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Video zeigt ausufernden Hype in New York Pokémon Go: Massenansturm auf seltenes Monster im Central Park

Von Manuela Kanies

Ein Video zeigt, welche Ausmaße der Hype um das Nintendo-Spiel Pokémon Go im New Yorker Central Park angenommen hat. Foto: Peter Steffen/dpaEin Video zeigt, welche Ausmaße der Hype um das Nintendo-Spiel Pokémon Go im New Yorker Central Park angenommen hat. Foto: Peter Steffen/dpa

Osnabrück. Schon viele skurrile Geschichten erheitern die Fans und Nicht-Fans des Nintendo-Spiels Pokémon Go. Ein Video zeigt nun, welche Ausmaße der Hype im New Yorker Central Park angenommen hat.

An Menschen, die auf Smartphones starren, hat man sich längst gewöhnt. Seit einigen Tagen sieht man weltweit immer größer werdende Menschengruppen, die auf ihre Geräte fixiert sind: Der Hype um das Nintendo-Spiel Pokémon Go ist weiter ungebrochen und nimmt immer wieder skurrile Züge an. (Trio gerät beim Pokémon-Spielen in Schießübung der Bundeswehr)

Der Anblick des Central Parks in New York hat sich deshalb schon komplett geändert. Weniger joggende und plaudernde Menschen, mehr Pokémon-Süchtige, die mit ihrem Handy Jagd auf virtuelle Monster machen.

Ein Video auf Vimeo zeigt jetzt, wie eine immer größer werdende Menschenmasse nachts in den Park stürmt, auf der Jagd nach einem der seltensten Monster im Spiel: Aquana, auf Englisch Vaporeon, ist aufgetaucht und soll eingefangen werden.

Menschen parken ihre Autos mitten auf der Straße und rennen mit allen anderen zum Platz, wo das Pokémon per Smartphonekamera und Spielball eingefangen werden kann. (Weiterlesen: Polizei warnt vor Pokémon Go im Straßenverkehr)

Ein paar Tage zuvor haben sich ähnliche Szene in Washington abgespielt. Und es werden wohl nicht die Letzten bleiben: Das Spiel ist mittlerweile das erfolgreichste mobile Spiel in der US-Geschichte.


Die wichtigsten Verhaltensregeln für Kinder und ausgewachsene Jäger

Altersgrenze

Pokémon Go wird in den App-Stores ab einer Altersgrenze von sechs beziehungsweise neun Jahren eingestuft, jedoch ist das Spiel nach Einschätzung des Spieleratgebers NRW eher ab zwölf Jahren zu empfehlen, weil Kinder Kaufanreizen widerstehen, persönliche Daten verwalten und in Kontakt mit Fremden treten müssten.

Datenschutz

Es gelten nicht die deutschen Richtlinien. So stellt sich die Frage, welche Behörden und Unternehmen den Zugriff auf die Daten der US-Firma Niantic erzwingen können. Des Weiteren muss für Kinder unter 13 Jahren ein Elternteil über den Pokémon-Trainer-Club ein Kinder-Konto anlegen, wofür eine E-Mail-Adresse, Benutzername und Geburtsdatum abgefragt werden, wie die Medien-Coach-Initiative „Schau hin!“ von Bundesfamilienministerium, ARD, ZDF und TV-Spielfilm erläutert.

Zudem muss man beachten, dass für das Spiel das Smartphone über GPS geortet wird. Die App erstellt ein Bewegungsprofil. Andere Spieler können den Standort und Benutzernamen sehen. Deswegen empfiehlt es sich, einen Namen zu wählen, der nichts Persönliches verrät. Screenshots des Spiels sollten nicht gepostet werden, denn so zeigt man, wo man sich aufhält.

Kostenfalle

Pokémon Go ist zwar kostenlos runterzuladen, jedoch stellt das Spiel sogenannte In-App-Käufe zur Verfügung, indem virtuelle Poké-Münzen für echtes Geld erworben werden und für wichtige Gegenstände eingelöst werden können. Es kann laut Medien-Coach-Initiative der Druck entstehen, Geld auszugeben, um besser abzuschneiden. Am besten sollten Eltern bei Kindern die Option abschalten.

Ruheorte beachten

Die Entwickler haben Orte wie Kirchen, Gedenkstätten oder Friedhöfe als sogenannte „Pokéstops“ ausgewiesen, an denen Spieler Material einheimsen können. Verantwortliche von KZ-Gedenkstätten fordern vom Hersteller, der ehemaligen Google-Tochter Niantic, ihre Areale für das Spiel zu sperren.

Das Bistum Limburg heißt auf Facebook die Spieler herzlich willkommen, bittet aber um Benehmen im Dom. Kirchenvertreter verweisen darauf, dass in Kirchen die Betenden nicht gestört werden dürften, und erinnern zudem an die Totenruhe auf Friedhöfen.

Hausfriedensbruch

Ein 50-Jähriger verdrosch laut Polizei in Aachen einen 27-Jährigen mit einem Baseballschläger, weil er ihn für einen Einbrecher hielt. Der junge Mann sei jedoch lediglich kurz nach Mitternacht auf der Suche nach Pokémons gewesen und sei durch den fremden Garten getapert. Bei dem Spiel überlagert die virtuelle Karte die Realität, so dass der Jäger eventuell nicht bemerkt, wohin er läuft.

Straßenverkehr

Das Spiel bringt die Menschen nach draußen - das ist ein positiver Aspekt der Monster-Hysterie. Jedoch birgt dies laut ADAC Gefahren für Fußgänger und Autofahrer. Häufig werden laut Polizei auch Jäger auf Fahrrädern gesichtet. Sie weist daraufhin, dass allein das „in der Hand halten des Handys“ auf dem Fahrrad mit einem Verwarngeld in Höhe von 25 Euro geahndet werden kann.

Vorsicht bei abgelegenen Orten

In den USA wurden laut Medienberichten Opfer zu Pokéstops gelockt und ausgeraubt. Kinder sollten Experten zufolge für solche Gefahren sensibilisiert werden. Elter sollten den Bewegungsradius auf bekannte Bereiche und private Flächen begrenzen. Entfernte Pokéstops könnten in Begleitung aufgesucht werden, etwa beim Familienspaziergang.

Stromverbrauch

Ungefähr eine zusätzliche komplette Akkuladung verbraucht das Spiel durchschnittlich innerhalb von zwei Stunden, rechnete ein Energiekonzern aus. Helfen könnten der Stromsparmodus oder ein externer Zusatzakku, eine Powerbank.

Aus Kostensicht ist der Stromverbrauch nicht extrem: „Lediglich rund ein Euro Mehrkosten für die Akkuladung fallen jährlich an, wenn man täglich zwei Stunden Pokémon Go spielt“, sagt E.ON-Geschäftsführer Uwe Kolks. Experten machen deutlich, dass Kinder darauf achten sollten, jederzeit genügend Akkuladung zu haben, um erreichbar zu sein oder in Notfällen telefonieren zu können. (KNA)