Oscarpreisträger wurde 77 „Die durch die Hölle gehen“: Regisseur Michael Cimino ist tot

Von afp

Der Regisseur von „Durch die Hölle gehen“ und „Die letzten beißen die Hunde“, Michael Cimino, ist im Alter von 77 Jahren gestorben.  Foto: dpaDer Regisseur von „Durch die Hölle gehen“ und „Die letzten beißen die Hunde“, Michael Cimino, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Foto: dpa

Washington. Der Regisseur von „Durch die Hölle gehen“ und „Die letzten beißen die Hunde“, Michael Cimino, ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das teilte der Leiter des Filmfestivals von Cannes, Thierry Frémaux, am Samstagabend mit.

Laut seinen Freund Eric Weissmann zufolge, wurde der Oscar-Preisträger tot in seinem Haus in Los Angeles aufgefunden. Über die Todesursache wurden keine Angaben gemacht. Cimono hatte 1979 den Oscar als bester Regisseur für den dreistündigen Film „Durch die Hölle gehen“ erhalten, in dem er anhand des Lebens dreier Freunde vom Vietnamkrieg erzählt. In einer der Kultszenen des Films spielen die von Robert de Niro und Christopher Walken dargestellten Figuren als Gefangene in Nord-Vietnam gegeneinander Russisches Roulette. Der Film erhielt auch vier weitere Oscars, darunter in der Kategorie „bester Film“.

Cimino begann seine Karriere als Werbefilmer

Der am 3. Februar 1939 in New York geborene Cimino begann seine Karriere als Werbefilmer, bevor er nach Los Angeles zog und Drehbücher für Filme schrieb. Mit seinem Drehbuch „Den letzten beißen die Hunde“ hatte er 1974 sein Regie-Debüt. Die Hauptrollen spielten Jeff Bridges und Clint Eastwood. Ciminos ganz großer Durchbruch kam dann 1978 mit „Durch die Hölle gehen“, mit dem der Regisseur als einer der Ersten den Vietnamkrieg zum Thema machte. Während der Film in Hollywood gefeiert wurde, stieß er im Ausland auf teils harsche Kritik. Bei der Berlinale 1979 zogen die Teilnehmer aus Osteuropa und aus Ländern der Dritten Welt aus Protest gegen den Film ihre Beiträge zurück und verließen das Festival. Sie warfen Cimino eine „rassistische und neokolonialistische“ Darstellung vor.

„Himmelstor“ lief nur eine Woche im Kino

Einen großen Flop landete Cimino mit seinem nächsten Film, „Himmelstor“, von 1980. Der teuer produzierte Streifen lief nur eine Woche lang im Kino und trieb den Filmverleih United Artists in den finanziellen Ruin. Erst 1985 drehte Cimino seinen nächsten Film, „Im Jahr des Drachen“ („Chinatown-Mafia“) mit Mickey Rourke. Weitere Filme folgten in großen Abständen. Nebenbei widmete sich Cimino dem Schreiben. Gerne hielt sich der Regisseur in Frankreich auf, wo ihm 2001 das Ritterkreuz für Künste und Literatur verliehen wurde.