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Schlappe für den Facebook-Chef Zuckerbergs Privatsphäre stößt an Grenzen

Von John Dyer

Die Stadt Palo Alto in Kalifornien hat Makr Zuckerbergs Wunsch zurückgewiesen, die Häuser um seine Villa in sein Grundstück einzubeziehen. Foto: AFPDie Stadt Palo Alto in Kalifornien hat Makr Zuckerbergs Wunsch zurückgewiesen, die Häuser um seine Villa in sein Grundstück einzubeziehen. Foto: AFP

Boston. Ausgerechnet Facebook-Chef Zuckerberg will seine Privatsphäre erweitern, indem er die Häuser um seine Villa in sein Grundstück einbezieht. Doch damit trifft er bei der Verwaltung von Palo Alto auf taube Ohren. Die Stadt im Silicon Valley leidet bereits jetzt an zu wenig Wohnraum.

Mark Zuckerberg hat eine Niederlage erlitten. Allerdings nicht gegen einen Wettbewerber von Facebook. Vielmehr hat die Stadt Palo Alto in Kalifornien Zuckerbergs Wunsch zurückgewiesen, die Häuser um seine Villa in sein Grundstück einzubeziehen. Der Streit ist symbolisch für das verstärkte Bemühen von Gemeinden, dem zuletzt unkontrollierten Wachstum in einer der innovativsten Regionen der USA entgegenzuwirken.

Gemeinden wollen Kontrolle zurück

Zuckerberg wollte vier Häuser umgestalten, die dann gemeinsam mit seiner Villa ein Anwesen bilden sollten. Die Stadt will jedoch mehr Wohnraum zur Verfügung stellen, weswegen das Anliegen abgelehnt wurde. „Es sind vier Häuser“, sagte Peter Baltay, Mitglied des Gremiums für baurechtliche Fragen der Stadt, Ende vergangener Woche. „Aber wohnen dort auch vier Familien?“

Neuer Antrag?

Zuckerberg will seine Pläne neu gestalten und im November erneut einen Antrag stellen. Doch die nun erfolgte Ablehnung zeigt, dass Gemeinden wie Palo Alto nun auch auf die Schattenseiten des Wachstums durch Technologiefirmen in den letzten 25 Jahren reagieren. In erster Linie wollen sie die Kontrolle zurückerhalten. So hat Palo Alto erst kürzlich den Bau von neuen Bürogebäuden gestoppt. Die Stadt will nicht, dass sich Softwarefirmen im Stadtzentrum niederlassen, da dieses dadurch früher oder später an Attraktivität verlieren würde, wie Bürgermeister Patrick Burt sagte. „Wenn die Bewohner von Palo Alto den Wunsch hätten, lieber in San Francisco zu leben, dann würden sie auch in San Francisco leben.“

Wohnraum ist wertvoll

Auch in anderen Gemeinden des Silicon Valley verschärft sich die Auseinandersetzung um Wohnraum. So wurde in San Mateo, Santa Clara und in Orten rund um San Francisco zwischen 2010 und 2015 Wohnraum für 58.000 Haushalte geschaffen. In demselben Zeitraum sind dort aber durch Technologiefirmen 380.000 neue Arbeitsplätze erzeugt worden, wie die San Francisco Bay Area Planning and Urban Research Association mitteilt.

In San Francisco ist die Lage bereits eskaliert, als Stadtbewohner die Busse mit Steinen beworfen haben, in denen die Angestellten der Technologiefirmen zu ihren Arbeitsplätzen gefahren werden. Beobachter machen die Gentrifizierung als Ursache für den Zorn auf die gut verdienenden Angestellten aus. Durch deren hohe Gehälter steigen die Mieten und die Menschen, die San Francisco einen ganz eigenen Charakter verliehen haben, werden verdrängt.

Das Ziel von Gemeinden wie Palo Alto ist es, den Druck auf die Preise für Wohnraum abzubauen. Wie die Immobilienseite Zillow meldet, beträgt der Preis für ein durchschnittliches Eigenheim in Palo Alto 2,4 Millionen Dollar (2,1 Millionen Euro/2,3 Millionen Franken). Der Quadratmeterpreis für ein Büro liegt sogar deutlich über dem in Manhattan.

Nicht das erste Problem

Zuckerberg hat seine Villa 2011 für 7 Millionen Dollar gekauft. Zwei Jahre später sollte ein Nachbargebäude errichtet werden, von dem aus Einblick in das Zuckerwerk-Heim möglich gewesen wäre. Daher kaufte Zuckerberg die vier umliegenden Häuser für 30 Millionen Dollar. Aktuell leben dort Freunde von Zuckerberg, doch er plant eine Zusammenlegung aller Gebäude zu einem riesigen Anwesen. Die Familie soll dadurch ihr Privatleben noch besser genießen können, sagt die Architektin Kathy Scott, die mit Zuckerberg und dessen Ehefrau an den Plänen für den Umbau gearbeitet hat. Dadurch würden diese einfach mehr Platz haben, so Scott.

Zuckerberg hatte bereits Anfang des Jahres mit Plänen Aufsehen erzeugt, den Strand vor seinem Haus auf Hawaii durch den Bau einer Mauer abzusperren. Auch seine Nachbarn in San Francisco sind nicht allzu begeistert von Zuckerbergs Verhalten, nutzt der doch gerne mal gleich mehrere Parkplätze.