle sehr ernst nehmen würden. „Wir bewegen uns hier im Bereich von Straftaten“ , so Brauweiler. „Da hört für uns der Spaß auf, wenn Menschen zu Schaden kommen.“ Das „Clown-Phänomen“ sei den Ordnungshütern aber schon länger aus den USA bekannt. Von einem generellen „Clown-Problem“ wolle man aber nicht sprechen.

Echte Clowns distanzieren sich

Die „Clowns in Medizin und Pflege Deutschland“ nehmen Anstoß an sogenannten „Grusel-Clowns“ und der medialen Aufmerksamkeit für dieses Phänomen. „Grusel-Clowns sind keine Clowns“, heißt es in einer am Mittwoch in Freising verbreiteten Mitteilung des Dachverbands von 15 gemeinnützigen Vereinen aus dem ganzen Bundesgebiet. „Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen nur auf diese armselige Art ausleben wollen.“ Sie seien „weder komisch noch beeindruckend, sondern ein grotesker Abklatsch einer zutiefst menschlichen, positiven Freude an der Anarchie“. Zur Abgrenzung sollten diese Maskenträger nicht als Clowns, sondern als „Grinsefratze“ bezeichnet werden.


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