Einwohner haben Angst 100.000 Flughunde besetzen australische Kleinstadt

Von Barbara Barkhausen

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100.000 Flughunde besetzen australische Kleinstadt. Symbolfoto: imago/Barry Bland100.000 Flughunde besetzen australische Kleinstadt. Symbolfoto: imago/Barry Bland

Sydney. Im Alfred-Hitchcock-Klassiker stürzten sich noch Vögel vom Himmel. In der australischen Kleinstadt Batemans Bay sind es Flughunde. Geschätzte 100.000 Tiere und damit rund ein Fünftel der Gesamtpopulation der Graukopf-Flughunde, haben sich in der Küstenstadt mit ihren gerade mal 11.000 menschlichen Bewohnern niedergelassen.

100.000 Flughunde haben sich in Batemans Bay fünf Stunden südlich von Sydney niedergelassen. Manche Bürger trauen sich schon nicht mehr aus dem Haus. Nun greift die Regierung ein. Australien sieht sich häufig mit Tier- und Pflanzeninvasionen konfrontiert.

Beinahe schon ein „Notstand“

Und diese Bewohner sind alles andere als begeistert von den lautstarken und nicht immer reinlichen, fliegenden Säugetieren. „Ich kann meine Fenster nicht mehr öffnen und meine Wäscheleinen nicht mehr benutzen“, sagte Danielle Smith dem australischen Sender Sky News. Außerdem falle es ihr schwer, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, da die Tiere konstant Lärm machten. „Das Ganze ist kein Spaß“, betont die Australierin.

Auch die Regierung ist inzwischen alarmiert. „Wir hatten so viele Beschwerden von Bürgern, die sich wie Gefangene in ihrem eigenen Heim fühlen, weil sie nicht rausgehen können, die ganze Zeit die Klimaanlage anlassen und die Fenster geschlossen halten müssen“, sagte der Umweltminister des Bundesstaates New South Wales, in dem auch Batemans Bay liegt, dem staatlichen Sender ABC. Das Ganze sei beinahe schon ein „Notstand“, meinte Mark Speakman. Diese Woche genehmigte der Minister deswegen auch 2,5 Millionen australische Dollar (1,6 Millionen Euro/1,8 Millionen Franken), um die Kolonie der Flughunde umzusiedeln.

Wie genau die Tiere, die in Australien geschützt sind, umgesiedelt werden könnten, wird derzeit jedoch noch überlegt. In Diskussion sind Rauch und Lärmbeschallung, Bäume zu entfernen oder übergroße aufblasbare Figuren, die im Wind winken und die Tiere abschrecken könnten.

Rätsel um die Gründe

Unklar ist, warum sich dieses Jahr so viele Tiere an einem Ort versammelt haben. Die Gemeinde Eurobodalla, die auch für Batemans Bay zuständig ist, schreibt auf ihrer Internetseite: „Wir wissen nicht, warum sich so viele Flughunde dafür entschieden haben, dieses Jahr ihr Lager in Batemans Bay aufzuschlagen.“

Es gebe genügend andere gute Orte im Südosten von New South Wales. Allerdings seien die Regionen um Batemans Bay sehr fledermausfreundlich mit Bäumen, einem flachen Areal, Wasser und guten Futterquellen in der Nähe. Dazu gehören eine Eukalyptusart, die gerade blüht, sowie einige andere Regenwaldfrüchte, die derzeit in der Region reifen.

Invasionen kommen immer wieder vor

Australien muss immer wieder mit Tier- und Pflanzeninvasionen zurechtkommen. So drohte eine massive Qualleninvasion Anfang 2013 die Fischbestände der südaustralischen Hafenstadt Whyalla auszulöschen.

Im vergangenen Jahr besetzten Spinnen die Kleinstadt Goulburn in New South Wales und überzogen sie mit einem Meer aus Spinnennetzen und erst Anfang diesen Jahres musste Wangaratta im Nordosten Victorias von einer wuchernden Grasart namens „haarige Panik“ befreit werden, die ganze Häuser bis zum Dach einwebte.


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