Lustiger Streit Leibniz versus Lidl: Facebook-Battle wegen Butterkeks

„Du hast die Wahl“ – mit diesem Slogan wirbt der Discounter Lidl derzeit für seine Eigenmarken.„Du hast die Wahl“ – mit diesem Slogan wirbt der Discounter Lidl derzeit für seine Eigenmarken.

Osnabrück. Ein Battle mit Witz: Bei Facebook wehrt sich Leibniz mit einem Augenzwinkern gegen den Vergleich zwischen seinem Butterkeks und dem Lidl-Produkt, das der Discounter in seiner neuesten Werbekampagne zieht. Doch der schießt auf die gleiche Art zurück. Es entspinnt ein lustiger Wettstreit – und die wohl beste Werbung, die beide Unternehmen machen konnten.

„Lidl, wir haben das mal durchgerechnet“, schrieb das Social-Media-Team von Leibniz garniert mit einem Smiley auf seiner Facebook-Seite und postete dazu einen Lebniz-Butterkeks auf gelbem Grund, darunter der Spruch: Zwei Kopien machen noch kein Original.

Mit dem Post bezieht sich das Unternehmen aus Hannover auf ein Bild der neuen Werbekampagne des Discounters. Dieser vergleicht unter dem Slogan „Du hast die Wahl“ derzeit Markenprodukte mit dem gleichen Produkt einer Eigenmarke – unter anderem den Butterkeks von Leibniz mit dem von Lidls Eigenmarke Sondeys.

Schlagfertige Antworten

So weit, so langweilig. Interessant wurde es erst, als Lidl kurze Zeit später auf den Post reagierte: „Finden wir gut, dass ihr Zähne zeigt. Unser ‚Zahnersatz‘ hat aber ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis“, lautet die Antwort – bezugnehmend auf den Slogan des Konkurrenten, demzufolge der Butterkeks nur mit 52 Zähnen echt ist.

Und dann schaltete sich auch noch das Leibniz-Produkt Pick Up ein: „Lidl, was hast du gerade über meine Mutter gesagt?“ Der Discounter bleibt schlagfertig: „Pick Up, wenn die Kekse reden, sind die Krümerl ruhig. #keinKindergeburtstag“. Doch damit ist Pick Up noch lange nicht aus dem Rennen: „Lidl, welche Krümel? Wenn die Leute mit uns fertig sind, bleibt nix übrig.“

Leibniz wehrt sich

Provokante Sprüche, schlagfertige Antworten – so selten wie noch vor einigen Jahren ist diese Strategie bei Unternehmen in den sozialen Medien heute nicht mehr. „Man muss immer damit rechnen, dass jemand kontert. Aber wir hätten nicht gedacht, dass Lidl das so schnell und genauso Augenzwinkernd macht“, sagt Unternehmenssprecherin Janina von Jhering auf Nachfrage unserer Redaktion.

Einzig aus Spaß an der Freude sei man allerdings nicht in die Offensive gegangen. „Wir wollten die Werbung nicht so stehen lassen. Sie reduziert das Produkt nur auf den Preis. Uns ging es darum, zu betonen, dass wir das Original sind und anders schmecken“, so von Jhering. So habe man die Plattform Facebook genutzt, um mit einem Augenzwinkern zu sagen, dass das so nicht geht.

Der Discounter freut sich darüber, mit der Werbung beim Konkurrenten Aufmerksamkeit erzeugt zu haben, sagt Lidl-Pressesprecherin Katharina Ryske. „Wir nutzen Facebook gerne, um mit anderen Marktteilnehmern in Interaktion zu treten.“

Nutzer diskutieren mit

Bei den Usern ist das sehr gut angekommen: Die Beteiligten ernteten viel Lob für die Aktion. Und noch besser: Die Nutzer beteiligen sich rege an der Diskussion.

Was bleibt? Viel Wind um einen Butterkeks. Letztlich entscheidet der Geschmack. Doch eine bessere Werbekampagne hätte sich wohl keine der Marketingabteilungen ausdenken können.


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